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Biografie Hans Goltz

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Künstler, die in der Galerie Hans Goltz ausgestellt wurden

 Im Jahr 1913 stellte Egon Schiele erstmals außerhalb Österreichs seine Arbeiten in einer Gesamtschau bei Hans Goltz aus. 1911 war bereits "Tote Stadt III" bei Hans Goltz im Rahmen der Schau "Buch und Kunst" gezeigt worden.


Am 12. Juni 1890 wurde Egon Schiele als drittes von vier Kindern und einziger Sohn des Bahnbetriebsamtsvorstandes der k. u. k. Staatsbahnen Adolf Eugen Schiele in Tulln geboren.

Der Volksschulzeit in Tulln folgte 1902 der kurze Besuch des Realgymnasiums in Krems. Im selben Jahr übersiedelte die Familie nach Klosterneuburg und Egon Schiele besuchte das dortige Realgymnasium, welches er wie die gesamte Schulzeit überhaupt mit mäßigem Erfolg absolvierte. Er war lediglich beim Zeichnen mit Eifer und Begeisterung dabei.

Adolf Eugen Schiele starb 1905. 1906 setzte sich Egon Schiele gegen seine Mutter und seinen Vormund durch und begann ein Studium an der Wiener Akademie der Bildenden Künste. Zwei Jahre später verließ er die Akademie, da ihm der dort gelehrte Malstil nicht sonderlich zusagte.

Bereits 1907 war er mit der Malweise Gustav Klimts, der Galionsfigur der Wiener Avantgarde, bekannt geworden. Er entwickelte sich zu einem Bewunderer des Malers, der zu seinem Gönner und väterlichen Freund werden sollte.

Egon Schiele war 18 Jahre alt, als seine Arbeiten erstmals im Stift Klosterneuburg öffentlich vorgestellt wurden. 1909 folgte seine Teilnahme an der Ausstellung "Kunstschau" in Wien.

Er traf mit dem Kunstkritiker Arthur Roessler zusammen und bekam durch diesen Kontakt zu etlichen Sammlern. Mit Freunden gründete er 1909 die "Neukunstgruppe" und begann im Jahr darauf zusätzlich mit dem Schreiben von Gedichten.

Zu jenem Zeitpunkt lebte er in Krumau, dem Geburtsort seiner Mutter, den er 1911 wegen seiner "wilden Ehe" mit Valerie, genannt Wally, Neuzil verlassen musste. In Neulengbach fand das Paar eine neue Bleibe. Arthur Roessler stellte den Kontakt zum Münchner Buch- und Kunsthändler Hans Goltz her, der sich am 1. Oktober 1911 selbständig gemacht hatte und Ausstellungen unter dem Motto "Buch und Kunst" anbot. Egon Schieles "Tote Stadt III" war unter anderem zum Jahresende 1911 im Programm.

Egon Schieles Arbeiten mit teilweise sehr jungen Modellen führte im Jahr darauf zu einer dreiwöchigen Untersuchungshaft, zur Konfiszierung erotischer Zeichnungen, zu einer Anklage wegen Kinderschändung und zu einem Prozess, in welchem er letztendlich zu drei Tagen Haft wegen Verbreitung unsittlicher Zeichnungen verurteilt wurde. Nach der Haftentlassung reiste Egon Schiele einige Zeit und ließ sich im Oktober 1912 in Wien nieder.

Seine Arbeiten wurden weiter in Ausstellungen gezeigt. Hans Goltz organisierte 1913 die erste Einzelausstellung Egon Schieles außerhalb Österreichs. Im Jahr darauf beteiligte sich der 24jährige an zahlreichen Ausstellungen im Ausland.

Der Erste Weltkrieg brachte für Egon Schiele einige Veränderungen. In einer Kriegstrauung heiratete er am 17. Juni 1915 nicht seine langjährige Lebensgefährtin Wally, sondern Edith Harms, die er im Jahr zuvor kennen gelernt hatte. Nach der Hochzeit musste er als Soldat nach Prag, anschließend nach Wien, danach nach Niederösterreich und 1917 wieder nach Wien, wo er in der k. u. k. Konsumanstalt eingesetzt wurde. Trotz Kriegszeiten waren weiterhin Kunstausstellungen angeboten, unter anderem in München, wo 1916 in der Galerie Hans Goltz erneut Arbeiten Egon Schieles zu sehen waren.

Nach dem Tod Gustav Klimts am 6. Februar 1918 nahm Egon Schiele die Vorreiterrolle unter den Wiener bildenden Künstlern ein. Er organisierte die 49. Ausstellung der Wiener Secession, entwarf das Ausstellungsplakat und bestückte die Ausstellung mit Werken, welche die internationale Presse als hervorragend feierte.

Egon Schiele blieb kaum Zeit, diesen Erfolg auszukosten. Am 31. Oktober 1918 starb er, wie sein Frau Edith drei Tage zuvor, an der Spanischen Grippe. (RW)

Das
Leopold Museum in Wien zeigte vom 17. September 2004 bis 31. Januar 2005 rund 90 Landschafts- und Städtebilder des Malers. Es war die erste Ausstellung weltweit, die sich ausschließlich den Natur- und Häuserdarstellungen des Künstlers widmete.


Auch Schiele-Bilder fielen teilweise dem Kunstraub zum Opfer.

Auch Egon Schieles Bilder sind von den Nationalsozialisten als "
entartete Kunst" eingestuft worden und fielen teilweise dem Kunstraub zum Opfer. Egon Schieles "Tote Stadt III" gehört ebenso dazu wie das "Bildnis Valerie Neuzil". Weiter>



Egon Schiele

Egon Schiele
Liebe und Tod

Hrsg. Van Gogh Museum, Amsterdam, Vorwort von John Leighton, Klaus Albrecht Schröder, Text von Jane Kallir
160 Seiten, 138 Abb., davon 127 farbig, gebundee Ausgabe

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Rezension:
Egon Schieles Inspiration durch Arbeiten Vincent van Goghs diente als Auslöser einer ersten Ausstellung von Schiele-Werken in den Niederlanden in der Zeit vom 25. März bis 19. Juni 2005 im Amsterdamer Van Gogh Museum. Größtenteils wurden die Ausstellungsstücke vom Wiener Kunstmuseum Albertina zur Verfügung gestellt. Mehrheitlich handelt es sich dabei um Arbeiten auf Papier, welche den Auseinandersetzungswillen Egon Schieles mit elementaren Lebensfragen wie Erotik, Sexualität und Tod optisch erfahrbar machen.

Diese Österreich-Niederlande-Kunst-Verbindung wird in einem Begleitband gewürdigt. Eingebunden in die Vorworte der beiden Museumsdirektoren und ein abschließendes Verzeichnis der ausgestellten Werke, werden dem Betrachter mehr als einhundert, bestens fotografisch erfasste Werke vorgestellt, denen die Schiele-Expertin Jane Kallir, deren Großvater
Otto Kallir bereits mit Bildern des österreichischen Avantgardisten zu tun hatte, Erklärendes zu Egon Schieles 28jährigem Leben und seiner künstlerischen Entwicklung zuordnet.

"Hintergrund und Anfänge", "Der expressionistische Durchbruch", "Auf dem Weg zum Erwachsenen" und "Liebe und Tod" sind die Überschriften der vier Kapitel, die am 31. Oktober 1918, morgens um 1.00 Uhr, mit Egon Schieles Tod ihr Ende finden.

Unendlich scheint die Auseinandersetzung mit Egon Schiele und seinen Schöpfungen, in etwa vergleichbar mit des Künstlers Auffassung "Kunst ist urewig." Jede neue Phase der Auseinandersetzung bietet indes wieder andere Aspekte wie im Fall dieses bemerkenswerten Ausstellungsbegleitbuchs, das im
Hatje Cantz Verlag erschienen ist.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden


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  Ausstellungen der Galerie Goltz von 1912 bis 1927



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