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Biografie Hans Goltz

Die Jahre 1911-1927

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Der Blaue Reiter - die Kunstbewegung

Dem wilhelminischen deutschen Kaiserreich wird zugeschrieben, eine national erstarrte, akademische Malerei bevorzugt und unterstützt zu haben. Dieser erstarrten nationalen Malerei beugten sich nicht alle Künstler. Abweichler formierten sich in Künstlergruppen wie der "Münchner Sezession" (1892), der "Berliner Sezession" (1898), in "Die Brücke" (1905), die alle nichts mit den festgefahrenen Lehren der Kunstakademien gemein hatten.

Ein Förderer der neuen Strömungen in der Bildenden Kunst war Hugo von Tschudi (1851-1911), der von 1895 an als Direktor die Nationalgalerie in Berlin neu ordnete und ausbaute. Kaiser Wilhelm II. veranlasste seine Entlassung aus diesem Amt, weswegen Hugo von Tschudi ab 1909 Direktor der Königlich-bayerischen Gemäldesammlungen wurde und fortan in München wirkte.

Just in jenem Jahr hatte sich eine Künstlergruppe aus der impressionistisch orientierten Münchner Sezession gelöst und die "
Neue Künstlervereinigung München" gegründet. Zu dieser Künstlergruppe zählten die drei russischstämmigen Maler Marianne Werefkin, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und die deutsche Malerin Gabriele Münter.

Die erste Ausstellung dieser neuen Gruppe fand im Dezember 1909, unterstützt von Hugo von Tschudi, in der ebenfalls neu gegründeten Galerie des Heinrich Thannhauser in München statt und erntete lediglich von Franz Marc beglückwünschende Anerkennung, woraufhin der bayerische Maler prompt in den Vorstand der Neuen Künstlervereinigung München aufgenommen wurde.


Franz Marc und Wassily Kandinsky gehörten der Vereinigung allerdings nicht lange an. Nach einer weiteren gemeinsamen Ausstellung im September 1910 führte die Ablehnung, ein Bild Kandinskys in das Ausstellungsprogramm für das Jahr 1911 (18.12.1911 bis 1.1.1912) aufzunehmen, am 2. Dezember 1911 zum Bruch und Austritt der beiden Maler aus der "Neuen Künstlervereinigung München".

Am 18. Dezember 1911 eröffneten beide eine "Gegenausstellung" mit rund 50 Bildern, ebenfalls in der Galerie Thannhauser, und gaben als Veranstalter die Redaktion "Der Blaue Reiter" an. Die beiden Maler waren zu jenem Zeitpunkt bereits voll damit beschäftigt, als "Redakteure"
Beiträge für das geplante Jahrbuch "Der Blaue Reiter" zu sammeln.

Der ersten Ausstellung setzten Wassily Kandinsky und Franz Marc vom 12. Februar bis 18. März 1912 eine zweite nach. Für diese Ausstellung hatte der seit dem Jahr 1911 selbständige Buch- und Kunsthändler Hans Goltz seine Geschäftsräume zur Verfügung gestellt. 315 Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken wurden in dieser Ausstellung präsentiert.

Beiden Ausstellungen kann eine bahnbrechende Wirkung zuerkannt werden. Die dort gezeigten expressionistischen Werke erfreuen sich immer wieder neuer Ausstellungsorte, die mit Überschriften wie "Der Blaue Reiter und seine Künstler" (Kunsthalle Tübingen 1999) oder "Der Blaue Reiter" (Kunsthalle Bremen 2000) werben. Auch wenn die Nachfolgeausstellungen der Vollständigkeit der Ursprungsausstellungen der Jahre 1911 und 1912 entbehren, ist ihnen eines gemeinsam: Sie laden dazu ein und fordern auf, sich mit dem Gedankengut der Redakteure "Der Blaue Reiter" ebenso auseinanderzusetzen wie demjenigen der sie unterstützt habenden Künstler, die mittlerweile alle ihren festen Platz in der Kunstgeschichte Deutschlands einnehmen.

Zum Thema:

Die zweite Ausstellung der Redaktion "der blaue Reiter" unter dem Motto "SCHWARZ-WEISS" vom 12. Februar bis 18. März 1912. Ausgestellt wurden Werke von:
Hans (Jean) Arp
Albert Bloch
Georges Braque
Robert Delaunay
André Dérain
Maria Franck-Marc
Roger de la Fresnaye
Wilhelm Gimmi
Nathalie Gontscharova
Erich Heckel
Walter Helbig
Wassily Kandinsky
Ernst Ludwig Kirchner
Paul Klee
Michael Larionow
Robert Lotirin
Oskar Lüthy
August Macke
Kasimir Malewitsch
Franz Marc
Wilhelm Morgener
Otto Müller
Gabriele Münter
Emil Nolde
Max Pechstein
Pablo Picasso
Russische Volksblätter
(Neudrucke von alten Holszstöcken
Georg Tappert
Paul Vera
Maurice de Vlaminck
Alfred Kubin
Moritz Melzer


Der Blaue Reiter

Der Blaue Reiter und seine Künstler.
von Vivian Endicott Barnett, Bernd, Fäthke, Annegret Hoberg, Magdalena M. Moeller

Gebundene Ausgabe, 428 Seiten, 335 Abbildungen, davon 161 farbig, Leinen, Hirmer Verlag

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