Home

Biografie Hans Goltz

Die Jahre 1911-1927

Das Erbe von Hans Goltz

Der Blaue Reiter

Entartete Kunst

Presseecho/Ausstellungen

Interview mit Michael Goltz

Ausstellungen/Künstler

Künstler, die in der Galerie Hans Goltz ausgestellt wurden

 In der ersten Gesamtausstellung der Galerie Goltz im Oktober 1912 wurden Arbeiten von Cuno Amiet gezeigt.
Amiet und Giovanni Giacometti hatten zusammen vom 14. bis 30. April 1913 eine Austellung in der Galerie Goltz.

Cuno Amiet wurde 1868 in Solothurn in der Schweiz geboren. 1882 nahm Amiet bei Heinrich Jenny Zeichenunterricht. Im Sommer 1884 begegnete er dem Maler Frank Buchser, der ihn ebenfalls unterrichtete. Im Herbst 1986 reiste Amiet nach München, um dort an der Kunstakademie zu studieren. 1887 begegnete Amiet dem Schweizer Maler
Giovanni Giacometti in München, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. In München gehörten beide der Künstlervereinigung "Schweizer Kreis" an.

Nach der Rekrutenschu1e in Bellinzona kehrte Amiet wieder nach München zurück. Amiet und Giacometti entschieden sich dafür, ihre Ausbildung in Paris fortzusetzen, wo sie im Oktober 1888 eintrafen. 1889 stellte Amiet am Pariser Salon aus. 1890 kehrte er nach Solothurn zurück und besuchte dort die Unteroffiziersschule.

Ende März 1892 kehrte Amiet nach Paris zurück, wo er im Atelier von Hugo Siegwart arbeitete. Doch er war vom akademischen Unterricht enttäuscht. Auf den Rat des ungarischen Malers Hugo Poll reiste er im Mai 1892 nach Pont-Aven in die Bretagne, wo er bis Juni 1893 blieb. Dort lernte er auch die Werke von Paul Gauguin und Vincent van Gogh kennen.

Amiets Vater versuchte erfolglos, einige Bilder seines Sohnes in der Schweiz zu verkaufen. Da Cuno Amiet seinem Vater nicht weiter finanziell zur Last fallen wollte, reiste er zurück in die Schweiz, wo er als Dekorationsmaler seinen Unterhalt verdiente.

1894 stellte er einige Arbeiten in der Basler Kunsthalle aus, die jedoch bei den Kritikern keinen Gefallen fanden. Auch weitere Bemühungen seine Bilder auszustellen schlugen fehl.

1896 lernte Amiet den Maler Giovanni Segantini kennen, dessen Divisionismus ihn neben dem Neoimpressionismus bereits seit 1893 beeinflusst hatte. 1887 wurden drei seiner Werken in der Internationalen Kunstausstellung in München ausgestellt. 1898 nahm er an der "5. Nationalen Kunstausstellung der Schweiz" in Basel teil und das Künstlerhaus in Zürich organisierte im April eine kleine Hodler-Giacometti-Amiet-Ausstellung.

1900 sind Amiet und Giacometti auf der Weltausstellung in Paris präsent. Amiet erhält für sein Gemälde "Richesse du soir" eine Silbermedaille. Amiet sandte 1901 drei Gemälde an die Ausstellung der "Sezession" in Wien und fünf an die "6. Nationale Kunstausstellung der Schweiz" in Vevey. Zusammen mit Wilhelm Balmer übernahm Amiet die Dekoration der Fassade des Basler Rathauses. Amiet dekorierte das Café Bavaria in Solothurn mit sechs Sujets und illustierte die Gedichte von Adolf Frey.

1901 begann Amiet mit Ferdinand Hodler zusammenzuarbeiten, der ihm neue stilistische und thematische Horizonte eröffnete. Der Symbolismus, die nordischen und deutschen Alten Meister sowie die Repräsentation der Figur rückten in sein Blickfeld. 1902 stellte er in Genf aus, ohne jedoch das gewünschte Echo zu erzielen.

1904 war Amiet erneut mit Hodler an der "Sezession" in Wien beteiligt. Amiets' expressionistische Phase begann. Er lernte Carl Moll, Gustav Klimt, Kolo Moser und Gustav Mahler kennen. 1905 zeigte das Zürcher Künstlerhaus 37 seiner Werke. Die Ausstellung war danach in der Galerie Richter in Dresden zu sehen. Sie war zwar ein kommerzieller Misserfolg, doch dadurch kam er in Kontakt mit den späteren Mitgliedern der expressionistischen Künstlervereinigung "Die Brücke".

In München erhielt Amiets Gemälde "Richesse du soir" an der "9. Internationalen Kunstausstellung" eine Goldmedaille verliehen. Richard Kisling aus Zürich begann, erste Werke von Amiet anzukaufen.

1906 nahm Amiet an der Ausstellung der "Berliner Sezession" teil. Im September trat er der Künstlervereinigung "
Die Brücke" bei. 1907 stellten die Maler der "Brücke" in der Galerie Richter in Dresden aus. Von 1907 bis 1910 war Amiets Malstil wieder "expressionistisch".

1908 ließ sich Amiet in Oschwand ein Haus im Jugendstil erbauen. Er stellte im gleichen Jahre seine Gemälde am Pariser "Salon des Indépendants" und danach in Zürich, Aarau und Winterthur aus und beteiligte sich auch erneut an einer Gruppenausstellung mit "Die Brücke", diesmal in Kopenhagen und in Oslo, sowie mit Giovanni Giacometti in der Dresdner Galerie Richter. Schüler aus der Schweiz und dem Ausland kamen zum Studium nach Oschwand. Vor allem ab 1913 bis 1939 wurde Amiets Domizil zu einem Pilgerort für Künstler und Kunstliebhaber.

1909 nahm Amiet an den "Internationalen Kunstausstellungen" in Wien und München teil und stellte im gleichen Jahr bei Thannhauser in München bei der ersten Ausstellung des "
Blauen Reiter" in aus.

1910 waren Amiets Werke in der Sezession in Berlin, als Mitglied von "Die Brücke" in Leipzig, am Nemszeti Szalon in Budapest und an der "10. Nationalen Kunstausstellung" der Schweiz in Zürich zu sehen. Mit den "Brücke"-Malern stellte Amiet in der Galerie Arnold in Dresden aus.

1911 reiste Amiet nach Rom, wo er an der Internationalen Kunstausstellung teilnahm. Amiet reiste nach München, wo er
Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Paul Klee, Louis Moilliet, August Macke sowie Heinrich Campendonck begegnete. In Köln nahm er an der Ausstellung "Kunst unserer Zeit" teil. 1912 kaufte sich Amiet den an sein Haus angrenzenden Bauernhof in Oschwand, den er zu seinem Atelier umbaute. Er trat im gleichen Jahr der Schweizer Gruppe "Moderner Bund" bei.

In der ersten Gesamtausstellung der Galerie Goltz im Oktober 1912 wurden Arbeiten von Cuno Amiet gezeigt, danach in Dresden, Amsterdam und Köln, wo er zum ersten Mal die "Brücke"-Maler Kirchner und Heckel sowie Edvard Munch traf. Amiet hatte eine Einzelausstellung bei Thannhauser in München, er stellte mit August Macke im Kunstverein in Jena, mit den Malern der "Brücke" in der Galerie Gurlitt in Berlin, in der Galerie Commeter in Hamburg und in der Galerie Bangel in Frankfurt am Main aus. Die Galerie Arnold in Dresden präsentierte eine Werkgruppe Amiets.

1913 löste sich die Künstlervereinigung "Die Brücke" auf. Amiet beteiligte sich bei zahlreichen Ausstellungen, u. a. zusammen mit Giacometti in der Galerie Hans Goltz in München.

Das Kunsthaus Zürich zeigte 1914 eine umfassende monographische Schau mit 201 Werken von Amiet. Zusammen mit Giacometti stellte er wieder in der Galerie Goltz in München aus.

Paul Klee sowie Alexej von Jawlensky, der seit Kriegsbeginn am Genfersee wohnte, besuchten ihn erstmals in Oschwand. 1915 kamen Jawlensky und Marianne von Werefkin Amiet nach Oschwand. Zusammen mit Jawlensky stellte Amiet im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich aus.

1919 verlieh die Berner Universität Cuno Amiet einen Doktortitel "honoris causa". Die Kunsthalle Bern ehrte ihn mit einer Einzelausstellung, die ein großer Publikumserfolg wurde. In Neuenburg stellte er 90 Werke aus. 1920 organisierte der Kunstsalon Wolfsberg in Zürich eine Einzelausstellung. Weitere Ausstellungen folgten.

1923 reiste er für die Internationale Kunstausstellung nach Rom. 1924 besuchte ihn Lovis Corinth in Oschwand. 1925 sandte Amiet Werke an die Royal Academy of Arts in London und nahm an der grossen Ausstellung Schweizer Kunst in Karlsruhe teil. 1925 und 1926 erhielt er mehrere Aufträge für Wandgemälde. 1927 sandte er Stiche für eine Ausstellung nach Florenz und realisierte fünf Fresken in Bern. Anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahr 1928 ehrte ihn das Kunstmuseum Bern u. a. mit Werken von 13 seiner Schüler. Amiet nahm auch an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden teil. 1929 wurde seine Werke in Ulm gezeigt und er erstellte fünf Fresken für die Villa Stämpfli in Bern.

Von 1932 bis 1939 hielt sich Amiet mehrmals für längere Zeit in Paris auf, wo er bis 1947 ein eigenes Atelier besass. 1932 stellte er in der Pariser Galerie Georges Petit aus.

1937 wurden Amiets Werke, die sich in deutschen Sammlungen befanden, der "
entarteten Kunst" zugerechnet, beschlagnahmt und ins Ausland verkauft.

1943 begab sich Amiet nach Zermatt. Zu seinem 75. Geburtstag wurde er mit Ausstellungen im Kunstmuseum und in der Kunsthalle Bern geehrt. Viele Ausstellungen erfolgten. In
Baden-Baden waren seine Arbeiten z. B. als Teil der Ausstellung "Schweizer Kunst der Gegenwart" zu sehen. 1954 hatte Amiet Einzelausstellungen in Wien und in der New Yorker Galerie Saint-Etienne. Er repräsentierte die Schweiz auf der Biennale in Venedig. 1956 waren seine Arbeiten Teil der Ausstellung moderner Schweizer Kunst im Museo de Arte Moderna in Madrid. Bis zu seinem Tod hatte er noch weitere beachtenswerte Ausstellungen.

Cuno Amiet starb im Alter von 93 Jahren am 6. Juli 1961 in Oschwand.

Textvorlage: Katalog der Amiet-Ausstellung 2001 im Musée Rath, Place Neuve, CH-1204 Genf, Schweiz.


Cuno Amiet

Cuno Amiet (1868-1961) ist eine der herausragenden Figuren der Moderne.

Er kam Anfang der 90er Jahre in Pont-Aven mit Paul Gauguin, Emile Bernard und Paul Sérusier in Kontakt. In die schweizerische Heimat zurückgekehrt, beginnt er in Anlehnung an Hodler einen neuen Malstil, der durch einen ausgeprägten Kolorismus starker Expressivität geprägt ist. Dieser Band stellt die erste erschöpfende Monographie des Werks dieses innovationsfreudigen Künstlers dar, das durch eine Auswahl von über 150 Ölgemälden dokumentiert wird.

Herausgeber: G. Mauner (2000), Format 21 x 28 cm, 348 Seiten, 237 Farb- und SW-Abbildungen, broschiert.



Briefwechsel Amiet und  Giacometti

Briefwechsel
von Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Viola Radlach

Sondereinband
Scheidegger & Spiess Verlag

Klappentext:
Eine Publikation des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft Zürich. Herausgegeben von Viola Radlac. Mit 37 Farbabbildungen, mehreren Reproduktionen von Briefauszügen, Biografien und Bibliografien. Der Briefwechsel mit Cuno Amiet erstreckt sich über mehrere Jahr- zehnte und ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Derart gut doku- mentierte Künstlerfreundschaften sind selten, und die Briefe erlauben einzigartige Einblicke in die Gedankenwelt, die Schaffensweise und den Künstleralltag der beiden Maler, in ihre manchmal heftigen und erhellenden Diskussionen um Kunst und Künstler, neue Maltechniken und um ihre eigene Position innerhalb der anbrechenden Moderne. Nicht zuletzt bietet die frische, unkonventionelle Ausdrucksweise der beiden Schreibenden auch eine äusserst unterhaltsame Lektüre. Sie vermittelt die menschliche Dimension, das Lebensgefühl, in dem ihre Gemälde geschaffen wurden.

Gleich bestellen


Kunstbücher suchen

Schnellsuche

Suchbegriff



Zum Thema:

  Ausstellungen der Galerie Goltz von 1912 bis 1927


Zurück


Kontakt   Impressum   Datenschutz

© 2004-2005 by Rika Wettstein, Baden-Baden. All rights reserved.