Totschweigen

Die Lesegeschmäcker sind so unterschiedlich wie die Menschen an sich es nur sein können. Dieser Tatsache hat Uta-Maria Heim Rechnung getragen und einen Kriminalroman publiziert, der nicht jedem zum Freizeitvergnügen gereichen wird. Die Betonung liegt hierbei auf Vergnügen. Vergnügliches bietet "Totschweigen" nicht.

Es wird geschwiegen in Kind-Eltern-Krisen, in Partnerschafts-Missverhältnissen und im Hinblick auf ein Jahrzehnte lang zurückliegendes Verbrechen, das an einer jungen weiblichen Person begangen worden ist, deren Leiche seinerzeit auf drei Koffer verteilt in einem Stuttgarter Park gefunden worden war. Unaufgeklärt bis zum Jahr 2006, beschäftigt der so genannte Koffermord den Stuttgarter Kriminalhauptkommissar Timotheus Fehrle, genannt Timo, der sich schwer traumatisiert durch einen knapp zwei Jahre zurückliegenden Polizeieinsatz, der drei Kolleginnen das Leben kostete, Archivarbeit leistet und sich mit nicht gelösten Kriminalfällen beschäftigt.

Moderne Untersuchungsmethoden lassen hoffen, diese Fälle aufzuklären. Der Fall des Koffermords trifft Fehrle plötzlich persönlich, stammt doch das nach 22 Jahren identifizierte Opfer Petra Clauss, damals 15 Jahre alt, aus seiner Heimatstadt Schramberg, war zweitältestes Kind der gutbürgerlichen Zahnarztfamilie Clauss und ihm flüchtig bekannt.

Begleitet von der LKA-Ermittlerin Anita Wolkenstein geht Fehrle in der rund 22000 Einwohner zählenden Stadt auf Spurensuche und sieht sich etlichen Ungereimtheiten, sowie Ablehnung und eben Schweigen gegenüber. Allmählich tut sich anhand sicher gestellter Unterlagen jedoch ein unglaubliches Gespinst an Verstrickungen auf, das unter anderem auch auf die grauenvollen Geschehnisse der Nazizeit zurückzuführen ist.

Flankiert wird die Wiedergabe der Ermittlungsarbeit, die nicht immer idealtypischer polizeilicher Vorgehensweise entspricht, durch Einblendungen von Passagen, in welchen ein Mensch mit schwer geschundener Seele seinen Werdegang in Worte fasst.

Aktuelle Geschehnisse, Rückblenden und Seelenpein kulminieren in einem nicht zufrieden stellen könnenden Ermittlungsabschluss.

Inwieweit dieser düster anmutende Roman Gefallen finden kann, bleibt, wie eingangs festgehalten, dem Geschmack jedes einzelnen vorbehalten.

Das Buch ist im
Gmeiner-Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Uta-Maria Heim, geboren 1963 in Schramberg, hat Literaturwissenschaften, Linguistik und Soziologie studiert. Sie arbeitet als Journalistin, Roman- und Hörfunkautorin. 1992 und 1994 erhielt sie den Deutschen Krimi Preis, im Jahr 2000 den Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman. Uta-Maria Heim arbeitet als Journalistin, Roman- und Hörfunkautorin in Baden-Baden.

Totschweigen

Totschweigen
Uta-Maria Heim
230 Seiten, broschiert,
Gmeiner-Verlag

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Vorgängerroman:
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