Tibet
Weites Land zwischen Himmel und Erde

Himalaja, Nomaden und der Dalai Lama fallen wohl jedem sofort ein, wenn das Land in Fernost zur Sprache kommt. Ein Nomade in Westtibet ziert den Schutzumschlag von Helfried Weyers Bildband. Der Mount Everest, höchster Berggipfel der Welt, ist in bestechender Qualität abgelichtet und der Dalai Lama kommt in einem Gespräch mit dem Journalisten Franz Alt zu Wort.

Insofern wird den drei Stichworten Genüge getan. Aber Helfried Weyer bietet weit mehr an. Faszinierend schöne Fotografien von Landschaften, Gebäuden und Menschen, welche die Einmaligkeit des Landes und seiner Bevölkerung eindrucksvoll nahe bringen, sind versehen mit knapp und präzise gefassten Informationen, die dennoch den Wissenshorizont erweitern. Zu erfahren ist beispielsweise, dass über 80 Prozent der Bevölkerung von der Bodenbebauung leben, also keineswegs Nomaden sind. Zitate bekannter Tibet-Reisender wie Sven Hedin oder Sir Edmund Hillary spiegeln deren gewonnenen Eindruck wieder.

Prächtige Klöster, Raumbeherrschende Gebetsmühlen, lang gestreckt im Staub liegende Menschen und ein wahres Meer von Gebetsfahnen zeugen von der tiefen Gläubigkeit der Tibeter.

Um den Betrachter nicht orientierungslos in diesem mehr als eine Million Quadratkilometer großen Land zu lassen, hat Helfried Weyer seine Bilderreise geordnet und stellt einzelne Gegenden, Städte oder Ortschaften mit einleitenden, erläuternden Worten vor.

Von den Bildern her gesehen, möchte man meinen, die Tibeter lebten in einem wahren Paradies. Franz Alts Ausführungen "Der vergessene Völkermord auf dem Dach der Welt" belehren eines anderen und lehren das Grauen. Denn seit mehr als 50 Jahren hält das kommunistische China Tibet besetzt und lässt jede nur erdenkliche Scheußlichkeit gegenüber den Einheimischen durchführen.

"Weites Land zwischen Himmel und Erde" scheint als Untertitel ausgesprochen passend. Der Himmel kann dabei als Metapher für die Gläubigkeit und Freundlichkeit der Tibeter stehen, während auf der Erde die brutale Realität wütet. Den Bogen zwischen beiden könnten die Gedanken des 14. Gottkönigs der Tibeter spannen: "Uns Tibetern steht das Recht auf Erhalt unserer ureigensten Kultur zu, solange wir anderen keinen Schaden zufügen. Materiell sind wir rückständig, aber im geistigen Bereich - in der Entwicklung unseres Bewusstseins - fühlen wir uns reich."

Helfried Weyer ist ein Meisterwerk der Vermittlung dieser ureigensten Kultur der Tibeter gelungen.

Das Buch ist bei
Koehlers Verlagsgesellschaft mbH erschienen.


Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden


Tibet

Tibet
Weites Land zwischen Himmel und Erde
Helfried Weyer, Franz Alt
136 Seiten, 100 Farb-Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag, Köhler Verlag

Gleich bestellen

Zurück zur Übersicht

News | Facts | Inhalt | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert | Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino
Events | Thermen | Sport | Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping | Stadtteile | Umgebung | Elsass
Auskunft + Ämter | Bücher-Shop | Awards | Links | Kontakt | Impressum | Datenschutz