Heidelberger Requiem

Wer rätseln mag, warum Wolfgang Burger seinen Karlsruher Kriminalisten Alexander Gerlach nach Heidelberg "versetzt" hat, den mag einer der im Laufe der Lektüre zu findenden Gründe zum Schmunzeln reizen, wenn zu lesen ist: "Diese kleineren Städte boten offenbar auch aus fahndungstechnischer Sicht allerhand Vorteile." Denn Alexander Gerlachs Vorzimmerperle Sonja Walldorf bemerkt sehr häufig: "Ich kenn' doch die...", was schneller als gewöhnlich zu brauchbaren Informationen führt.

Informationen braucht der frischgebackene Chef der Heidelberger Kriminalpolizei zuhauf, hält doch ein just am Tag seiner Amtseinführung begangener, besonders perfider Mord seine Frau- und Mannschaft auf Trab.

Auf Trab gehalten wird der ein knappes Jahr verwitwete 43jährige auch von seinen beiden Zwillingstöchtern Louise und Sarah, die keineswegs von dem Plan, nach Heidelberg überzusiedeln begeistert sind, und unter anderem die Auffassung hegen, "dieses Heidelberg sei wirklich der allerletzte Scheiß". Dieser Meinung kann sich ihr Vater allerdings nicht anschließen. Im Gegenteil, er findet immer mehr Gefallen an dem Viertel, in welchem er sich eine Wohnung ausgeguckt hat. Dort "residiert" nicht nur die fast allwissende Kioskbetreiberin Brenneisen. Dort trifft er auch auf die geheimnisvolle Frau mit der Perlenkette, die ihm erlebnisreiche Stunden beschert.

Alexander Gerlach selbst erzählt abwechslungsreich und mit etlichen Prisen Humor aus knapp drei Wochen seines Lebens, die mit einem Mord beginnen, einen zweiten und dritten zur Folge haben und letztendlich Täter und Ermittler an einem Ort zusammenführen. Sein persönliches Befinden an den jeweiligen Tatorten, bei der Suche nach Motiven und Fakten wird dabei ebenso vermittelt wie seine Gedanken und Wünsche, die sein Privatleben bestimmen. Hierdurch wird ein spannendes Gemisch erzeugt, das unter anderem hinterfragen lässt, ob die Heidelberger Polizei tatsächlich auf der richtigen Spur ist, wenn sie den Mörder des ersten Opfers im Drogenmilieu vermutet, nur weil der ermordete Sohn eines ehrbaren Professors des Heidelberger Universitätsklinikums offenbar mit Herstellung und Vertrieb synthetischer Drogen zugange gewesen ist. Denjenigen, die gerne die letzten Seiten vorweg lesen, um der Lösung möglichst nahe zu kommen, sei von derlei Tun abgeraten, da es keinen Erfolg zeitigt. Es ist durchaus angebracht, mitzudenken und eigene Spekulationen anzustellen, um gegen Ende zu erkennen, ob man die richtige Fährte ausgemacht hatte oder nicht.

Eine abschließende Spekulation kann wohl erst mit einem weiteren Heidelberg-Krimi bestätigt werden oder nicht, nämlich dass Alexander Gerlach trotz aller Eigentümlichkeiten das Verhältnis mit der Frau mit der Perlenkette aufrechterhält.

Warten wir also gespannt auf den "nächsten Burger".

Das Buch ist im
Piper Verlag
erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden


Heidelberger Requiem - Wolfgang Burger

Heidelberger Requiem
von Wolfgang Burger
252 Seiten, Piper Verlag

Gleich bestellen

Gleich bestellen

Heidelberger Lügen
von Wolfgang Burger
272 Seiten, Piper Verlag

Rezension lesen
Bestellen


Gleich  bestellen

Heidelberger Wut
Wolfgang Burger
272 Seiten, Piper Verlag

Rezension lesen
Bestellen


Zurück zur Übersicht

News | Facts | Inhalt | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert | Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino
Events | Thermen | Sport | Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping | Stadtteile | Umgebung | Elsass
Auskunft + Ämter | Bücher-Shop | Awards | Links | Kontakt | Impressum | Datenschutz