Der Fröhlichmann

Der Kurpfalz-Sheriff und sein Deputy, von einer bizarren Randfigur des Geschehens als solche bezeichnet, sind wieder gefordert. Konrad Morgenthaler, hingebungsvoller Fachmann in Sachen süßer Plunderstücke, und Frieder Kindlein, im privaten Leben nicht gerade von Geschicklichkeit verwöhnt, sehen sich der Aufgabe gegenüber, die gewaltsamen Tode zweier Frauen aufzuklären. Beide sind am Dienstag nach Ostern 2007 entdeckt worden, aber schon längere Zeit tot, was sich nicht unbedingt als förderlich für die Ermittlungsarbeit herausstellt.

Den Mittfünfziger und den Mittdreißiger unterstützen dabei nicht nur Kriminaltechniker und Rechtsmediziner, sondern auch ein Quartett von Kollegen unterschiedlichster Spezialisierung und eine junge Kollegin, die just nach Ostern auf Veranlassung Kriminaldirektors Ludwig Petzold dem "verstaubten Herrenverein" Frische verleiht. Rede und Antwort zu stehen haben alle dem selbstgefälligen Oberstaatsanwalt Dr. Winfried Driesmann. Diese Mischung bestens porträtierter Hauptakteure, Abstecher in Frieder Kindleins Privatleben inklusive, bietet schon hinreichend Anlass zu Lektüregenuss, der durch eine gleichermaßen raffiniert wie bedrückend ausgedachte Geschehensabfolge noch erhöht wird.

Während im Mannheimer Polizeipräsidium Köpfe und Pfeifen rauchen, Computer, Telefon und Fax genutzt werden, weiß der Leser bereits, wer die beiden Frauen erstochen und erschlagen hat: Anton. Nur - Anton, der sich am Krankenhausbett der vom Tode gezeichneten Lydia Anders als Fröhlichmann bezeichnet, ist nicht erkennbar.

Allmählich dämmert es zuerst dem Leser, dann den Ermittlern, dass die Familie des Spielwarenhändlers Steffen Olaf Anders und die Mordopfer in Verbindung standen und auch, wer Anton sein muss.

Bis dieser Freitagnachts nach Ostern im gleißenden Gartenlicht tatsächlich sichtbar wird, darf man sich an ebenso spannenden wie geschickt durch Schmunzelauslöser angereicherten vergnüglichen Szenen ergötzen.

Diese fesselnde, durch Sprachgefühl, Sachkenntnis und wohl geglückte Detailbeschreibungen sich auszeichnende Geschichte über Kinder, denen das Lachen genommen wurde und die durch Anton gewissermaßen gerächt werden, sollte besser nicht als Einschlafhilfe eingesetzt werden, da eine aus Leselust durchwachte Nacht garantiert sein wird.

Das Buch ist im
Emons Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Der Fröhlichmann

Der Fröhlichmann
Rainer Martin Mittl
Der Badische Krimi, Band 15, 288 Seiten, Broschur, Emons Verlag

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