"200 Jahre nach Immanuel Kant sollten wir endlich den Mut haben, uns unseres ‚eigenen Verstandes' zu bedienen, um uns aus unserer ‚selbstverschuldeten Unmündigkeit' zu befreien.", formuliert von Franz Alt gegen Ende seines Beitrags "Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik", kann als Schlüsselsatz des aufklärenden Buches

Eine bessere Welt ist möglich

erkannt werden.

Dessen erstes Drittel beschäftigt sich mit dem gegenwärtigen Zustand der Welt und dem extremen Ungleichgewicht zwischen den Industrieländern und den Ländern der Dritten Welt, von Franz Alt in bekannter und bewährter kritisch-analytischer Art aufgearbeitet. Als bewährt ist diese Art insofern zu werten, da sich der engagierte Journalist seit Jahrzehnten unermüdlich für ein Umdenken in verschiedenen elementaren Lebensbereichen einsetzt und damit bemerkenswerte Ergebnisse erzielt hat.

Seine Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Weltzustandes ist nüchtern, ohne eine Spur von Selbstbetrug. Sein Ausblick ist im wahrsten Sinne des Wortes vernichtend für die gesamte Erdbevölkerung, sollte nicht raschest der "unheiligen Allianz" von "Big Oil" und "Big Money" abgeschworen werden.

Wie derlei zu bewerkstelligen sein könnte, macht er anhand der Ziele der Global Marshall Plan Initiative, die im Jahr 2003 von namhaften national und international agierenden Institutionen ins Leben gerufen wurde, deutlich. Die Forderung nach mehr Gerechtigkeit, dauerhaftem Frieden und nachhaltiger Wirtschaft als solide Basis für eine menschenwürdige Welt ist bereits in minimalen Ansätzen dabei, erfüllt zu werden. Allerdings bedarf es zur globalen Umsetzung eines ganzen "Meers an Solidarität in der Welt" zitiert Franz Alt den ehemaligen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher aus dem Jahr 2003.

Als Ende 2004 das Meer in Südasien unvorstellbares Leid anrichtete und weltweit eine Welle der Hilfsbereitschaft zeitigte, erkannten Franz Alt, Rosi Gollmann und Rupert Neudeck dies als ein Zeichen dafür, weitere und andauernde Solidarität mit den Armen dieser Welt einzufordern und ihre diesbezüglichen Gedanken zu Papier zu bringen.

Rosi Gollmann berichtet anhand einer Fülle von Beispielen über "Praktische Entwicklungsarbeit mit menschlichem Gesicht", deren Anliegen es ist, "Menschen, die in Not und Armut leben, unter Hunger und Krankheit leiden, dazu ständig Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung erfahren, in Solidarität die Hand" zu reichen. Vier Jahrzehnte des Einsatzes im Bereich nichtstaatlicher Entwicklungsarbeit haben beachtliche Wirkung erzielt und Rosi Gollmann gelehrt: Eine bessere Welt ist möglich.

Rupert Neudeck, 1979 Mitbegründer des Deutschen Komitees Ein Schiff für Vietnam, weltweit bekannt unter dem Namen Cap Anamur, und Gründer der Grünhelme, weiß "Von Lügen, Lobbys und echter Hilfe" zu berichten und stellt fest, einfache, wenige Botschaften seien zu beherzigen, um diese Welt besser zu machen. Sechs dieser einfachen Botschaften bleibt er nicht schuldig.

Festzuhalten ist nach der Lektüre dieses wegweisenden Buches: Da es dringend an der Zeit ist, uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen, sollte Franz Alts Vorschlag im Vorwort "Wer sich nicht [zur Aktivität] anstecken lassen möchte, sollte ab hier nicht mehr weiterlesen, er vergeudet nur sein Zeit" nicht nachgekommen werden - schon aus simplem Eigeninteresse an einem Leben in einer besseren Welt.

Das Buch ist im
Riemann Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Eine bessere Welt ist möglich

Eine bessere Welt ist möglich
Ein Marshallplan für Arbeit, Entwicklung und Freiheit

Franz Alt, Rosi Gollmann, Rupert Neudeck

320 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, Riemann Verlag

Gleich bestellen


Webseiten zum Thema:
www.sonnenseite.com
www.andheri-hilfe.de
www.cap-anamur.org
www.gruenhelme.de


Zurück zur Übersicht

News | Facts | Inhalt | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert | Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino
Events | Thermen | Sport | Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping | Stadtteile | Umgebung | Elsass
Auskunft + Ämter | Bücher-Shop | Awards | Links | Kontakt | Impressum | Datenschutz