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Das Schwarzacher Münster
Von Baden-Baden aus erreichen Sie Schwarzach
(Rheinmünster) mit dem Auto in ca. 30
Minuten.
In der Ende des neunten Jahrhunderts geschriebenen
Pirminsvita wird Suarzaha (Schwarzach) als
Gründung Pirmins genannt. Das Kloster wird im
Jahr 826 zum ersten Male urkundlich erwähnt.
Ab wann der Ort Schwarzach am Kloster entstand,
lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen. Als
die Benediktiner das Kloster an der Schwarzen Ache
gründeten, gab es Schwarzach noch nicht.
1032 gab König Konrad II. das Kloster als
Lehen an die Bischöfe von Speyer, die das
Kloster finanziell ausbeuteten. Erst Heinrich IV.
entließ das Kloster aus der
Lehensabhängigkeit von Speyer. Im 13.
Jahrhundert musste sich die Abtei mit ihren
Vögten, vor allem den Rittern von Windeck,
auseinandersetzen. Die weitere herrschaftliche
Zuordnung des Klosters ist schwierig. Gegen die von
den Markgrafen von Baden aus ihrer seit 1422
bestehenden Schutzherrschaft über das Kloster
abgeleiteten landesherrlichen Rechte klagte das
Kloster über die Jahrhunderte. Ein Prozess vor
dem Reichskammergericht in Wetzlar wurde bis zum
Ende des Klosters nicht entschieden. Das Kloster
musste durch den Bauernkrieg 1525 und den
30jährigen Krieg Zerstörungen erdulden.
1653 erfolgte die Übertragung der Gebeine der
Heiligen Rufina nach Schwarzach, was ein
Wiederaufleben des klösterlichen Lebens
bewirkte. Das Kloster wurde auch im
Pfälzischen Erbfolgekrieg 1688–1697
beschädigt, aber bereits um 1724/32 nach
Plänen von Peter Thumb in barockem Stil um so
prächtiger erneuert. 1802/03 beendete die
Säkularisation die Existenz des Klosters
Schwarzach; Baden übernahm Besitz und
Gebäudekomplex. Von der ehemaligen
Klosteranlage sind außer der Kirche nur noch
einige Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude mit
dem Klosterportal aus den Jahren 1761 bis 1790
vorhanden.
Das heute erhaltene, 1220-1225 erbaute
Kirchengebäude ist bereits die vierte Kirche
an dieser Stelle. Sie ist der einzige in Backstein
ausgeführte Großbau der Romanik am
Oberrhein. An der Ostseite erkennt man, dass die
frühesten Bauteile aus rotem Sandstein
errichtet sind, doch auf halber Höhe wechselt
das Material zu Backstein. Die Westfassade dagegen
ist wieder vollständig aus Sandstein. An ihrer
Wand sieht man noch die Ansätze einer
Vorhalle. Das Westportal hat ein Tympanon mit
Christus zwischen den Aposteln Petrus und Paulus.
Die im Langhaus flachgedeckte Säulenbasilika
vertritt einen für die Bauzeit im 13.
Jahrhundert extrem konservativen Bautypus. Das
zeigt sich insbesondere im Verzicht auf die
vollständige Einwölbung und am Festhalten
an der Säule als Stützenform. Andernorts
entstanden damals bereits die Kathedralen der
Hochgotik. Lediglich das Chorjoch ist
kreuzrippengewölbt. Die Nebenchöre enden
in Apsiden, so dass ein Dreiapsidenchor entsteht.
Ursprünglich waren an den Querarmen noch zwei
weitere Apsiden angebaut, so dass eine
eindrucksvolle Ostansicht mit fünf Apsiden
entstand (rekonstruiert). Der Bau folgt dem Vorbild
der nahegelegenen Abteikirche Gengenbach und stellt
einen der letzten Vertreter der romanischen
Flachdeckenbasiliken in der deutschen Architektur
dar. Gotische Spitzbögen finden sich an den
Schallfenstern des später entstandenen
Vierungsturms. Teile des Chorgestühles stammen
aus der Renaissance, während aus dem Barock
der in den linken Querhausarm versetzte Hochaltar
von 1752 und die Orgel auf der Westempore stammt.
Die heutige Gestalt, die ein stilreines Bild der
romanischen Architektur vermitteln soll, ist auf
eine Restaurierung in den 1960er Jahren
zurückzuführen, bei der barocke und
historistische Ausstattungselemente entfernt oder
umgesetzt wurden. (Quelle: Wikipedia)
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