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Schloss Gesamtansicht

Schloss - Detail

Schloss - Detail

Fotos: Wolfgang Peter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Baden-Baden Umgebung


Das Rastatter Schloss

Zwischen 1700 und 1707 ließ der Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (Türkenlouis) in der weiten Rheinebene nach den Plänen des Architekten Rossi eine neue Residenz errichten, denn sein Stammschloss in Baden-Baden genügte seinen repräsentativen Bedürfnissen nicht mehr.

Auf dem Gebiet des Dorfes Rastatt, das er kurzerhand 1700 zur Stadt erhob, plante er eine weitläufige Anlage aus Schloß, Garten und Stadt.

Nachdem sich Ludwig Wilhelms Hoffnungen auf die polnische Königskrone zerschlagen hatten, war er gezwungen, sich endgültig in seinen eigenen Landen niederzulassen und mit einem angemessenen architektonischen Rahmen den größeren Höfen nachzueifern.

Das Schloss in Rastatt zählt heute mit dem Mannheimer Schloss zu den größten Barockschlössern in Südwestdeutschland und vor allem (man beachte) zu den frühesten und detailiertesten Nachahmungen des Versailler Schlosses.

Beeindruckend sind die reichlichen Stuckdekorationen und die imposanten Deckengemälde, die bekannte italienische Künstler gemalt hatten. Im Ahnensaal, auch vielmals als Festsaal genutzt, fallen sofort die Stuckfiguren auf, die türkische Gefangene darstellen. Sie erinnern an die Siege des Markgrafen Ludwig I, der Türkenlouis über die Osmanen.

Die Prachtentfaltung an der Murg sollte jedoch schon bald ein Ende finden. Kaum 70 Jahre nach dem Tode des Türkenlouis stirbt auch sein letzter Nachkomme. Das Schloß geht über an die markgräfliche Linie derer von Baden-Durlach, die das Schloss nicht benötigen. Nachdem das kostbare Inventar verkauft ist, bleibt eine Residenz zurück, die nie mehr als solche genutzt werden wird.

Eine Besichtigung des Rastatter Schlosses ist fast schon ein Muss, wenn man einige Tage in Baden-Baden verbringt.

Im Erdgeschoss sind noch zwei interessante Museen untergebracht: Das Freiheitsmuseum im linken Flügel, das auf Anregung des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann als Freiheitsmuseum und Erinnerungsstätte an die Badische Revulution eingerichtet wurde.
Im rechten Flügel findet man das Wehrgeschichtliche Museum. Zu sehen gibt es beispielsweise alte Uniformen, Rüstungen, Blank - und Feuerwaffen, Orden, Gemälde, sowie ein plastisch aussehendes Schaubild, das die Schlacht bei Slankamen gegen die Türken im Jahre 1691 darstellt.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden


Information:
Schloss Rastatt, Herrenstraße 18
76437 Rastatt, Telefon 07222-978-385

Besichtigungsmöglichkeiten:
Die Prunkräume der Beletage können nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Es werden auch Sonderführungen zu den Themen Geschichte, Architektur, Kunst und Hofzeremoniell angeboten unter dem Motto "Aspekte eines Zeitalters", für Schulklassen auch mit Rollenspiel. Anmeldungen zu Führungen und Sonderführungen beim Schloss. Ein besonderes Angebot ist die SchlossCard "Sesam öffne Dich", mit der man günstig elf badische Schlösser besichtigen kann. Erhältlich ist diese SchlossCard direkt an den Schlosskassen. Hier erhalten sie auch telefonische Auskunft.

Führungen:
stündlich, letzte Führung jeweils eine Stunde vor Schließung. Sonderführungen nach Vereinbarung.
Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
1. November bis 31. März: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Wer weiter auf den markgräflichen Spuren wandeln will, dem bieten sich in Rastatt noch einige Gelegenheiten. Sibylla Augusta entfaltete nach dem Tod des Markgrafen zusammen mit ihrem Baumeister Michael Ludwig Rohrer eine rege Bautätigkeit. 1715 ließ sie die Einsiedelner Kapelle errichten. Wenige Jahre später folgte die Pagodenburg, ein Teehaus inmitten einer Gartenanlage. Heute stellen hier heimische Künstler aus. (Informationen zu den Ausstellungen unter Telefon 07222-22625).

Beide Bauwerke sind zwischen Badner Halle und Wasserturm zu finden. Ein weiteres barockes Kleinod gibt es ganz in der Nähe zu besichtigen:
Schloss Favorite, die Sommerresidenz von Sibylla Augusta. Das nie vollendete Jagdschloss in Rastatt stand hier Pate. Das Schloss bietet eine außergewöhnliche Innenausstattung und kostbare Keramik- und Glassammlungen. Das älteste deutsche Porzellanschloss ist das einzige, das in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb.

Wer sich nicht nur für Schlösser und seine fürstlichen Bewohner, sondern auch für die Geschichte der Stadt Rastatt interessiert, sollte einen Blick ins Stadtmuseum werfen, gleich gegenüber dem Rastatter Schloss. Aber natürlich wird man auch hier dem Türkenlouis und seiner Frau begegnen.
Stadtmuseum Rastatt, Herrenstraße 11,
76437 Rastatt


Der Landkreis Rastatt
Ludwig Wilhelm I. - Biografie
Plan des Rastatter Schlosses
Das Wehrgeschichtliche Museum
Das Freiheitsmuseum
Zum Schloss Favorite

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Ein badisches Intermezzo?
Die Markgrafschaft Baden-Baden im 18. Jahrhundert
Herausgegeben von Rainer Brüning und Clemens Rehm
60 Seiten mit zahlreichen Abb., broschiert, Verlag Förderverein des Generallandesarchivs Karlsruhe e.V.

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