Zum Inhaltsverzeichnis

 




BADEN-BADEN   Umgebung
Die Ortenau


Lahr

Lahr liegt etwa 15 km südlich von
Offenburg bzw. 38 km nördlich von Freiburg im Breisgau. Sie ist nach der Kreisstadt Offenburg die zweitgrößte Stadt des Ortenaukreises und bildet ein Mittelzentrum im Oberzentrum Offenburg, zu dem außer Lahr noch die Städte und Gemeinden Ettenheim, Friesenheim (Baden), Kappel-Grafenhausen, Kippenheim, Mahlberg, Meißenheim, Ringsheim, Rust, Schuttertal, Schwanau und Seelbach gehören.

Die Schutter betritt vom Schwarzwald kommend im Südosten das Lahrer Stadtgebiet, durchfließt dann in nordwestlicher Richtung die Stadtteile Reichenbach und Kuhbach, anschließend die Kernstadt (die Altstadt liegt am rechten Ufer des Flusses) und den Stadtteil Dinglingen, wo sich der Fluss nach Norden wendet, dann den Stadtteil Hugsweier durchfließt, um das Stadtgebiet dann wieder zu verlassen. Unweit von Dinglingen zweigt der Schutterentlastungskanal ab.

Die Siedlung entstand um eine Tiefburg der Geroldsecker aus dem Jahre 1220 und wurde vermutlich 1278 zur Stadt erhoben. Das 1377 erneuerte Stadtprivileg bildete bis zum Ende des Alten Reichs den Eckpfeiler der städtischen Freiheiten und erlaubte im 18. Jahrhundert wegen seiner deutlichen Steuerprivilegien den Aufschwung der Stadt als Handelszentrum.

Stadt und gleichnamige Herrschaft blieben bis 1426 im Besitz der Herren von Geroldseck. Ihre Erben waren die Herren von Moers-Saarwerden, welche die halbe Herrschaft 1442 an das Land Baden verpfändeten. Dieses kaufte 1497 seinen Teil. Die andere Hälfte gelangte 1522 an das Haus Nassau-Saarbrücken. Beide Herrschaften führten die Reformation ein und verwalteten die Stadt und ihr Umland als Kondominat bis 1629, als Lahr ganz zu Nassau kam. Schon sehr früh wurde Lahr Amtsstadt.

Nach starken Bevölkerungsrückgängen im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1677 während des Holländischen Kriegs von französischen Truppen unter dem Marschall Chréquy in Brand gesetzt. Wichtigste Ereignisse im 18. Jahrhundert sind die verschiedenen "Lahrer Prozesse" der Bürgerschaft gegen ihre eigene Landesherrschaft, die 1726 und 1778 zu Gunsten der Bürger entschieden wurden und in der Stadt das von der Herrschaft intendierte absolutistische System verhinderten.

1803 kam Lahr mit seinem Umland an Baden und die Stadt wurde Sitz eines badischen Amtes, das im Laufe der Geschichte mehrmals verändert wurde.

Im 19. Jahrhundert war Lahr eine bedeutende Druckerstadt. So hat auch der Burda-Verlag, der heute im benachbarten Offenburg beheimatet ist, den Ursprung seiner Firmengeschichte z.T. in Lahr. Schon zwischen 1898 und 1919 sowie 1936 bis 1945 war Lahr Garnisonsstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lahr Stützpunkt französischer Streitkräfte (bis zum NATO-Austritt Frankreichs). Von 1969 bis in die 1990er Jahre hatte das Hauptquartier der kanadischen NATO-Steitkräfte in Europa hier seinen Sitz. Durch den anschließenden Zuzug ehemaliger Russlanddeutscher bzw. Spätaussiedler, insgesamt 9000 Menschen, und von ca. 4000 Menschen anderer Nationalitäten hat derzeit etwa jeder vierte Bürger Lahrs einen Geburtsort in dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte blieb eine kleine Gemeinde kanadischer Bürger - ca. 200 meist ehemalige Zivilangestellte des Militärs - in Lahr zurück.

Bereits 1939 war Lahr Kreisstadt des aus dem bisherigen Bezirksamt Lahr hervorgegangenen Landkreises Lahr geworden, der später das Kfz-Kennzeichen "LR" bekam. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Lahr aufgelöst und seine Gemeinden dem neu gebildeten Ortenaukreis zugeordnet.

Stadtteile:
Auch die Stadtteile Lahrs haben eine lange Geschichte. Die meisten gehörten zur Herrschaft Lahr (Hugsweier, Burgheim, Dinglingen, Langenwinkel, Mietersheim und Sulz) und teilten folglich die Geschicke der Stadt. 1803 kamen sie an Baden und waren Gemeinden im Amtsbezirk Lahr, bevor sie in die Stadt Lahr eingegliedert wurden. Hugsweier wurde 1341 als "Hugeswilre", Burgheim 1035 als "Burcheim", Dinglingen 961 als "Tuntelinga", Mietersheim 762 als "Mutherisheim" und Sulz 1270 als "Sulz" erstmals erwähnt.

Langenwinkel ist ein recht junges Dorf. Es wurde zunächst ab 1787 auf der Gemarkung Dinglingen im nassauischen Waldgebiet, das hierfür gerodet wurde, angelegt. 1790 wurde das erste Haus errichtet und 1797 wurde Langenwinkel eine selbständige Gemeinde, die mit Lahr 1803 an Baden kam. Nach 1951 wurde in der unmittelbaren Nachbarschaft der Flugplatz der kanadischen Streitkräfte angelegt. Dies führte zu einer erheblichen Belastung für die Einwohner Langenwinkels. 1965 beschloss daher das Bundesverteidigungsministerium, den Ort zu verlegen. Er wurde einige Kilometer südöstlich unweit des Hurster Hofes zwischen 1968 und 1971 neu angelegt.

Kippenheimweiler wurde 1417 als "Wilre" bzw. 1462 als "Kippenwiler" erstmals erwähnt. Es war ein Ausbauort Kippenheims und kam mit diesem 1629 an die badische Herrschaft Mahlberg, ab 1810 zum Amt Ettenheim und erst nach dessen Auflösung 1924 zum Bezirksamt Lahr.

Kuhbach wurde 1035 als "Cuobach" erstmals erwähnt. Es gehörte zunächst den Geroldseckern und kam bei dessen Teilung 1278 an Hohengeroldseck (Vogtei Seelbach). Kirchlich gehörte es zunächst zur Burgheim, dann zur Pfarrei Lahr. Nach der Gegenreformation in Hohengeroldseck wurde der Ort wieder katholisch. Der Ort kam erst 1819 an Baden und wurde dann dem Bezirksamt Lahr zugeordnet.

Reichenbach wurde 1270 als "Richenbach" erstmals erwähnt. Der Ort war im zwischen Geroldseck und Tiersberg geteilt. Der Tiersberger Teil kam im 14. Jahrhundert über Schwarzenberg und Ettendorf, Hummel von Staufenberg nach und nach an Baden, die den Ort an die Röder zu Lehen gaben. Der hohengeroldseckische Teil kam über die Cronberg an die Grafen von der Leyen. Reichenbach war zunächst evangelisch, wurde aber ab 1658 wieder katholisch. Der baden-rödersche Teil kam 1806 an die Grafschaft Geroldseck, wurde mit dieser 1815 österreichisch und wurde 1819 an Baden (Amt Hohengeroldseck) abgetreten. Erst 1832 kam Reichenbach zum Bezirksamt Lahr.

Sehenswürdigkeiten:
Der Storchenturm ist das Wahrzeichen der Stadt. Es handelt sich um den Rest der ehemaligen Tiefburg derer von Geroldseck, der ebenso wie Reste der alten Stadtmauer noch erhalten ist.

Sehenswert ist auch der Stadtpark mit Museum in der Villa Jamm und die Hammerschmiede im Stadtteil Reichenbach.


Links:
Oberkirch, Offenburg, Kehl, Achern
Alle Ortschaften
Ortenauer Weinpfad
Acher- und Renchtal


Eine kulinarische Entdeckungsreise durch die Ortenau und Baden.

Dieter Simon,
Gustav C. Buchal
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten, Umschau-Verlag


Gleich bestellen



Inhalt | News | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert
Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino | Events | Thermen | Sport
Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping
Stadtteile | Umgebung | Elsass
Adressen | Forum | Gästebuch | Shop | Awards | Links