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BADEN-BADEN
Umgebung
Die Kinzig
Die Kinzig durchfließt den Schwarzwald und
die Oberrheinische Tiefebene auf einer Länge
von 95 km. Sein Tal und die Nebentäler bilden
das größte Talsystem des Schwarzwaldes.
Je nach Definition ist das Kinzigtal die Grenze
zwischen Nord- und Mittlerem Schwarzwald oder Teil
des Mittleren Schwarzwaldes. Sein gesamter Verlauf
liegt im Bundesland Baden-Württemberg. Der
Name des Flusses soll keltischen Ursprunges
sein.
Mit der Murg bildete die Kinzig in der
Würmeiszeit ein gemeinsames Flusssystem
(Kinzig-Murg-Fluss).
Flussverlauf:
Die
Kinzig entspringt auf der Gemarkung der Gemeinde
Lossburg im Landkreis Freudenstadt. Sie fließt zunächst in
südliche Richtung und knickt dann
allmählich nach Westen ab. Dabei
verläßt sie kurz nach Alpirsbach den
Landkreis Freudenstadt und streift den Landkreis
Rottweil. Den größten Teil ihres Laufes
durchquert sie den Ortenaukreis. Bei der Stadt Offenburg verläßt sie den
Schwarzwald und mündet bei Kehl in den Rhein. In ihrem oberen Lauf
ist die Kinzig ein typischer Gebirgsfluss, die in
ihrer Geschichte auch schon manche schwere
Überschwemmung verursacht hat. Im mittleren
und unteren Verlauf wurde die Kinzig in ein sehr
geradliniges Bett mit hohen Deichen gezwängt.
Im Mündungsbereich der Kinzig bzw. der
Schutter in die Kinzig wird eine Renaturierung
durchgeführt.
Zuläufe:
Flößer am Zusammenfluss von Kinzig und
Wolfach während des Flößerfestes im
Sommer 2004 in Wolfach.In die Kinzig münden
folgende Flüsse: Rötenbach, Kleine Kinzig
(mit Talsperre Kleine Kinzig), Schiltach, Wolfach,
Gutach, Harmersbach und Schutter.
Flößerhandwerk:
Die Kinzig hatte in früheren Zeiten
große Bedeutung für die
Flößerei. Die früheste
Erwähnung dieses Handwerkes auf der Kinzig
stammt aus dem Jahre 1339. Das letzte aus
Handelsgründen gebaute Floß fuhr 1896
auf der Kinzig. Noch heute erinnern
Flößerfeste, Flößermuseen in
Gengenbach und Wolfach, sowie zahlreiche technische
Anlagen wie Stauwehre an diese Zeit.
Tierwelt:
Eine Wiederansiedlung von Lachsen (Salmen) in der
Kinzig wird seit 2002 durch Aussetzen von
Junglachsen und Beseitigung von Hindernissen
versucht. Diese Bemühungen zeigten Anfang 2005
erste Erfolge, als nach 50 Jahren erstmals wieder
Lachslaich in einem baden-württembergischen
Fluss gefunden wurde.
Verkehr:
Die Breite, die Länge und der günstige
Ost-West-Verlauf im mittleren und unteren Tal
machen das Kinzigtal wichtig für die
Verkehrsführung. So unterhielten bereits die
Römer eine Straße, die das Tal
durchquerte: Die Kinzigtalstraße ist eine
römische Militärstraße und wurde
unter dem römischen Kaiser Vespasian in den
Jahren 73/74 von Offenburg durch das Kinzigtal in
das gleichzeitig gegründete römische
Rottweil (Arae Flaviae) und weiter nach Tuttlingen
gebaut. Ihr Hauptzweck war die Verkürzung der
strategisch wichtigen Verbindung Mainz-Augsburg,
die bis dahin nur über das Rheinknie bei Basel
möglich war. Während des
Bataveraufstandes im Jahre 69/70 erwies sich dieser
Umweg als Problem.
Im Zuge des Baus dieser Straße wurden mehrere
Kastelle anlegt, neben Rottweil die Lager in
Offenburg-Rammersweier, Offenburg-Zunsweier,
Waldmössingen, Sulz,
Geislingen-Häsenbühl, sowie - als Teil
des Alblimes - die Kastelle in Frittlingen,
Lautlingen und Burladingen-Hausen. Das Lager
Burladingen befand sich als einzige dieser Anlage
auf rätischem Gebiet, die anderen Kastelle
waren obergermanisch. Die überraschende
Entdeckung des Kastells in Frittlingen im Jahre
1992 nur wenige Kilometer südöstlich von
Rottweil belegt, dass der Bau der
Kinzigtalstraße mit einem dichten Netz an
Militärposten intensiv abgesichert wurde. Die
Vermutung, dass auch im Kinzigtal selbst mindestens
ein weiteres römisches Kastell gelegen habe,
hat dadurch neue Plausibilität erhalten. Bis
dahin stützte sie sich nur auf die große
Entfernung zwischen den Kastellen in Offenburg und
Waldmössingen, die ein oder zwei weitere,
bislang unentdeckte Kastelle vermuten ließ.
Auch in Rottenburg wird ein römisches Kastell
des späten 1. Jahrhunderts vermutet, ob es
schon 73/74 entstand oder erst um 98 n. Chr. ist
unbekannt.
Ungefähr zeitgleich mit dem Bau der
Kinzigtalstraße entstanden auch weiter
nördlich römische Forts östlich des
Rheins, so in Frankfurt (?), Frankfurt-Heddernheim,
Okarben, Groß-Gerau, Gernsheim (?), Ladenburg
(Lopodunum), Heidelberg und Baden-Baden (Aquae). Ob
es sich dabei eher um einzelne Vorposten handelt
oder ob die Grenze des römischen Reichs
zwischen ca. 73 und 98 n. Chr. schon generell
entlang einer fest definierten Linie östlich
des Rheins verlief, ist bislang unklar.
Vermutlich ab dem Jahre 98 wurde dann das heutige
Südwestdeutschland bis zum Odenwald und zum
Neckar römisch. Die Verbindung Mainz-Augsburg
verkürzte sich dadurch weiter und die
Kinzigtalstraße verlor ihre
überregionale Bedeutung.
Heute führt die Bundesstraße 33 ab
Offenburg parallel zur Kinzig. Im oberen Tal zweigt
sie jedoch ab und folgt der Gutach in Richtung
Villingen-Schwenningen. Ab Hausach führt die
Bundesstraße 294 entlang der oberen Kinzig in
Richtung Freudenstadt.
Auch für die Eisenbahn hat das Tal mit der
Schwarzwaldbahn eine wichtige Bedeutung. Diese
führt von Offenburg bis Hausach. Dort knickt
sie ins Gutachtal ab, um weiter nach Konstanz am
Bodensee zu führen. Im oberen Kinzigtal
verläuft die Kinzigtalbahn von Hausach nach
Freudenstadt.
Orte an der Kinzig:
(in Flussrichtung)
Lossburg
Alpirsbach
Schenkenzell
Schiltach
Wolfach
Gutach
Hausach
Fischerbach
Haslach
Steinach
Biberach
Gengenbach
Berghaupten
Ohlsbach
Ortenberg
Offenburg
Willstätt
Kehl
Links:
Oberkirch, Offenburg, Lahr, Kehl, Achern
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Ortschaften
Ortenauer
Weinpfad
Acher-
und Renchtal
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Eine kulinarische
Entdeckungsreise durch die Ortenau und
Baden.
Dieter Simon,
Gustav C. Buchal
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten,
Umschau-Verlag

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