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BADEN-BADEN
Umgebung
Die
Ortenau
Kehl
Kehl
liegt gegenüber von Straßburg etwa gleichweit (ca. 64 km)
zwischen Karlsruhe im Norden und Freiburg im
Breisgau im Süden gelegen. Sie ist nach der
Kreisstadt Offenburg und nach Lahr die drittgrößte Stadt
des Ortenaukreises und bildet ein Mittelzentrum im
Bereich des Oberzentrums Offenburg, zu dessen
Mittelbereich noch die Stadt Rheinau und die
Gemeinde Willstätt gehören.
Verflechtungen gibt es auch mit dem Raum
Straßburg in Frankreich.
Das Stadtgebiet Kehls besteht aus der Kernstadt und
den im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre
eingegliederten ehemaligen Gemeinden Auenheim,
Bodersweier, Goldscheuer, Hohnhurst, Kork,
Leutesheim, Neumühl, Odelshofen, Querbach und
Zierolshofen.
Kehl wurde im Jahr 1038 als erstmals urkundlich
erwähnt. 1333 wurde mit dem Bau der ersten
Rheinbrücke zwischen Kehl und Straßburg
begonnen und ab 1388 bestand eine permanente
Verbindung zwischen beiden Orten. Seit jeher war
Kehl ein Bestandteil der Verteidigung
Straßburgs. Im 15. Jahrhundert gab es drei
Siedlungen, das eigentliche Kehl
(Brückenkopf), das sogenannte
"Mitteldörfel" (Nachkommen der wegen
Überschwemmungen aufgegebenen Orte Iringheim,
südwestlich und Hundsfeld, oberhalb des
heutigen Kehls) und das Dorf Sundheim. Die
Siedlungen gehörten zu verschiedenen
Herrschaften, darunter die Herren von Geroldseck
und von Böcklin, von Nassau, Grohstein und
Bock, die sich die Rechte teilten. 1497 gelangte
die Hälfe des Besitzes an die Markgrafen von
Baden.
Nachdem Kehl 1678 unter Ludwig XIV. von Frankreich
eingenommen wurde, begann 1683 der Bau einer neuen
Festung durch den Militär-Architekten
Sébastien Le Prestre de Vauban. Diese
Festung wurde 1698 wieder badisch und gehörte
ab 1771 zur Markgrafschaft Baden-Durlach. Im Osten
der Festung Kehl hatten die Bewohner des alten
Dorfes Kehl ein neues Dorf Kehl gegründet, das
bis 1910 eine eigenständige Gemeinde
blieb.
1774 wurde die innerhalb der Festung gelegene
Gemeinde Kehl durch Markgraf Karl Friedrich von
Baden die Stadtrechte verliehen. Nach mehreren
Wechseln zwischen Frankreich, Baden und
Österreich, wurden die Festungsanlagen 1815
bei der Rückgabe an Baden ("Pariser Friede")
zurückgebaut. Stadt und Dorf Kehl (mit
Sundheim) gehörten dann zum Amtsbezirk Kehl,
dessen Sitz damals in Kork war.
Zwischen 1842 und 1847 wurde die erste Hafenanlage
durch die Badische Staatseisenbahnverwaltung
angelegt. Durch den Bau der Eisenbahnbrücke
1861 war es zum ersten Mal möglich direkt von
Paris nach Wien zu reisen. Die hierfür
notwendigen Zugwechsel wurden in Kehl
durchgeführt.
Während des Deutsch-Französischen Krieges
1870/71 wurde die wehrlose Stadt dann erneut Ziel
französischer Angriffe und zerstört.
1881 wurde der Sitz des Amtes Kehl von Kork nach
Kehl verlegt. Im späten 19. Jahrhundert wurde
zur Verteidigung Straßburgs gegen Frankreich
ein Netz bestehend aus zwölf Forts angelegt.
Das Fort Blumenthal bei Kehl-Auenheim wurde im
Ersten Weltkrieg zerstört. Die beiden anderen
"Kehler" Forts Bose und Kirchbach wurden nach dem
Zweiten Weltkrieg gesprengt. Zwischen 1919 und 1930
war Kehl von Straßburg besetzt.
1924 wurde der Amtsbezirk Kehl in den Landkreis
Kehl überführt, der 1936 nach Aufhebung
des Landkreises Oberkirch noch einige Gemeinden
erhielt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde
Kehl Vorort von Straßburg. Dieser Status
blieb auch nach dem Ende der Zeit des
Nationalsozialismus erhalten. Die Freigabe Kehls
erfolgte gemäß dem Washingtoner Abkommen
in 42 Teilfreigaben vom 29. Juli 1949 bis zum 8.
April 1953. In jener Zeit (1945 bis 1953) war
Sundheim eine eigenständige Gemeinde, die dann
wieder mit der Stadt Kehl vereinigt wurde. Die
Stadt und der gesamte Landkreis Kehl gehörte
danach zum Regierungsbezirk Südbaden innerhalb
Baden-Württembergs. 1960 wurde die
Europabrücke nach Straßburg
eröffnet.
Im Zuge der Gemeindereform wurde Kehl 1972
Große Kreisstadt und bei der Kreisreform zum
1. Januar 1973 wurde der Landkreis Kehl
aufgelöst und sein Gebiet überwiegend dem
neu gebildeten Ortenaukreis zugeteilt.
Die städtebauliche Verbindung von Kehl und
Straßburg wurde durch die Landesgartenschau
Baden-Württemberg 2004 trotz hoher Kosten
mangels einer Gesamtkonzeption nicht wesentlich
verbessert. So fehlt eine sinnvolle Anbindung der
Fußgänger- und Radfahrbrücke, die
Kehl und Straßburg seither über den
Rhein hinweg verbindet - obgleich sie Gesamtkosten
von etwa 22 Mio Euro verursachte und damit etwa
doppelt so teuer wie veranschlagt wurde.
Stadtteile:
Auenheim wurde 888 als Ouuanheim
und Hohnhurst 1295 erstmals erwähnt. Die Orte
gehörten zum Amt Willstätt der Grafschaft
Hanau-Lichtenberg und kamen 1803 an Baden. Danach
waren sie Gemeinden im Amtsbezirk Kork bzw.
Kehl.
Bodersweier wurde 884 als Bothalaswileri,
Leutesheim 1233 als Lutensheim und Zierolshofen
1295 erstmals erwähnt. Alle drei Orte
gehörten später zur Grafschaft
Hanau-Lichtenberg und waren Teil des Gerichts
Rheinbischofsheim im Amt Lichtenau. 1803 kamen die
Orte an Baden und wurden dem Amt Rheinbischofsheim
zugeordnet. Bei dessen Auflösung 1857 kamen
sie zum Amt Kork bzw Kehl.
Goldscheuer wurde 1425 als Goldschure erstmals
erwähnt. Es war ein Ausbauort von Marlen, zu
dem es stets gehörte. Marlen wurde 1282 als
Marheim erstmals erwähnt. Der zugehörige
Ort Kittersburg wurde 1283 als Kuterschburg
erstmals erwähnt. Alle drei Orte gehörten
im Laufe der Geschichte zu wechselnden
Herrschaften. Teile gehörten zur Grafschaft
Hanau-Lichtenberg und zur Grafschaft Ortenau. 1803
kamen die Orte an Baden und bildeten die Gemeinde
Marlen im Oberamt Offenburg. 1936 wurde der Name
der Gemeinde in Goldscheuer geändert und diese
dem Bezirksamt bzw. Landkreis Kehl zugeordnet.
Kork wurde 778 als "villa" in einem Schenkungsbrief
an das Kloster Eschau erstmals erwähnt. Kork
war Hauptort und Sitz des Schultheißenamtes
einer Waldgenossenschaft für weitere Gemeinden
des Umlandes. Es war Lehen der Herren von
Fürstenberg, später gehörte es zur
Grafschaft Hanau-Lichtenberg und war Sitz des
Gerichtes im Amt Willstätt, dessen Sitz Anfang
des 18. Jahrhunderts nach Kork verlegt wurde. Auch
nach dem Übergang an Baden blieb Kork noch
Sitz des Amtes, bis dieses 1881 nach Kehl verlegt
wurde.
Neumühl wurde 1271 als apud novum molendinum,
Odelshofen 1310 als Otolzhofen und Querbach 1372
erstmals erwähnt. Alle drei Orte waren
Ausbausiedlungen von Kork und teilten daher die
Geschicke Korks. Sie gehörten zum Gericht Kork
im Amt Willstätt der Grafschaft
Hanau-Lichtenberg. Nach dem Übergang an Baden
gehörten sie weiterhin zum Amtsbezirk Kork
bzw. Kehl. Neumühl war ab 1919 Teil des
französischen Brückenkopfs Kehl.
Museen:
Das Hanauer Museum zeigt die Ur- und
Frühgeschichte im Raum Kehl. Im
Handwerksmuseum Kork findet man Ausstellungen zur
Fischerei am Oberrhein, zum Münsterbau im
Mittelalter zur Zeitmessung und über den
Fachwerkbau.
In Goldscheuer befindet sich in der Alten Schule
ein Heimatmuseum.
Links:
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Oberkirch, Offenburg, Lahr, Achern
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Ortenauer
Weinpfad
Acher-
und Renchtal
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Eine kulinarische
Entdeckungsreise durch die Ortenau und
Baden.
Dieter Simon,
Gustav C. Buchal
Gebundene Ausgabe, 144 Seiten,
Umschau-Verlag

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