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BADEN-BADEN
Umgebung
Landkreis Calw
Dobel
Dobel ist ein heilklimatischer Kurort im
Landkreis
Calw.
Der Ort liegt auf der Kuppe des gleichnamigen
Berges zwischen dem Enz- und dem Albtal oberhalb
von Bad Herrenalb im Nordschwarzwald in 680 bis 720
Meter Höhe. Nahezu 90 Prozent der
Gemeindemarkung sind bewaldet. Neben einigen
Schwarzwaldgipfeln gehört auch der
nördlich des Bachs zum Ort hin gelegene Teil
des oberen Eyachtals mit dem Ortsteil
Eyachmühle zum Gemeindegebiet.
Geologisch liegt Dobel im Gebiet des Buntsandsteins
innerhalb des Süddeutschen Schichtstufenlands.
Nur im oberen Eyachtal tritt der Granit des
Grundgebirges an die Oberfläche.
Dobel hat das typische Reizklima der deutschen
Mittelgebirge mit starker ozeanischer Prägung.
Die Niederschlagsmenge liegt bei zirka 1300
Millimetern; die Temperatur liegt der
Höhenlage entsprechend bei einem Jahresmittel
von zirka sieben Grad Celsius. Der schneereiche
Winter ist immer wieder von milderen Perioden
unterbrochen. Dobel hat überdurchschnittlich
viele Sturmtage; die vorherrschende Windrichtung
ist westlich. Seit den neunziger Jahren wird Dobel
als Auswirkung des Klimawandels verstärkt von
Orkanen heimgesucht. Bisher stärkster war der
Orkan "Lothar" am 26. Dezember 1999.
Die Höhenlagen des Nordschwarzwaldes wurden
vermutlich im 10. und 11. Jahrhundert nach Christus
besiedelt. Träger der Besiedlung im Bereich
von Alb und Enz waren die Grafen
von Eberstein, die
Grafen von Calw-Vaihingen und die Herren von
Straubenhardt. Dobel wurde erstmals in der
Stiftungsurkunde des Zisterzienserklosters
Herrenalb aus dem Jahr 1148 urkundlich
erwähnt, von der heute nur noch eine Abschrift
aus dem Jahr 1270 vorliegt. In dieser Urkunde
verfügt der Stifter des Klosters Graf Berthold
von Eberstein als Lehnsherr, dass der Ort Dobel in
den Besitz des Klosters übergehen soll, wenn
die Herren von Straubenhardt als Lehensnehmer "im
Mannesstamm" aussterben. Neben dem betroffenen
Lehensgebiet besaßen die Straubenhardter in
Dobel auch lehenfreies Gebiet (Allodialbesitz), das
1363 im Salbuch der Grafen von Eberstein
erwähnt wird. Beim Tod des letzten
Straubenhardters Hans von Straubenhardt 1442 war
das Kloster Herrenalb bereits seit 1338 unter
württembergischer Verwaltung, so dass der
betroffene Ortsteil zum württembergischen
Klosteramt Herrenalb gehörte. Der
Allodialbesitz wurde von den Erben, den
Schönern von Straubenhardt-Schmalenstein, am
15. Oktober 1442 zum einen Teil an Württemberg
und am 5. April 1443 zum anderen Teil an Baden
verkauft. 1528 ging der größte Teil des
badischen Besitzes an Württemberg über.
Verwaltungstechnisch wurde der ehemalige
Straubenhardter Allodialbesitz dem Rentamt
Neuenbürg angegliedert. Damit war die Trennung
Dobels in eine Klosterseite und eine
Rentkammerseite vollzogen, die auch nach der um
1535 in Württemberg eingeführten
Reformation Bestand hatte. Bis ins 20. Jahrhundert
hatten die Bewohner der Klosterseite geringere
Rechte zur Nutzung des Waldes als die Bewohner der
Rentkammerseite. 1569 erhielt Dobel einen eigenen
Pfarrer, der auch die Nachbarorte Neusatz und
Rotensol mitbetreute.
Vom Dreißigjährigen Krieg war Dobel
genauso wie das gesamte Land Württemberg sehr
stark betroffen. 1622 kommt es zu ersten
Plünderungen und Brandschatzungen durch
bayerische und kroatische Söldner im Ort.
Durch das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II.
vom 6. März 1629 fällt das Kloster
Herrenalb wieder unter katholische Herrschaft. Nach
der für Württemberg verlorenen Schlacht
bei Nördlingen 1634 floh Herzog Eberhard III.
ins Exil nach Straßburg. Ab 1635 kam es auch in Dobel zu
einer Pestepidemie. Im weiteren Verlauf des Krieges
gab es neuerliche Plünderungen und
Verwüstungen durch französische und
schwedische Truppen. Die Einwohnerzahl reduzierte
sich von 130 im Jahr 1618 auf 15 bei Kriegsende
1648, bei dem Württemberg in seinen alten
Grenzen wieder hergestellt wurde. Im 18.
Jahrhundert entwickelte sich Dobel durch die
verstärkte Holznutzung unter Herzog Karl Eugen
von einem Bauerndorf hin zu einer
Waldarbeitersiedlung. Am 9. Juli 1796 stürmten
im Ersten Koalitionskrieg französische Truppen
die von österreichischen Soldaten angelegten
Stellungen in der Umgebung. Dobel wurde
geplündert und verwüstet. In der
Folgezeit kam es zu Seuchen. Auch von den
Befreiungskriegen gegen Napoleon war Dobel
betroffen. Im Winter 1813/14 waren 80 russische
Soldaten in Dobel einquartiert. Nach den Missernten
1816 und 1817 und der anschließenden
Hungersnot kam es in den Folgejahren zu
Auswanderungen nach Nordamerika, die bis zum Ende
des 19. Jahrhunderts anhielten.
Fremdenverkehr kann in Dobel bereits seit dem 18.
Jahrhundert nachgewiesen werden. Zum Beispiel war
der badische Dichter Johann
Peter Hebel im
Jahr 1799 Feriengast. Im 19. Jahrhundert gingen
starke Impulse zum Ausbau des Tourismus als
Wirtschaftsfaktor aus. Ab zirka 1900 wurde die
touristische Infrastruktur und Zahl der
Übernachtungsmöglichkeiten erweitert. Von
den zwanziger bis in die siebziger Jahre erreichte
das Hotel Funk einen Spitzenplatz in der
Schwarzwälder Gastronomie mit vielen
Prominenten Gästen, wie zum Beispiel die
spätere spanische Königin Sophia im Jahr
1960. Nach der Blütezeit des Fremdenverkehrs
in den fünfziger und sechziger Jahren war auch
Dobel trotz der Verleihung des Prädikats
Heilklimatischer Kurort 1984 stark vom Niedergang
des Kurbetriebs im Schwarzwald in den achtziger und
neunziger Jahren betroffen.
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