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Landkreis Calw


BADEN-BADEN   Umgebung
Landkreis Calw


Bad Wildbad

Bad Wildbad ist eine Kurstadt im nördlichen Schwarzwald mit knapp 12.000 Einwohnern. Sie gehört zum
Landkreis Calw. Die Stadt liegt im Tal der Enz, einem Nebenfluss des Neckars. Im Ortsteil Calmbach vereinigen sich die beiden Quellflüsse Kleine Enz und Große Enz zur eigentlichen Enz.

Seit der Verwaltungsreform 1974 bilden die Orte Wildbad, Calmbach, Sprollenhaus, Nonnenmiß und Aichelberg (mit den Weilern Hünerberg und Meistern) die Gesamtstadt Wildbad, die seit 1991 Bad Wildbad heißt.

Ein Wiltbade wurde erstmals 1345 urkundlich erwähnt. Darin wurde Burg und Stadt Zavelstein "ane das Wiltbade das hant sie In behabet" an die Pfalzgrafen von Tübingen verpfändet. 1367 wurde Graf Eberhard II. von Württemberg (auch der Greiner genannt), der sich mit seiner Familie im Wildbade befand, von den Martinsvögeln überfallen. Mit knapper Not konnte er entkommen und sich auf seine Burg Zavelstein retten. In Ludwig Uhlands Gedicht wird diese Episode heroisiert dargestellt. Diese Nennungen sind jedoch unsicher, da sie sich auch auf Bad Teinach beziehen können.

Es ist jedoch sicher, dass Wildbad schon im frühen Mittelalter bestand. Darauf deutet auch der 1904 entdeckte Urquell hin. Die dort aufgefundenen Gefäße und Eichenholzstücke wurden in Radiokarbon- und dendrochronologischen Untersuchungen auf das 12. Jahrhundert datiert.

Die erste sichere Nennung Wildbads ist von 1376, als der Bischof zu Speyer ersucht wird, den Wildbader Kaplan zu ermächtigen, selbst Taufen und Beerdigungen vorzunehmen und Legate sowie den Zehnten zu empfangen. Wildbad wurde zum Schutz mit einer Mauer umgeben und 1442 zur Amtsstadt erhoben. Im 15. Jahrhundert erscheint Wildbad bereits als bedeutender Badeort. Viele adlige und hochgestellte Gäste suchten in den Thermalbädern Heilung ihrer Gebrechen.

Während des Bauernaufstands 1525 befanden sich beispielsweise viele Ritter und einige Fürsten und Äbte in Wildbad. Ihre Herbergen waren mit Fahnen, Wappen und Schildern behängt, wodurch sich das Feuer beim großen Stadtbrand rasch ausbreiten konnte. In dieser Zeit war Wildbad eine der Hochburgen der Wismutmalerei. Die adligen Gäste nahmen gerne als Souvenir die auf Wismutgrund bemalten Kästchen mit. Sogar ein Flügelaltärchen der Äbtissin Veus soll dort 1551 hergestellt worden sein. Schon 1514 gab es in Wildbad eine städtische Ordnung der Maler, Dreher und Ladenmacher.

Im Laufe der Jahrhunderte nahm Wildbad einen stürmischen Aufschwung, dank der Förderung durch die Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg. Moderne Badegebäude, das Herzogliche Palais, die Kuranlagen, sowie moderne Hotels und Gasthäuser wurden erstellt um die ständig wachsende Zahl der Badegäste aufzunehmen. Unterbrochen durch Kriege und Stadtbrände wurde das herzogliche, später königliche Bad immer wieder aufgebaut und modernisiert.

Kureinrichtungen:
Palais Thermal, 1847 als Graf-Eberhard-Bad erbaut (Fürstenbäder, Maurische Halle, moderne Anbauten)
Haus des Gastes, 1889 erbaut als König-Karls-Bad
Thermalbad Wildbad
Sana Kliniken

Freizeit- und Sportanlagen:
Sommerbergbahn, Skilift, Bikepark Downhill-Strecken

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Theater
Kursaal (oder Kurhaus), u. a. genutzt für Aufführungen des jährlichen Opern- und Konzertfestivals Rossini in Wildbad
Ehemaliges Königliches Kurtheater (1865)
Im Ortsteil Calmbach besteht ein Heimat- und Flößermuseum

Die wohl bekannteste Persönlichkeit Wildbads ist
Justinus Kerner, der ab 1811 als Badearzt in Wildbad wirkte.


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