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BADEN-BADEN   Umgebung
Die Ortenau


Achern

Die Stadt Achern liegt etwa 18 km südwestlich von Baden-Baden bzw. 19 km nordöstlich von Offenburg. Sie ist nach der Kreisstadt Offenburg und den Städten Lahr und Kehl die viertgrößte Stadt des Ortenaukreises und bildet ein Mittelzentrum im Bereich des Oberzentrums Offenburg, zu dessen Mittelbereich noch die Städte und Gemeinden Kappelrodeck, Lauf, Ottenhöfen, Renchen, Sasbach, Sasbachwalden und Seebach gehören.

Achern liegt am Fuße des nördlichen Schwarzwaldes mit der
Hornisgrinde, am Eingang des Achertals, sowie am östlichen Rand der Oberrheinischen Tiefebene. Die Acher betritt im Südosten vom Schwarzwald kommend das Stadtgebiet, durchfließt dann in nordwestlicher Richtung den Stadtteil Oberachern, anschließend die Kernstadt, dann zwischen den Stadtteilen Fautenbach und Großweier sowie südlich des Stadtteils Gamshurst vorbei, um das Stadtgebiet dann im Nordwesten in Richtung Rhein zu verlassen.

Achern wurde 1095 als Acchara erstmals erwähnt. Später wurde zwischen Ober- und Niederachern unterschieden. Niederachern wurde jedoch später nur noch als Achern bezeichnet. Im Hochmittelalter kam der Ort wohl über die Staufenberger und Zähringer an das Reich und wurde der Landvogtei Ortenau unterstellt. Mit ihr kam Achern 1334 an Baden, dann 1351 an das Hochstift Straßburg und ab 1405 teilweise an die Kurpfalz, 1504 an Fürstenberg. Seit 1551 gehört der Ort zu Vorderösterreich und war Teil der Reichslandvogtei Ortenau. 1495 und 1637 brannte der Ort vollständig nieder und war danach einige Jahre unbesiedelt.

1805 fiel Achern an das spätere Großherzogtum Baden und wurde Sitz eines Amtes. 1808 folgte die Verleihung des Stadtrechts. Eine gewisse Bedeutung erlangte die Stadt in der badischen Revolution von 1848. 1924 wurde der Amtsbezirk Achern aufgelöst und sein Gebiet dem Amtsbezirk
Bühl zugeordnet, aus dem 1939 der Landkreis Bühl hervorging.

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte der Landkreis Bühl zum Land Baden und ab 1952 zum Regierungsbezirk Südbaden. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Bühl aufgelöst. Das südliche Gebiet und mit ihm die Stadt Achern wurde dem neu gebildeten Ortenaukreis zugeordnet.

Stadtteile:
Auch die Stadtteile haben eine lange Geschichte. Sie kamen alle 1805 an Baden und gehörten meist zum Amtsbezirk Achern. Mösbach gehörte zunächst zum Amt Oberkirch und kam erst 1859 zum Bezirksamt Achern. Wagshurst gehörte zunächst zum Amtsbezirk Appenweier und kam 1819 zum Amtsbezirk Achern. Bei der Auflösung des Amtsbezirks Achern 1924 kamen alle Gemeinden zum Bezirksamt Bühl sowie 1939 zum Landkreis Bühl, lediglich Wagshurst kam zum Landkreis Kehl.

Fautenbach wurde als Vultenbach um 1100 erstmals erwähnt. Über das Kloster Hirsau kam es in den Besitz von Großweier und Schauenburg. Dann gehörte es zum Gericht Achern und teile die Geschicke Acherns.

Gamshurst wurde 961 als Gameneshurst erstmals erwähnt. Es war eine Ausbausiedlung auf Sasbacher Mark und gehörte zum Gericht Achern.

Großweier wurde um 1115 als "Crosvvilare" erstmals erwähnt. Es wurde noch bis ins 19. Jahrhundert Croschweier genannt. Wie Gamshurst war es ein Ausbauort Sasbachs. In Großweier gab es eine Burg, nach der sich eine Familie benannte. Sie hatten den Ort von den Markgrafen von Baden zu Lehen. Nach dem Aussterben der Familie kam Großweier an die Herren von Seldeneck, deren Erben es schließlich 1583 wieder an Baden verkauften. Das Wasserschloss war danach Sitz des badischen Amts bzw. Vogtes, bis das Schloss 1689 zerstört wurde. Dann wurde Bühl Sitz des Amtes.

Mösbach wurde 1386 als Mestbach erstmals erwähnt. Es gehörte zu
Straßburg und war dem Oberamt Oberkirche unterstellt, bevor es an Baden kam.

Oberachern wurde 1347 als Obernacher erstmals erwähnt. Frühere Nennungen unterscheiden nicht zwischen Ober- und Niederachern. Doch gehörte der Ort schon um 1100 den Herren von Staufenberg, Teile dem Klosters Hirsau. Vor 1130 gehörte Oberachern dem Kloster St. Georgen. Im 12. Jahrhundert nannte sich ein edelfreies Geschlecht nach Achern, die wohl zugleich Vögte von Achern waren. Sie residierten in einem Wasserschloss, dessen Reste beim Turmbau der Stephanuskirche Oberachern verwendet wurden. Oberachern gehörte zum Gericht Achern und teilte die Geschicke Achern, war jedoch stets eine eigenständige Gemeinde bis zur Eingemeindung 1971.

Önsbach wurde im 13. Jahrhundert als Ongisbach erstmals erwähnt. Grundbesitz hatten die Klöster Honau, Ettenheim und
Allerheiligen. Der Ort gehörte zum Gericht Achern und teilte die Geschicke Acherns.

Sasbachried wurde 1697 als "aus dem Rieth" erstmals erwähnt. Es wurde von Sasbach aus aufgesiedelt und teilte daher auch dessen Geschicke, gehörte also zum Oberamt
Oberkirch der Herrschaft Straßburg. Im 19. Jahrhundert wurde Sasbachried als eigenständige Gemeinde von Sasbach getrennt.

Wagshurst wurde 1136 als Wageshurst erstmals erwähnt. Es gehörte zur straßburgischen Herrschaft Oberkirch und war dem Gericht Ulm unterstellt.


Sehenswürdigkeiten:
Das Sensen- und Heimatmuseum Achern zeigt die Originaleinrichtung eines Sensenwerkes. Gezeigt wird die Geschichte der Schneidewerkzeuge von der Bronzezeit bis heute. Ferner wird die Acherner Stadtgeschichte dargestellt.

Die St.-Nikolauskapelle, auch das "Klausenkirchel" genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde um 1300 erbaut und hat ein rundes Ecktürmchen. Die Hauptkirche der Stadt ist die katholische Kirche, die 1824 im Weinbrennerstil errichtet wurde. Ihr Vorgängerbau war eine Marienkapelle, die 1489 zur Kaplanei erhoben und 1535 zur Pfarrei erhoben worden war.

Ferner sehenswert ist die ehemalige
großherzogliche Heil- und Pflegeanstalt Illenau. Sie wurde ab 1842 als evangelische Institution eingerichtet. Hier wurden auch evangelische Gottesdienste abgehalten. Eine eigene evangelische Kirche wurde dort aber erst 1909 errichtet.


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