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Teutschenthal am Würdebach
gehörte im Mittelalter zum Burgbezirk
Schraplau im südlichen Hosgau. Der
ursprüngliche Ortsname lautete Dussina,
später bis ins 18. Jahrhundert Teussen. Der
Ort entwickelte sich aus mehreren kleinen
Dörfern zu einer großen Gemeinde. Von
1365 bis 1615 blieb Teutschenthal in die beiden
Ortsteile Ober- und Unterteutschenthal getrennt.
Während des Dreißigjährigen Krieges
zerstörten die Kriegsparteien den Ort, den
Wiederaufbau verdankten die Bewohner Wolf Thilo von
Trotha (1620-1683). Der wirtschaftliche Aufschwung,
der bald nach diesem langen Krieg einsetzte, wurde
durch die Kriegsereignisse des Siebenjährigen
Kriegs (1756-1763) und der napoleonischen Besetzung
des Landes von 1807 bis 1813 unterbrochen.
Teutschenthal blieb danach noch agrarisch
orientiert, aber schon bald begann mit dem
Kohleabbau und dem Siegeszug der Zuckerrübe
auch ein gewerblich industrieller Aufschwung, der
sich wiederum auch auf die Landwirtschaft
auswirkte.
Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Halle (Saale)
nach Kassel im Jahre 1864 entstanden teilweise auf
Wanslebener Flur Bahnhof-, Post- und
Wohngebäude. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts,
insbesondere nach der Gründung der
Krügerhall AG (Kaliabbau) 1905, und in den
folgenden Jahrzehnten wurden weitere Wohnanlagen
zum Teil auf Langenbogener Flur für
Bergarbeiter, Angestellte und leitende Mitarbeiter
des Kaliwerks errichtet. Trotz Stillegung des
Kaliwerkes im Jahre 1982 entwickelte sich
Teutschenthal-Bahnhof zu einem industriellen und
gewerblichen Zentrum. Heute ist Teutschenthal die
größte Gemeinde des Saalkreises.
Die durch die Kaligewinnung entstandenen
Hohlräume stellen ein großes Problem
dar, da das Carnallitit-Salzgestein
Instabilität bedingende physikalische
Eigenschaften (z.B. Sprödbruch) aufweist.
Bereits 24. Mai 1940 waren bei einem derartigem
Gebirgsschlag 42 Bergleute ums Leben gekommen. Der
letzte Hohlraumeinsturz ereignete sich 1996. Heute
werden in einem Versatzbergwerk große
Anstrengungen unternommen, die noch verbliebenen
Hohlräume von rund 7 Millionen qm durch
Verfüllung (bergbaulich: Versatz) zu sichern.
Da dies mit unterschiedlichen Abfallarten
geschieht, ist diese Art Versatz eine Alternative
zur Deponierung herkömmlicher Art.
Eisdorf
In einer Urkunde des Klosters Wimmelburg wurde der
Ort Eisdorf im Jahre 1121 zum ersten Mal urkundlich
erwähnt. Eisdorf kam später zum Saalkreis
(während Teutschenthal in der Herrschaft
Schraplau der Grafschaft Mansfeld verblieb) und
wurde mit dem Saalkreis, der zum Erzstift Magdeburg
gehörte, 1680 brandenburgisch. 1952 kam der
Ort zur Gemeinde Teutschenthal.
Köchstedt
Die Siedlung Köchstedt wurde bereits Ende des
4. Jahrhunderts durch die Angeln und Warnen
gegründet. Diese germanischen Stämme
waren Ackerbauern, die das im Tal der Würde
kaum vorhandene trockene Land bewirtschafteten. Im
8. Jahrhundert führte das Hersfelder
Zehntverzeichnis den Ortsnamen "cochstat".
Jahrhunderte später wurden Angehörige
eines niederen Dienstadelsgeschlechts als die von
Kochstede erwähnt. Köchstedt kam 1501 zum
Unteramt Schraplau, das später der
preußische König Friedrich Wilhelm I.
kaufte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war
der Ort ein Bennstedter Vorwerk und eine
selbstständige Gutswirtschaft. Köchstedt
kam 1950 zu Langenbogen und 1959 zu Bennstedt. Der
Anschluss an Teutschenthal erfolgte 1993.
Bauwerke:
- Schloss Teutschenthal
- Die Kirche St. Laurentius entstammt der zweiten
Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ihr Schiff wurde
1617 erneuert und Mitte des 18. Jahrhunderts
verlängert.
- Die Kirche St. Vitus wurde schon 1129 erstmalig
erwähnt. 1675 wurde sie in heutiger Form
errichtet, wobei der gotische Turm des
Vorgängerbaus (15. Jahrhundert) integriert
wurde. Ein Umbau erfolgte im Jahre 1740.
Sport:
Auf einer entsprechenden Strecke finden
regelmäßig Motocross-Rennen und auch die
Weltmeisterschaft in dieser Disziplin statt.
Quelle: WIKIPEDIA
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