Baden-Baden

Stadtrundgang

News BB

Anreise

Geschichte

Kunst/Kultur

Sehenswert

Stadtplan

Sport/Freizeit

Events

Theater

Casino

Thermen

Hotels

Hotels buchen

Restaurants

Cafés/Bars

Shopping

Stadtteile

Umgebung

Elsass

Buch-Shop

Kleinanzeigen

e-Cards

Gästebuch

Awards

Archiv

Hilfe

Links

Impressum

Kontakt

Festspielhaus Baden-Baden

 

 Hotel Müller, Hohenschwangau - Umgebung

Werdenfelser Land - Mittenwald

Werdenfelser Land
Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Oberammergau
von Bernd Römmelt
Sprache: Deutsch, Englisch
Gebundene Ausgabe, 95 Seiten, Rosenheimer Verlagshaus

Gleich bestellen

Mittenwald ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und liegt im oberen Isartal, knapp 100 Kilometer südlich von München zwischen dem Karwendel- und dem Wettersteingebirge, fast unmittelbar an der österreichischen Grenze.

Schon in antiker Zeit verlief hier eine Römerstraße zwischen Deutschland und Italien.

Mittenwald geht auf eine im Scharnitzwald gelegene Rodungssiedlung zurück und wurde 1096 als "in media silva" erstmals urkundlich erwähnt, 1305 wurde ihr das Marktrecht verliehen. Es war einer der Hauptorte der zwischen Tirol und Bayern gelegenen ehemaligen Grafschaft Werdenfels, die von 1294 bis zur Säkularisation 1802 dem Hochstift Freising angehörte und erst durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 an Bayern fiel.

Im Mittelalter bedeutender Umschlagplatz auf der Handelsroute vom unteren Weg von Augsburg/Nürnberg nach Venedig, profitierte Mittenwald ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert vom Rottfuhrwesen, dem zeitweilig am Ort abgehaltenen Bozener Markt und dem transalpinen Fernhandel. Am Ende des 17. Jahrhundert entfalteten sich unter diesen Voraussetzungen neue Gewerbe wie die Bortenwirkerei, die Filetseidenstickerei und ab 1689 die Geigenbautradition, begründet durch Matthias Klotz. Seitdem entwickelte sich Mittenwald neben dem sächsischen Markneukirchen zum bis heute bedeutendsten Zentrum des Streich- und Zupfinstrumentenbaus in Deutschland.

Mittenwald

Der Bau der Bahnlinie Garmisch-Partenkirchen - Innsbruck (Mittenwaldbahn) um 1912 brachte den Fremdenverkehr in den Ort.

Mittenwald wurde in den 1930er Jahren Garnison und Ausbildungszentrum der Gebirgstruppe der Wehrmacht. Seit 1958 hat es diese Funktion erneut im Rahmen der Bundeswehr. Auf dem Hohen Brendten befindet sich ein umstrittenes Ehrenmal, an dem jährlich an Pfingsten ehemalige Gebirgsjäger der Wehrmacht unter offizieller Beteiligung der Bundeswehr ihrer toten Kameraden gedenken. Einheiten der 1. Gebirgsdivision der Wehrmacht verübten eines der größten Massaker des Zweiten Weltkrieges in Griechenland (1943). Deshalb finden gegen diese Totenehrung seit 2002 Protestaktionen statt.

Fester Bestandteil der Brauchtumspflege sind die in Vereinen organisierte Musikkapelle, der Trachtenverein, der historische Spielmannszug, die Gebirgsschützen und diverse kirchliche Gruppen, die eigene Feste veranstalten und an allgemeinen Festen und Umzügen teilnehmen. Darüber hinaus gibt es recht urige Vereine wie die "Schoferer" (Schafzüchterverein) oder die Fingerhakler. Wie im gesamten Alpenraum, so ist auch der Fasching in Mittenwald eine besondere Zeit. Dann leben die "Maschkara" (die Maskierten) auf, die Schellenrührer, Jackelschutzer, Goaslschnoizer, Pfannenzieher, Untersberger Mandl, Angler, Teufels- und Bärentreiber, die auf den Straßen und in den Gaststätten zu finden sind. Die zugehörigen Utensilien, vor allem die sehr individuellen Holzlarven (es gibt keine zwei gleichen), sind in Familienbesitz und werden oft seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten weitergegeben. Abends gibt es in den traditionellen Gaststätten gemütliche Abendveranstaltungen (Gungeln) mit Musik und Tanz.

Sehenswertes
Lüftlmalerei an Häusern (Hornsteiner Haus, Hoglhaus, Neunerhaus, Schlipferhaus)
Pfarrkirche St. Peter und Paul
Geigenbau- und Heimatmuseum (Ballenhausgasse 3)
Wanderung zum Lautersee und Ferchensee oder zum Hohen Kranzberg (Sessellift)
Bergbahn auf Westliche Karwendelspitze mit Mittenwalder Klettersteig
Radtour zum Isarursprung
Naturphänomen Leutaschklamm

Die Haupteinnahmequelle des Ortes stellt mit Abstand der Tourismus dar. Im Ort gibt es rd. 600 Beherbergungsbetriebe mit ca. 5.400 Betten sowie etwa 70 Restaurationsbetriebe. Neben einer gut ausgebauten Infrastruktur (u.a. Kunsteisstadion, Erlebnisbad, Tennishalle, Sessellift, Bergbahn) ist Mittenwald auch bekannt für sein altüberliefertes kulturelles Brauchtum. Alle fünf Jahre findet dort der "Bozner Markt" statt, außerdem auch alle vier Jahre der Internationale Geigenbauwettbewerb.

Die Gemeinde gilt, neben dem sogenannten Musikwinkel im sächsischen Vogtland, als das bedeutendste deutsche Zentrum des Streich- und Zupfinstrumentenbaus unserer Zeit. Die Mittenwalder können in diesem Bereich auf eine über 300-jährige Tradition zurückblicken, als deren Begründer Matthias Klotz (1653-1743) gilt. Heute gibt es in Mittenwald ca. 10 selbständige Geigenbaumeister. Außerdem gibt es eine staatliche Fachschule für Geigenbau mit ca. 45 Schülern in 7 Semestern. Die Schule hat eine 150-jährige Tradition und wurde zur Ausbildung der sog. Heimarbeiter gegründet, die Geigenteile herstellten, die dann bei den Verlegern zusammengebaut und in die ganze Welt verkauft wurden. Durch diese Einzelteilanfertigung waren die Geigenbauer nicht mehr in der Lage, ein ganzes Instrument zu bauen. Zusätzlich besteht an der Geigenbauschule seit 1980 ein Zweig für Zupfinstrumentenmacher. Wer alte Mittenwalder Instrumente ansehen möchte, kann das Geigenbaumuseum in der Ballenhausgasse besichtigen. Dieses wurde am 16. April 2005 nach Renovierung und Umgestaltung wieder eröffnet.


 


       
zurück


© 2005-2006 by WAEPART Baden-Baden. All rights reserved.  Textvorlage: WIKIPEDIA
Ein Projekt des ultimativen Stadtführers von Baden-Baden
www.bad-bad.de