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Akustische Spielformen
Von der Hörspielmusik
zur Radiokunst
50 Jahre alt ist der vom
früheren Südwestfunk ausgelobte
Karl-Sczuka-Preis geworden. Grund genug,
sich diesem ältesten
Hörspielpreis, der von einer
deutschen Rundfunkanstalt verliehen wird,
ausführlich zu widmen. In zweiter
Auflage erschien im Oktober 2005 eine
überarbeitete und erweiterte Ausgabe
der bereits zum 100. Geburtstag des
Namensgebers des Preises
veröffentlichten Dokumentation.
Karl Sczukas Lebensstationen eines
Rundfunkkomponisten werden von Iris
Niemann aufgezeigt, nachdem Hermann Naber
in einem Essay Karl Sczuka und die
Pioniere der Radiokunst gewürdigt
hat, Heinrich Vormweg einen Rückblick
auf Hörspiel als Radiokunst getan hat
und Klaus Ramm Momentaufnahmen zum
Karl-Sczuka-Preis 2000-2005 anbot.
Der eigentlichen Dokumentation sind 300
Seiten vorbehalten, die ausführlich
Rechenschaft ablegen darüber, wem in
welchem Jahr aufgrund welchen
Abstimmungsverhaltens von den
Jury-Mitgliedern der nach dem früh
verstorbenen "Hauskomponisten" des
Südwestfunks benannte Preis zuerkannt
wurde. Lebensläufe der
Preisträger, Würdigungen der
Laudatoren und Details zu den jeweiligen
Stücken komplettieren die
Vorstellungen. Das "who is who" der
deutschen Schauspielerelite ist darin zu
finden, von Christa Berndl und Lina
Carstens bis Josef Offenbach und Will
Quadflieg.
Die Präsentation der Preisträger
nimmt sich nicht weniger illuster aus.
Friederike Mayröcker zählt
ebenso dazu wie John Cage oder Mauricio
Kagel. Wobei sich alle Preisträger
glücklich schätzen können,
keine Auszeichnung mit inflationärem
Charakter erhalten zu haben, denn es gab
auch Jahre, in welchem derart entschieden
wurde:
"Mit Bedauern und Sorge sieht sich die
Jury, wie schon im Jahr 1978,
außerstande, einem der eingereichten
Werke den Karl-Sczuka-Preis
zuzuerkennen."
Der sehr sorgfältig und informativ
erarbeitete Dokumentationsteil wird mit
einem Nachwort Hans Burkhard Schlichtings
beendet. Kurzporträts der an dem Buch
Mitwirkenden und ein ausführliches
Personenregister beschließen dieses
Grundlagenwerk zu 50 Jahren Zeit- und
Kunstgeschichte im deutschen Radio, das
allen Musik-, Hörspiel-, Rundfunk-
und ganz besonders
Südwestrundfunkfreunden nur empfohlen
werden kann.
Das Buch ist im Nomos
Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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