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Lichtental
Büren oder
Beuern nannte sich einst die kleine Ansiedlung. Die
wenigen Hütten waren im Talgrund des Oosbaches
und vereinzelt an den umliegenden Berghängen
verstreut.
Im Jahr 1245 wurde dieses Gebiet durch die
Söhne der Markgräfin Irmengard dem
neugegründeten Kloster Lichtenthal
geschenkt.
Als 1288 Markgraf Rudolf I. der Äbtissin
Adelheid von Baden das benachbarte Dorf Geroldsau
zum Lehen gab, begann die gemeinsame Geschichte der
beiden Dörfer und ihre Entwicklung zur
späteren Gemeinde Lichtental.
Die Entwicklung schritt rasch voran unter
Äbtissin Adelheid. Sie trat für die
Rechte ihrer Unterrtanen ein und schlichtete
Streitigkeiten. Seit 1288 stand den Bewohnern das
Mitbenutzungsrecht der Badener Gemarkung zu. Bald
machten sie eifrig davon Gebrauch und betrieben ein
damals übliches Holzhandwerk, die
Küblerei. Mit ihren Erzeugnissen führten
sie einen schwunghaften Handel, denn durch ein
besonderes, dem Kloster gewährtes, Privileg
standen ihnen alle Märkte und Straßen
der gesamten Markgrafschaft offen.
Der Handel machte die Beuerner bekannt, und so gab
es schon 1445 eine "Herberg zu Beyern". Vielleicht
hat sich daraus der Lichtentaler "Bären"
entwickelt, der 1572 erstmals mit Namen
erwähnt wird. Auch das Löwenwirtshaus
stand schon im 16. Jahrhundert. Beide
Gasthäuser waren damals Erblehen des
Klosters.
Neben der Holzarbeit betrieben die Bewohner
Ackerbau und Viehzucht, soweit es die steilen
Talhänge erlaubten. Man hielt Rinder, Schafe
und Schweine. Auf dem Schafberg lagen die
Gebäude der Kloster-Schäferei und es
weideten dort 400 Schafe.
Die Sonnenseite des Schafbergs trug einst die
Weinpflanzungen des Klosters. Aber auch mancher
Bauer hatte auf seinem Lehensgut einen Weinberg
angelegt.
Das Bürgerhaus stand in Unterbeuern. Hier
trugen sich im Bürgerbüchlein die
Männer ein, um 25jährig ihr
Bürgerrecht zu erhalten.
Als 1803 die Talbewohner aus der Lehensherrschaft
der Äbtissin entlassen wurden, besaß
Beuern etwa 180 Wohnhäuser. Was noch fehlte,
war eine eigene Kirche. Bis 1809 gehörte
Beuern noch zur Pfarrgemeinde Baden. Dann wurde es
zur selbständigen Kirchengemeinde erklärt
und erhielt einen Pfarrer. Die Gottesdienste fanden
in der Klosterkirche statt, bis 1869 die
katholische Pfarrkirche St. Bonifazius vollendet
war. 1907 wurde auch die evangelische Lutherkirche
errichtet.
Die Klosterfrauen übernahmen 1815 den
Unterricht der Beuerner Mädchenjugend und die
sogenannte "Industrieschule", in der die
Mädchen die notwendigen fraulichen
Handarbeiten erlernten. Auf Wunsch der
Großherzogin Luise wurde um 1900 im Kloster
eine Art Schulküche hergerichtet, und darin
Koch- und Haushaltungsunterricht erteilt. Die
oberen Bubenklassen erhielten dafür
regelmäßig in einer Baumschule
Unterricht für für Zucht und Pflege der
Obstbäume. Den sonstigen Unterricht erteilten
ihnen Lehrer in den Schulräumen des im Jahre
1842 am heutigen Brahmsplatz erbauten
Rathauses.
1863 entschlossen sich die Beuerner, ihre damals
2847 Einwohner zählende Gemeinde, deren
Geschick jahrhundertelang mit der Abtei
verknüpft gewesen war, fortan Lichtental zu
nennen und 1909 wurden die Gemeinde und das Kloster
in die Stadt Baden-Baden aufgenommen.
Wer es ruhig und beschaulich mag, etwas abseits der
Innenstadt, sollte Lichtental und Geroldsau
besuchen, das Kloster und das Brahmshaus
besichtigen, danach einen Spaziergang zu den
Geroldauer Wasserfällen unternehmen. Die
Wasserfälle und das beliebte Ausflugslokal
Bütthof (montags Ruhetag) sind nach einem
30minütigen Spaziergang vom Geroldsauer
Waldparkplatz aus zu erreichen. Ohne Auto hat man
mehr davon, am wildromantischen Grobbach entlang
führt nur ein Fußweg. Carl Ludwig
Frommel hat 1826 einen Stahlstich der
Wasserfälle geschaffen.
Sehenswert:
Katholische Kirche St. Bonifatius (Bild oben)
Lutherkirche
Brahmshaus
Geroldsauer
Wasserfälle
Kloster Lichtenthal
Alleehotel
Bären
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