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Geroldsauer Wasserfall

Der Wasserfall bei Geroldsau

Das Beurer Thal (ursprünglich Buren- oder Hüttenthal), welches sich schon bei Baden zu bilden anfängt, führt seinen Namen erst von dem Kloster Lichtenthal an, wo die Berge näher zusammen rücken. Es zieht sich von da, mit seinen ländlichen Wohnungen an beiden Ufern des Oelbachs, bis zum Eingange in das Hochgebirg. Eine kleine Strecke ober der Abtei geht ein Weg rechts, über den Waldbach, in das Geroldsauer Thal. Hat man die sanft anlaufende Höhe erreicht, auf welcher die Sägmühle steht, so erblickt man nun unter sich einen freundlichen Wiesengrund. Hier, von Bergen und Wäldern umfangen, reihen sich, an einem hellen, frischen Bache dreissig bis vierzig Wohnungen hin, die das Dörfchen Geroldsaue ausmachen. Ursprünglich war es wohl nur ein Hof oder eine Meierei, die von ihrem Besitzer Gerold den Namen erhielt, und später an das Kloster Lichtenthal vergabt wurde. Die Lage dieses Weilers ist wahrhaft idyllisch; das frische Grün des Rasens, der helle Bergstrom, der so friedlich über Kiesel dahinrollt, die Gruppen weidender Rinder und spielender Hirtenknaben am Ufer; die angebauten Höhen und die stillen Hütten mit den kleinen Wünschen und Freuden der Armuth, und dann, als Rahmen des lachenden Bildes, die schauerliche Wildniss umher, die düstre Farbe der Tannen, die zerklüfteten Granitfelsen und das Geschrei der Waldvögel - diess alles bildet einen eigenthümlichen Kontrast, und in das Sehnen nach dem Frieden der Natur mischt sich das Grauen, das den Wanderer in der Dunkelheit der Wälder umfängt. Einige hundert Schritte, bevor man in das anmuthige Thal gelangt, blüht noch der Weinstock und die Kastanie; hier kommt nur noch einiges Getreide zur Reife, und Viehzucht, Holz und Fischfang machen den spärlichen Reichthum der Bewohner aus.

Von Geroldsau sind es noch drei Viertelstunden bis zum Wasserfalle, der hier die grosse Bütte genannt wird, vom alten allemannischen Wort Bütte, Kufe, Teich. Der Weg führt nun waldein durch die Brandhald, an fruchtbar in einander geschobenen Bergmassen vorüber. In der Ferne blickt der Krückenfels wie ein zerstörtes Ritterschloss herab. Das Gebirg wird jetzt immer einsamer; die Trauer der Wildniss umgeben den Wanderer, und nur einige Blumen , die im Schatten der Wälder blühen, grüssen ihn freundlich am Wege. Man hört das Rauschen des Stroms in der Tiefe, ohne ihn zu sehen, und in den Felsenritzen hangt, neben entwurzelten Tannen, das Nest des Raubvogels.

Endlich vernimmt man das Tosen des Wasserfalls, der in einer engen, tiefen Schlucht, ungefähr vier und zwanzig fuss hoch, in einen Kessel herabstürzt, den er sich, seit Jahrhunderten, im Felsgestein ausgehöhlt. Der Künstler hat ihn, auf dem beigefügten Blatte, von der Seite genommen, wo er ein schönes, abgeschlossenes Bild macht. Von Baden bis zum Wasserfalle ist der Weg für Fussgänger und Wagen bequem angelegt, und auch für Ruhebänke ist gesorgt. Erfrischungen findet man im Wirthshause zu Geroldsau, nur sind sie freilich nicht für einen verwöhnten Gaumen.

Verfolgt man den Fusspfad am linken Ufer des Bachs, eine Viertel-Stunde weiter ins Gebirg, so gelangt man in ein lief eingeschlossenes Wiesenthal, am Fusse des Krückenfelsens, wo der Hodenbach oder Hutbach an einer einsamen Schwarzwälder Wohnung, Kunzens Hütte genannt, vorüberfliesst. Die frühern Bewohner dieses Thals sassen ohne Zweifel auf dem Grunde eines Schutzheiligen oder Schutzherrn, und waren Nothfreie (eine Art Colonen). Ein solcher Schulz hiess Hode, Hut, Hege oder Pflege, und davon blieb dem Bächlein der Name. Jetzt wohnt hier eine genügsame Familie, die im Winter oft Monate lang von allem Umgange mit ändern menschlichen Wesen getrennt ist. Hier wächst kein Korn mehr; Viehzucht und Bienen geben dem Thalbewohner seine Nahrung. Um die Hütte, die aus in einander gefügten Balken, ohne Stein und Mörtel (wie die meisten Wohnungen des Schwarzwaldes) zusammengesetzt ist, stehen vierzig bis fünfzig Bienenkörbe. Der Honig ist hier von trefflicher Würze und eben so die Milch. Ein bequemer Rückweg führt von da nordwestlich, über den Berg nach Geroldsau. Von der Höhe erblickt man die Burgen Alteberstein und Baden, und im Hintergründe den Herrnwieser-Kopf, denn so heisst die First jenes Bergs.

Abbildung: Stahlstich von Carl Ludwig Frommel, aus dem Buch "Baden und seine Umgebungen in malerischen Ansichten" 1843

Text: Alois Wilhelm Schreiber, aus dem Buch "Baden und seine Umgebungen in malerischen Ansichten" 1843

Weitere alte Ansichten von Geroldsau und dem Wasserfall




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