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Familie Kunz auf dem Bütthof

In enger Beziehung zum Grobbach und dem Geroldsauer Wasserfalls steht das Waldgasthaus "Bütthof". Seinen Namen hat es von der ehemaligen Bezeichnung des einige Meter weiter unten rauschenden Wasserfalls. Er war einst nur als die "große Bütte" bekannt, weil die Aushöhlung, in die er sich ergoß, mit einer Butte oder Bütte verglichen wurde. Der Bütthof wurde wohl ziemlich zu Beginn der 1820er Jahre erstmals als Ausflugsziel bekannt gemacht. Johann Ludwig Kübler berichtete 1810 noch von einer "armseligen Hütte" an dieser Stelle.

Die "Kunzenhütte" - so bezeichnete man das Anwesen, das einst auf dem Boden des Bütthofs gestanden hat - wurde schnell bekannt. Die Verfasser der verschiedenen Reisehandbücher und vor allem die Hersteller von Grafikblättern sorgten dafür. Die romantischen Bilder von der Kunzenhütte im Badener Wald wurden nach ihrer Veröffentlichung in die ganze Welt hinaus getragen. Kein anderes bäuerliches Wohnhaus im Nordschwarzwald hat so viele Künstler als Motiv gereizt.

Die Kunzenhütte entstand wohl in den 1790er Jahren. in den Badener Ratsprotokollen wurde unter dem 26. September 1797 vermerkt, dass man dem Anton Kunz weiter gestatten wolle, bei der Bütte zu wohnen und den ausgesteckten Boden zu nutzen. Nach seinem Tod aber soll der urbar gemachte Waldboden "wieder als Wald liegen blieben und die Hütte eingehen". Es kam nicht dazu. Georg Kunz war der erste, der im April 1798 einen zwölfjährigen Pachtvertrag für das Anwesen bekam. Die Stadt verlangte für die eineinhalb Hektar jährlich 16 Gulden "Bestandszins".

Die Familie Kunz baute auf eigene Rechnung das anderhalbstöckige Fachwerkhaus mit steinernem Sockel aus Bachsteinen und dekorativen Weschkorndächern an der Wetterseite. Stallungen, Schupppen und sogar ein Backofen gehörten bereits in den 1820er Jahren zum Anwesen.

1823 beschrieb es Alois Schreiber:" Hier wohnt eine genügsame Familie, abgeschieden von Menschen und im Winter of Monate lang von aller Verbindung mit menschlichen Wesen getrennt. Hier wächst kein Korn mehr. Viehzucht und Bienen sind der ganze Reichtum des Thalbwohners. Um seine hölzerne Hütte stehen 40 bis 50 Immen- oder Bienenkörbe; der Honig hat eine Würze, wie er sie nie auf der Ebene und nicht in den Vorgebirgen erhalten kann. Dies und Milch ist aber auch alles, was man hier findet, und dieses Thal, wo Milch und Honig fließen, ist nichts weniger als paradisisch."

Mehrere Generationen der Familie Kunz lebten im romantischen Fachwerkhaus. Dass man den Spaziergängern und Wanderern ein kleines Vesper anbot, wurde zur Tradition, auch wenn es noch keine richtige Restauration gab. Der einst in Baden-Baden ansässige Schritsteller Wilhelm von Chezy berichtete für die 1840er Jahre: "Die Besucher des Wasserfalls pflegen sich hier Kaffe zu bereiten, den sie selbst mitgebracht haben, denn er findet sich nicht in den Arkadien, wo nur Milch und Honig fließt."

1899 starb das letzte Mitglied der Familie Kunz und die Stadt zog das Anwesen kurzfristig an sich. Nach alten Überlieferungen plante man die Anlegung eines großen Stausees, der als Wasserreservoir die Versorgung der ständig wachsenen Kurstadt sichern sollte.

Es blieb dann aber doch bei der Verpachtung. Im Jahr 1900 fand sich mit Hermann Kah ein Pächter, der auch wieder eine lange Tradition einleitete. Der Wirt von der nahegelegenen Wasserfallrestauration baute das Anwesen auf eigenen Kosten weiter aus, allerdings noch nicht zur Gaststätte, sondern zum Waldbauernhof. Mehrere hundert Hühner bevölkerten den Bütthof mit den angeschlossenen Ländereien. Für die Touristen öffnete man nur die weiter unten gelegene Gaststätte mit Blick auf den Wasserfall.

Erst 1952 wurde aus dem Bütthof eine richtige Wirtschaft. Nach der Überlieferung hatte Rudi Mayer, naturverbundener Amtmann des Badener Bauamts, die zündende Idee. Erna Striebel, geborere Kah, wurde Wirtin und setzt nach dem Vorbild der Eltern auf ihre Art die Bewirtung der Ausflugsgäste fort. Es gab keine lange Speisekarte, dafür aber eine originelle und originale Küche. Die der Personenzahl angepaßte Salatschüssel, die Platte mit den Bratkartoffeln und das panierte Schnitzel waren lange einer der wichtigsten Renner.

1976 endete nicht nur die Zeit der Erna Striebel auf dem Bütthof, sondern auch die landwirschaftliche Nutzung. Familie Graf, die ein knappes Jahrzehnt das Gasthaus bewirtschaftet hatte, bekam als Pachtobjekt nur noch das Gebäude. In der Zwischenzeit haben sich mehrere Betreiber ins Grobbachtal gezogen gefühlt.

Auch der heutige Bütthof kann mit der langen Tradition verbunden werden. Der Besuch der Gaststätte am Mittag eines Wochentags, wenn es nicht gerade boomt, vermittelt ein bißchen von jener Atmophäre, die es vielleicht auch schon im Zimmer der alten Kunzes bei Milch und Honig gegeben hat. (Quelle: BNN vom 14.8.1997)




© by WAEPART, Baden-Baden/Germany. All Rights Reserved. Abbildung: Archiv WAEPART, posted December 26, 2010

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