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An der Nordwestseite des 374 m hohen Hardbergs
befindet sich der kleine - wegen seiner Lage aber
feine - Stadtteil Balg, der nur dann aus seiner
beschaulichen Ruhe geschreckt wird, wenn ein
Rettungswagen mit Sirenengeheul Patienten in die
Stadtklinik, die kurz vor dem Ortseingang errichtet
worden ist, transportiert, oder wenn ein
Pferdetransporter den Weg zum Reiterzentrum
Baden-Baden-Balg am Ortsende befährt.
Ansonsten können sich die Bewohner an guter
Luft und Ruhe erfreuen, weswegen Balg ein
attraktiver Wohnort ist.
Die Römer
müssen diesen Ort bereits geschätzt
haben, denn Überreste eines römischen
Gehöfts fanden sich ebenso wie ein Votivstein
(Weihestein), der dem Gott Mercurius, dem
altrömischen Gott des Handels und Gewerbes
geweiht worden war.
Die erste urkundliche Erwähnung fand Balg im
Jahr 1288; strittig ist jedoch, ob Balg jemals von
den Ebersteiner Grafen
besessen worden ist, was die beiden Ebersteiner
Rosen im Orstwappen vermuten lassen, oder ob seit
jeher nur die Markgrafen von
Baden das Sagen
hatten.
Balgs Besonderheit im 18. und 19. Jahrhundert war
die Weißerde, die in einem weit verzweigten
unterirdischen Stollensystem abgebaut wurde, und
die für die Herstellung von Tonwaren, die in
Durlach und Straßburg gefertigt wurden,
begehrt war. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden in
Balg wie an vielen anderen Orten des heutigen
Stadtkreises Baden-Baden Reben angebaut. Die alten
Balger waren Landwirte und Winzer in einem.
Die Jahrhunderte alte bäuerliche Tradition
wird nicht mehr im ehemaligen Umfang gepflegt,
jedoch findet man bei einem Spaziergang durch Balg
immer wieder den einen oder anderen Einwohner, der
eine Wiese mäht oder Bäume
beschneidet.
Der flächenmäßig kleinste Stadtteil
Baden-Badens wurde am 1. April 1939 durch den
Eingemeindungsbescheid des Reichsstatthalters der
Kurstadt unterstellt.
Ein Ausflug zu Fuß nach Balg lohnt sich immer
über den sonnenbeschienenen Aussichtsweg an
der Südseite des Hardbergs, der am Hardbergbad
beginnt und bei der Stadtklinik auf der Balger
Straße endet.

Nach dem 30- bis 60-minütigen Spaziergang, der
den Blick auf die Weststadt und zahlreiche
liebevoll bestellte Kleingärten
ermöglicht, kann man sich in einer der
örtlichen Gaststätten erholen.
Wer Balg nicht zu Fuß einen Besuch abstatten
will, kann vom Zubringer (B 500) aus der
Beschilderung folgend auf der Balger Straße
dorthin fahren.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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