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Wo auch immer derzeit über Windkraft gesprochen wird - also fast überall -, ist auch von Bedrohung die Rede. Die Mühlen gleichen dann nicht selten Monstern. Die wichtigsten Argumente: Erstens furchtbar laut - sie vertreiben kleines sowie großes Getier und lassen auch Menschen nicht mehr zur Ruhe kommen. Zweitens bringen sie, wo auch immer sie stehen, die Erde zum Beben - greifen damit höchst verheerend in das Liebesleben von bodennahem und (!) flugfähigem Getier ein. Drittens werfen sie Schatten - meist nach Sonnenaufgang - und bringen damit Dunkelheit unter die Menschen. Viertens spiegelt sich die Sonne in ihnen in wechselndem Rhythmus - es blitzt wie in einer Diskothek. Fünftens, drehen sie sich sehr schnell - und Vögel können, blind wie sie nun mal sind, nicht ausweichen. Sechstens sind sie der Schrecken jedes Touristen - im Norden Deutschlands haben in diesem Jahr ganze Heerscharen Reißaus genommen. Siebtens schließlich drohen sie ständig umzufallen - das soll in gewisser Weise unangenehm sein. Angesichts dieser Dramatik kann man sich nur noch wundern: Warum leben im Schwabenland oder im Kinzigtal oder auf den Schwarzwaldhöhen überhaupt noch Menschen? Das muss doch furchtbar sein dort. Vom Land der Ostfriesen wollen wir erst gar nicht reden. Jedenfalls ist es vor dem Hintergrund dieser Bedrohung nur zu begrüßen, dass in Baden-Baden und Umgebung alles getan wird, um uns vor den Monstern zu bewahren. Und es ist auch zu loben, dass zu den erwähnten sieben Argumenten in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umwelt-(? ?)-Ausschusses ein achtes hinzugekommen ist: Die Monster sind nur deshalb konkurrenzfähig, weil sie Subventionen bekommen - also Geld auffressen. Ja, das wurde endlich auch einmal in aller Klarheit und Deutlichkeit gesagt. Man muss ja nur mal nach Philippsburg gehen. Kein Vergleich mit diesen Monstern! So hübsch aber auch! Vor allem das, was übrig bleibt! Gut, es ist zwar noch nicht so ganz sicher, wo der immer mal wieder anfallende strahlende Rest irgendwann für immer hinkommt. Aber, zwischenzeitlich kann man das ja auch zwischenlagern. Und hin- und herfahren. Und das ist ganz arg billig. Ja, und im Ruhrpott erst. Diese niedlichen Schaufelbagger, die sich in die Erde wühlen! Und wenn die Kohle bei der Verstromung so nette Dampfwölkchen emporsteigen lässt - einfach himmlisch. Ja, und für die Förderung braucht's auch kaum Förderung. Nee. Und so war das Erschrecken in erwähnter Sitzung halt doch groß: Da hat doch tatsächlich jemand von den Grünen ans Klima erinnert und von Verantwortung geredet. Und jemand von der CDU hat gesagt, die regenerativen Energien seien in Baden-Baden vernachlässigt worden. Das müsse sich ändern.... Ha, man stelle sich das doch nur mal vor: dort ein schnaufendes Wasserkraftwerk, flächendeckend reflektierende Solardächer, hier und da ein übel dampfendes Holzhackschnitzelheizwerk - und dann noch dreiflügelige Monster. Furchtbar! Einfach grausamst! Igittigitt. Patrick Fritsch BT 13.10.2003 Zurück |
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