Weltstädtisches Baden-Baden

Baden-Baden hat eine Oberbürgermeisterin und zwei Bürgermeister, wovon einer auch für "Kultur" zuständig ist, sowie neben etlichen anderen öffentlichen Institutionen eine stadteigene Werbegesellschaft. Und wo reisen sie nicht überall hin, die Stadtväter- und mütter, um Baden-Badens Ruf zu verbreiten und vornehmlich in die Schlagzeilen der Lokalpresse zu gelangen. China, Dubai, Großbritannien, Italien, Russland - die Liste ist lang und zeugt von einem großen, auch finanziellen, Aufwand.

Das Wuchern mit vor Ort vorhandenen Pfunden kann - außer im Falle von Thermen, Spielbank und Pferderennen - selten ausgemacht werden. Derer gibt es eine stattliche Anzahl. Gemessen an der Größe der Stadt unverhältnismäßig viele, weswegen schon leicht der Überblick getrübt sein kann.

Gedächtmiskirche Berlin

Im Fall des weltbekannten Architekten Egon Eiermann, der Jahrzehnte lang in der Kurstadt gelebt hat und dort auch gestorben ist, scheinen Überblick und Interesse gänzlich abhanden gekommen zu sein, obwohl zwei seiner architektonisch auffälligen Häuser das Stadtbild zieren.

Buchen im Odenwald, der Heimatstadt von Egon Eiermanns Vater, war die Tatsache, dass sich des großen Baumeisters Geburtstag am 29. September 2004 zum einhundertsten Mal jährt, bekannt. Neben dem Ausrichten einer Vielzahl an Veranstaltungen beantragte Buchens Bürgermeister beim deutschen Finanzminister ein "Sonderpostwertzeichen Egon Eiermann". 17 Millionen Briefmarken zum Wert von 100 Cent war das Ergebnis dieses Antrags.

Der Buchener Bürgermeister fuhr dann auch Anfang September 2004 nach Berlin, um an der Vorstellung der Briefmarke während eines Festaktes teilzunehmen. Hochkarätig besetzt war die Festgesellschaft, wie Chronisten berichteten. Zum Nachteil und Schaden Buchens wird sich dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auswirken.

Einen weiteren Vorteil bescherte des Bürgermeisters Einsatz seiner im Vergleich zu Baden-Baden doch recht "provinziell" anmutenden Stadt. Buchen war allein neben Berlin dazu berechtigt, den Eiermann-Marken einen Sonderstempel, den Ersttags-Stempel, aufzudrücken; wertvoll für Eiermann-Liebhaber, Briefmarkensammler und - die Stadt Buchen.

Und so werden die mit dem Buchener Sonderstempel versehenen Karten und Briefe in alle Welt verschickt, nach China, Dubai, Großbritannien, Italien, Russland…

Rika Wettstein, September 2004
Foto: Wolfgangf Peter


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