Was wäre Baden-Baden
ohne Wellenbewegungen?

Es gibt sie schon seit Jahrzehnten, die so genannten Wellenbäder. Sie bereiten den Besuchern einer Vielzahl von Badeeinrichtungen zum Quietschen provozierendes Vergnügen, können sie sich diesen Wellenbewegungen - anders als in der Meeresbrandung - vergleichsweise gefahrlos hingeben.

In Baden-Baden gibt es zwar kein Wellenbad, aber es gibt sie trotzdem, die Wellenbewegungen.

Am 16. Februar 2004 sind sie von der Fraktionsvorsitzenden der CDU im Gemeinderat vorgestellt worden. Am 18. Februar 2004 war im Badischen Tagblatt zu lesen: "Sie haben Glück: Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Entwicklung in Wellenbewegungen verläuft."

Mit der Glückhabenden war die Chefin der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH gemeint, die dem Hauptausschuss des Gemeinderats die Übernachtungsstatistik für das Jahr 2003 darlegte. Ein neuerlicher Rückgang von mehr als 2 Prozent bescherte diesem Ergebnis die Beurteilung, Teil einer Entwicklung in Wellenbewegungen zu sein.

Waren 1992 noch mehr als 830000 Übernachtungen gezählt worden, so ist das Resultat für 2003 um mehr als 100000 Übernachtungen eingebrochen. Lediglich 1997 schaffte man eine noch geringere Ausbeute. Die besseren, wenn auch nicht formidablen Zeiten der 1980er Jahre mit an die 50 Prozent Bettenauslastung sind im neuen Jahrtausend offenbar in weite Ferne gerückt. Die 40-Prozent-Marke wartet darauf, unterschritten zu werden.

Zwischen 1993 und dem Jahresende 2003 bewegten sich die jährlichen Übernachtungszahlen in Bereichen von knapp zehn Prozent Verlust bis zu knapp sechs Prozent Zuwachs. Seit Beginn des dritten Jahrtausends ist jedoch der Abwärtstrend deutlich erkennbar.

Wenn schon erkannt wurde, dass die Entwicklung auf dem Übernachtungssektor in Wellenbewegungen verläuft, wäre es vorteilhaft für Hotellerie und Stadt, wenn die Übernachtungszahlen nach langer Zeit im Wellental einen Wellenberg erklömmen. Warum dies nicht schon in 2003 geschah, schien niemanden im Gemeinderat zu interessieren.


Baden-Badener Wellenbewegung


Wird der allgemeine Begriff der Welle, der einen sich räumlich ausbreitenden Vorgang, bei dem Energie transportiert wird, beschreibt, in die Baden-Badener Übernachtungssituation übertragen, so war in den letzten Jahren der Energietransport wenig erfolgreich. Der sich in Hotelräumen ausbreitende Vorgang des Übernachtens wurde nicht so häufig gepflegt wie in den Jahren zuvor.

Mag sein, dass den Gemeinderäten wegen des Gewöhnungseffekts an energieaufwändige Wellenbewegungen keine Energie mehr übrig geblieben war, um das negative Ergebnis des Jahres 2003 kritisch zu hinterfragen oder gar anzuregen, energisch die Erarbeitung eines Verbesserungskonzepts anzugehen.

Mag sein, dass sie sich auch geschmeichelt fühlten, weil die Marketing-Chefin beabsichtigt, um "auf dem Markt bestehen zu können", sich auf einige "Positionierungsfelder" zu konzentrieren. Zu letzteren zählt unter anderem auch das "Positionierungsfeld" "Kompetenzzentrum für Manager und Politiker".

Wenn Baden-Baden als Kompetenzzentrum für diese Spezies ausgewiesen werden soll, müssten kompetente Manager und Politiker bereits in diesem Zentrum zu finden sein. Solche könnten nicht nur auf die Idee kommen, alles daran zu setzen, den Wellenbewegungen im Übernachtungsgeschehen Widerstand zu leisten und eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung zu realisieren. Sie könnten auch das eingeforderte "Innenmarketing", welches zum Ziel hat, die Baden-Badener Bevölkerung zur Identifikation mit den Marketing-Maßnahmen zu bringen, umsetzen und ein Wellenbad bauen lassen, in welchem sich Einheimische und Gäste an Wellenbewegungen erfreuen können.

Nachsatz: 1992 wurden letztmals mehr als 800000 Übernachtungen ermittelt. Orientiert an den 832034 Übernachtungen des Jahres 1992 brachten die Folgejahre Verluste zwischen circa 50000 und knapp 130000 Übernachtungen. Diese summieren sich über die elf Jahre von 1993 bis 2003 auf den beachtlichen Wert von 950525 Malus. Im Durchschnitt hat die Kurstadt während dieser Zeit täglich 236 Übernachtungen weniger zu verzeichnen gehabt.

Zur Veranschaulichung: Ein Hotel in der Größenordnung des
Europäischen Hofs mit seinen 214 Betten wäre während elf Jahren täglich leer gewesen.

Rika Wettstein, Februar 2004



Am 26. Januar 2005 berichtete die Lokalpresse von einem Zuwachs an Gästeankünften und Übernachtungen im Jahr 2004.
259 626 Ankünfte und 756 067 Übernachtungen wurden gemeldet.

Der ultimative Stadtführer Baden-Baden im Internet (
www.bad-bad.de) hatte im Jahr 2004 eine beträchtliche Steigerung an Besuchern zu verzeichnen.

773.750 Internetnutzer (im Vorjahr 408.011) betrachteten insgesamt 2.227.298 Seiten (im Vorjahr 1.355.105). Hieraus eine positive Wirkung für das Ansehen der Stadt und damit auch für die Übernachtungsstatistik abzuleiten, erscheint durchaus gerechtfertigt.



Zur Verbesserung der städtischen Finanzlage ist im Sommer 2005 die
Idee einer Fremdenverkehrsabgabe geboren worden. Die Vorstellung von Stadtverwaltung und stadteigener Marketinggesellschaft über die Entwicklung des Fremdenverkehrs und damit auch der Übernachtungszahlen scheint allerdings sehr realitätsfern zu sein. Eine Diskussionsrunde vom 19. Oktober 2005 von OB, Stadtkämmerer und Gewerbetreibenden zeitigte unter anderem das Argument eines Hoteliers: "Stimmten die Berechnungen der Stadt, wonach 70 Prozent der Kurhaus-, Theater- und Festspielhausbesucher Übernachtungsgäste seien, würden bei ihm 'in jeder Nacht in jedem Bett zwei Gäste liegen'." (BNN, 21.10.2005).



Selbst die
sehr erfreuliche Annahme des vielfältigen Angebots von www.bad-bad.de durch die Internetnutzer im Jahr 2005 konnte den Übernachtungsschwund nicht aufhalten. Den gut 1,6 Millionen Besuchern der virtuellen Stadt-Präsentation steht das magere Ergebnis von 704356 Übernachtungen gegenüber. Den Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg zufolge gingen die Übernachtungszahlen um 0,6 Prozent zurück.

Müßig zu spekulieren, wie sich die Zahlen ohne das Zutun des ultimativen Stadtführers Baden-Baden im Internet entwickelt hätten.

Um die Baden-Badener Hotellerie und die Anbieter von Privatquartieren zu unterstützen, bietet www.bad-bad.de seit Ende 2005 gemeinsam mit ausgewählten "Korrespondenz-Gastgebern" einen zunehmend in Anspruch genommenen
Buchungs-Service an. (RW)



Der direkte Vergleich der Entwicklungszahlen für 2006 zeigt, dass der Buchungs-Service offenbar zu greifen beginnt.

Wurden 2005 noch 752359 Übernachtungen von der städtischen Marketinggesellschaft gezählt, so waren es im Jahr 2006 780389 Übernachtungen. Dies entspricht einer Steigerung von 3,7 Prozent und einer Bettenauslastung von knapp 46 Prozent bei 4660 gezählten Fremdenbetten.

www.bad-bad.de ist im Jahr 2006 von 1.918.865 Internetnutzern besucht
worden, was gegenüber der Vorjahreszahl von 1.607.311 eine
Steigerung von 19,4 Prozent bedeutet. Die Besucherzahlen des ultimativen Stadtführers Baden-Baden im Internet haben demnach um das Fünffache gegenüber dem Übernachtungszuwachs zugelegt. Angesichts dessen bietet www.bad-bad.de seinen Partnerhotels die Chance, in absehbarer Zeit eine jährliche Bettenauslastung von 50 Prozent und mehr zu erreichen. (RW)

Hotels mit diesem Signet wurden als
Partnerhotels
von www.bad-bad.de aufgenommen. Dieser Service wird
kontinuierlich optimiert und erweitert.

Partnerhotels www.bad-bad.de




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