Was wäre Baden-Baden ohne seine reizenden Vermarktungsprogramme?

Folgende Schlagworte haben die Tourismus-Strategen Baden-Badens neuerdings auf Lager, um "trendgerechter" Gäste anzulocken, d.h. zu einem Besuch zu reizen:

 Wohlfühloase für Körper, Geist und Seele
 Top-Adresse für Medien- und Kulturevents
 attraktive Outdoorprogramme
 europäisches Zentrum für Anti-Aging

Was ist an diesen Slogans eigentlich "trendgerechter"?

 Die Wohlfühloase für Körper, Geist und Seele haben bereits die alten Römer entdeckt, luxuriös gestaltet und genossen, wie noch vorhandene
steinerne Zeugnisse aus der Zeit von vor knapp 2000 Jahren belegen.

 Eine Spitzenadresse für Kulturereignisse war Baden-Baden nicht nur im
19. Jahrhundert, sondern ist es auch seit dem Auf- und Ausbau des heutigen SWR nach dem Zweiten Weltkrieg.

 Die attraktivsten Vor-der-Tür-Programme kann sich jeder Gast oder Einheimische selbst zusammenstellen, sei es, dass er zum
Alten Schloss, auf den Fremersberg oder in den Schwarzwald wandert; sei es, dass er die Terrainkurwege nutzt, an den Battert-Felsen Kletterübungen vornimmt oder ganz einfach in der Lichtentaler Allee flaniert. Dies alles kann allein oder in Gruppe, mit oder ohne geschulte Sportfachlehrer und Psychologen, verwirklicht werden.

 Wie das europäische Zentrum gegen das Altern gestaltet werden soll, gibt noch Rätsel auf. Vermutlich werden im Anti-Aging-Programm auch Elemente zu finden sein, die früher von den zahlreichen Badeärzten der Stadt ihren leidenden Patienten zur Gesundung verordnet wurden.

Die kleine Stadt an der Oos und ihre Umgebung bieten schon jetzt eine Fülle von Reizen für die Sinne: sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen - alles wird seit Jahrtausenden aktiviert.


Einige wenige Beispiele sollen dies belegen:


Das Auge kann sich berauschen an der Blütenpracht der Pflanzen im Frühling und im Sommer, an den wunderbar schattierten Farben der Wälder im Herbst und am Sonnenaufgang über einer verschneiten Winterlandschaft.


Großstadtlärm gibt es nicht in dieser Wohlfühloase, sondern die Möglichkeit, sich anlässlich von Konzerten auserlesener Qualität der heimischen
Philharmonie, des SWR-Sinfonie-Orchesters oder der verschiedensten Gastorchester im Festspielhaus einen Ohrenschmaus zu gönnen, oder ganz einfach dem Vogelgezwitscher zu lauschen.


Der würzige Duft des Waldbodens, das überwältigende Aroma der Rosen auf dem
Beutig oder der sonnenwarme Geruch der Wiese am Fuß des Merkur führen dem Geruchssinn andere Erfahrungen zu als Autoabgas- und Industriegestank.


Heimische Weine stimulieren den Geschmackssinn ebenso wie die Gerichte, die in den zahlreichen Restaurants mit in- und ausländischer Küche angeboten werden.


Und das Fühlen kommt keineswegs zu kurz, sei es beim
Wandern auf mit Fichtennadeln gepolsterten Waldwegen, beim Wassertreten in der Kneippanlage, beim Sonnenbad auf einer Alleebank oder bei der Krönung des Fühlgenusses: beim Eintauchen in das wunderbar warme Wasser im Friedrichsbad oder der Caracalla-Therme, welches den Körper auf sinnlichste Art umschmeichelt.


Diese fast schon orgiastisch anmutende Stimulanz der Sinne mit ihren wohltuenden Auswirkungen auf Körper und Seele gibt es bereits pur - ohne Beimengung "trendgerechter" Reize - und kann jedem, der ein persönliches Rundum-Wohlgefühl, welches keinerlei Trendbeeinflussung unterliegt, erfahren will, nur empfohlen werden.

Rika Wettstein, April 2002



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