"Unsere Besten" und Baden-Baden

Das Zweite Deutsche Fernsehen hat sich im Jahr 2006 die Aufgabe gestellt, die Lieblingsorte der Deutschen herauszufinden. Der ZDF-Begleittext zu dieser Aktion lässt wissen:

"Am 22. September 2006 kürt das ZDF zum siebten Mal 'Unsere Besten'. Wo ist Deutschland am schönsten? Welche sind die Lieblingsorte der Republik? Gefragt sind die Orte in Deutschland, zu denen sich besonders viele Deutsche hingezogen fühlen und mit denen sie deshalb auch ein Stück deutscher Kultur verbinden. Die Zuschauer können sich für Kulturerbestätten entscheiden, für von der UNESCO ausgezeichnete Burgen, Schlösser, Kathedralen oder Klöster, oder aber sie stimmen für Volksfeste, Sportstätten, berühmte Landschaften. Es geht um die Frage, mit welchen Orten sich die Deutschen ganz besonders identifizieren.

Wählen Sie Ihren Lieblingsort! Stimmen Sie bis zum 20. August 2006 für einen Ort aus der Liste oder nennen Sie uns Ihren eigenen Favoriten."

Von A bis Z, "Aachen, Dom" bis "Zugspitze", stehen ZDF-Vorschläge zur Wahl, wobei die Möglichkeit offeriert wird, einen eigenen Lieblingsort zu nominieren.

In der Liste der ZDF-Vorschläge ist auch Baden-Baden zu finden, und zwar folgendermaßen

"Baden-Baden, Spielcasino
Baden-Württemberg
'Rien ne va plus!' heißt es allabendlich in den Prunksälen der Spielbank Baden-Baden. Das Casino gehört zu den schönsten und ältesten in ganz Europa. Vor historischer Kulisse können die Besucher vom großen Geld träumen. Bereits 1824 spielten hier illustre Gäste Roulette oder Karten.
Nachdem Jaques Bénazet die Säle 1838 gepachtet hatte, verleiht zehn Jahre später Sohn Edouard dem Casino und der Stadt internationales Flair. Er lässt im Kurhaus drei neue Räume und einen Wintergarten von Pariser Innenarchitekten gestalten, lädt weltbekannte Musiker und Schauspieler nach Baden-Baden ein. Im Zweiten Weltkrieg geschlossen, öffnet das Spielkasino 1950 wieder seine Pforten. Seit 2003 gehört es dem Land Baden-Württemberg."

Wie war das doch gleich?:
"Gefragt sind die Orte in Deutschland, zu denen sich besonders viele Deutsche hingezogen fühlen und mit denen sie deshalb auch ein Stück deutscher Kultur verbinden."

Vergegenwärtigt man sich, dass Spielkasinos oder Spielbanken gewerbliche Unternehmen des öffentlichen Glückspiels sind, so kann schon eine gewisse Nachdenklichkeit aufkommen, warum Baden-Baden in dieser Aktion ausgerechnet über das "
Spielcasino" definiert wird, als hätte die Stadt mit nichts anderem aufzuwarten, worin "auch ein Stück deutscher Kultur" gesehen werden kann.

Allein die prächtig gestaltete, geschichts- und geschichtenträchtige
Lichtentaler Allee wäre wohl geeigneter den Deutschen als abstimmungswürdiger Lieblingsort angeboten zu werden.

Während andernorts Denkmäler, Berge, Seen, Parks, in Bayreuth das Festspielhaus und am Bodensee gar die gesamte Klosterinsel Reichenau zur Wahl stehen, erschöpft sich die ZDF-Präsentation der kulturellen Vielfalt des kleinen Kurorts im Oostal im gewerblichen Glücksspiel.

Und die Stadtvermarkter? Die Stadtvermarkter haben wohl nicht so ganz genau hingesehen, als sie formulierten:

"ZDF-Gewinnspiel
Ist Baden-Baden Ihr Lieblingsort in Deutschland, in dem Sie gerne einmal Urlaub machen möchten?
Beteiligen Sie sich am ZDF-Gewinnspiel!"

ZF`DF Gewinnspiel bei www.baden-baden.de

Mag sein, dass dem einen oder der anderen einfällt, die angebotene Möglichkeit zu nutzen, Baden-Baden mit alternativer Begründung zu nominieren und zur Wahl zu stellen. Es gäbe da die
Bäder, die Museen, das Theater, das Festspielhaus, die Wanderwege, die Sportmöglichkeiten, den Rosenneuheitengarten, die Lichtentaler Allee…

Rika Wettstein, Juli 2006


Unsere E-Mail an das ZDF >>





Spielcasino Baden-Baden auf Platz 13

Fast 350000 Menschen haben sich an der Aktion beteiligt, war am 22. September 2006 in der ZDF-Show "Unsere Besten" "Lieblingsort der Deutschen" zu erfahren. 150 Vorschläge stammten vom ZDF selbst mehr als 450 bemerkenswerte Orte waren zusätzlich von Zuschauern nominiert worden.

Das Rennen in der Gunst der Deutschen machte der Kölner Dom, gefolgt vom Brandenburger Tor in Berlin und der Schlosskirche in Wittenberg. Das Baden-Badener Spielcasino landete auf Platz 13.

Alle Top-50-Platzierungen im Überblick:

1 Kölner Dom 2 Berlin, Brandenburger Tor 3 Lutherstadt Wittenberg, Schlosskirche 4 Münster, Prinzipalmarkt 5 Paderborn, Rathausplatz 6 Wuppertal, Schwebebahn 7 München, Hofbräuhaus 8 Hamburg, Hafen 9 Speyer, Kaiserdom 10 Quedlinburg, Altstadt 11 Sylt, Rotes Kliff 12 Dresden, Frauenkirche 13
Baden-Baden, Spielcasino 14 Tann, Historische Altstadt 15 Oberhof, Rennsteig-Arena 16 Görlitz, Altstadt 17 Bielefeld, Sparrenburg 18 Schloss Neuschwanstein 19 Passau, Inn-Ilz-Donaumündung 20 Nürnberg, Christkindlmarkt 21 Düsseldorf, Altstadt 22 Koblenz, Deutsches Eck 23 Worms, Jüdischer Friedhof 24 Rheintal 25 Weimar, Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek 26 Regensburg, Steinerne Brücke 27 Neuharlingersiel, Kutterhafen 28 München, Englischer Garten 29 Kassel, Herkules 30 Dortmund, Westfalenstadion 31 Mainzer Dom 32 Oberhausen, Gasometer 33 Saarbrücken, St. Johanner Markt 34 Kloster Eberbach 35 Erfurt, Krämerbrücke 36 Potsdam, Schloss Sanssouci 37 München, Oktoberfest 38 Rügen, Kreidefelsen 39 Nürburgring 40 Bayerischer Wald 41 Bremen, Rathaus und Roland 42 Königssee, St. Bartholomä 43 Glottertal im Schwarzwald 44 Teutoburger Wald, Hermannsdenkmal 45 Elbsandsteingebirge 46 Leipzig, Thomaskirche 47 Bodensee, Blumeninsel Mainau 48 Berlin, Museumsinsel 49 Stuttgart, Zoo Wilhelma 50 Zugspitze



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