Was wäre Baden-Baden ohne Solidarität?
Oder Undank ist der Welt Lohn - Folge 2

Im November 2002 hatte die Baden-Badener Oberbürgermeisterin bei der Vorstellung des städtischen Haushaltes für das Jahr 2003 betont, die Stadt könne sich aus "einigen großen Projekten der Region" nicht ohne Ansehensverlust zurückziehen, womit unter anderem die Finanzspritze für die neue Clubtribüne in Iffezheim und die finanzielle Beteiligung an der "Neuen Messe" in Karlsruhe gemeint waren.

Des Weiteren verlautete im Mai 2003 aus dem Mund der Oberbürgermeisterin "Wir müssen viele Dinge tun, die aus heutiger Sicht schwer erklärbar sind". Sie wies darauf hin, dass die Millionen für die "Neue Messe" und andere regionale Projekte erst in Jahren oder Jahrzehnten Früchte tragen dürften. (Badisches Tagblatt, 24.5.2003)

Im September 2003 trat das
erste schwer erklärbare Ereignis als Folge konkreten finanziellen Engagements ein, welches die Bürger in ihrer Eigenschaft als zwangsweise einheimische Geldgeber für auswärtige Projekte zum Kopfschütteln veranlasste. Der Rennverein Internationaler Club e.V. hatte die Daten für das Frühjahrsmeeting 2004 auf Kollisionskurs mit den Herbert von Karajan Pfingstfestspielen gebracht. Die "Frucht" der neuen Clubplatztribüne entpuppte sich als faules Ei.

Und die "Frucht" der "Neuen Messe" Karlsruhe?

Sie sorgte zum Jahresende 2004 für Irritationen als ruchbar wurde, die Traditionsveranstaltung "Sportler des Jahres", die immerhin am 19. Dezember 2004 zum 36ten Mal im Kurhaus Baden-Baden deutsche Sportler zusammenführt, sei dabei, den Begehrlichkeiten der Karlsruher Messemanager zu Willen zu werden.

Die kurstädtische CDU, eigentlich eifrige Unterstützerin aller Auswärtsprojekte, forderte die Oberbürgermeisterin auf, das "grundsätzliche Problem der Abwerbung" mit dem Karlsruher Oberbürgermeister zu besprechen, da die Zustimmung zur finanziellen Beteiligung an der "Neuen Messe" Karlsruhe vom Gedanken getragen gewesen war, ein Zeichen der "regionalen Solidarität" zu setzen. (BT 29.12.2004) Tags darauf war im Badischen Tagblatt zu lesen, der Erste Bürgermeister Baden-Badens habe die Versicherung des Karlsruher Oberbürgermeisters, "dass die Messe Karlsruhe keine Veranstaltung aus Baden-Baden aktiv abwerben wird" mitgeteilt. Außerdem werde Baden-Baden alle Anstrengungen unternehmen, das Kurhaus als Gastgeber für künftige "Familienfeste des deutschen Sports" zu erhalten.

Der Karlsruher Messegeschäftsführer gar betonte, das die Sportlergala mit ausrichtende Zweite Deutsche Fernsehen sei auf die Messe zugekommen, woraufhin die Geschäftsführerin der kurstädtischen Festival GmbH konterte, seitens der Messe sei ein "Superpreis samt Hotelkontingent" angeboten worden. (BT, 4.12.2004)

Im Frühjahr 2005 werden die Würfel wohl fallen. Dann wird entschieden werden, ob die Galaveranstaltung "Sportler des Jahres" wenige Kilometer nordwestlich Baden-Badens den Solidargedanken deutscher Sportler demonstrieren wird.

Ach, hätten die Stadtverantwortlichen weniger Solidarität nach außen und mehr den Bürgern Baden-Badens gegenüber gezeigt…

Rika Wettstein, Dezember 2004



Am 22. Juni 2005 meldeten die Badischen Neuesten Nachrichten. "Das Kurhaus in Baden-Baden bleibt auch in diesem Jahr 'Hauptquartier' der Gala 'Sportler des Jahres', und das ZDF wird die Veranstaltung erneut übertragen."


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