Was wäre Baden-Baden
als "Outsourcing"-Modell?

Das Badische Tagblatt vom 28. November 2002 brachte die Meldung:

"Personal an Garderobe, Pforte und Kartenkontrolle nicht mehr in Diensten der Stadt …'Outsourcing' im Theater: Firma führt Regie"

Die Information des städtischen Pressesprechers, Auslöser der Fremdvergabe seien Änderungen des Tarifvertrags, welche die Aufgabenübertragung an eine Privatfirma deutlich kostengünstiger ausfallen lasse, wurde ebenso wieder gegeben wie das erläuternde Schreiben des städtischen Personalamtes an die von der "Entwurzelung" betroffenen Mitarbeiter:

"Wir hoffen auf ihr Verständnis, dass gerade in dieser schwierigen wirtschaftlichen Zeit und der damit verbundenen prekären Haushaltslage der Stadt alle Anstrengungen zur Ausgabenreduzierung zu unternehmen sind." Besonders bemerkenswert erscheint die Formulierung "alle Anstrengungen zur Ausgabenreduzierung".

Offenbar war man zu Beginn des Jahres 2002 noch nicht so sehr bestrebt, "alle Anstrengungen zur Ausgabenreduzierung" zu unternehmen, denn da erhielt beispielsweise
der Stadtkämmerer eine sogar rückwirkend greifende Besoldung, die üblicherweise Regierungspräsidenten und Landräten gewährt wird, zugestanden und die Oberbürgermeisterin überreichte den Baden-Badener Narren eine fünfstellige Spende.

Wie wäre es, wenn "alle Anstrengungen zur Ausgabenreduzierung" zügig weitergehend umgesetzt und die anspruchsvolle Aufgabe "Leitung und Verwaltung der Stadt Baden-Baden" im Rahmen eines groß angelegten "Outsourcing"-Programms den kostengünstigsten Fremdfirmen übertragen würde?

Dieser Denkansatz bietet nicht nur den kostengünstigeren Effekt sondern auch noch die vortreffliche Möglichkeit, von Fremdfirmen einsatzwilliges, sachbezogen und effektiv arbeitendes Personal zu erhalten, dem keine Privilegien zugestanden werden müssen, was sich allemal wohltuend für die Stadtkasse auswirken dürfte.

Sollte sich dieses Programm als erfolgreich herausstellen, kann der Rest des Erklärungsschreibens des städtischen Personalamtes an die aus den Diensten der Stadt Entlassenen: "Es wäre allerdings wünschenswert, wenn sich eine Fortsetzung bei der Firma Best Choice ermöglichen ließe, um weiterhin auf Sie als bewährte Kräfte bauen zu können." getrost ignoriert werden.

Rika Wettstein, November 2002


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