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Natürlich wissen wir alle, dass die öffentlichen Kassen der Stadt Baden-Baden leer sind, und wir wissen auch, dass die Schuld nicht allein bei den jetzt Verantwortlichen liegt. Ihnen obliegt die undankbare Aufgabe, die Not zu verwalten. Und die Not hat viele Gesichter in dieser Stadt. Das große Becken des Hardbergbades leckt seit Jahrzehnten, das Bertholdbad ist renovierungsbedürftig, Investitionsstau an fast sämtlichen öffentlichen Schulen. Baden-Baden hat in guten Jahren über seine Verhältnisse gelebt, jetzt müssen wir die Konsequenzen tragen. Dennoch müssen Sie sich gefallen lassen, dass wir Fragen stellen: Warum war genug Geld da für ein Festspielhaus, Geld für den Aufkauf der Cité, Geld für die Beteiligung an der Karlsruher Neuen Messe, Geld für den Flughafen Söllingen? Warum war für diese in Ihren Augen notwendigen Investitionen Geld da, nicht jedoch für Investitionen, die Ihren jüngsten Bürgern zugute kommen? Diese Politik hinterlässt ein schales Gefühl, denn schließlich sind es auch unsere Steuergelder, die dort verbraten werden. Dass Steuern notwendig sind, ist uns klar. Was uns erbost, ist die Tatsache, dass mit unseren Steuern in eine Richtung gesteuert wird, die mehr dem Schein als dem Sein verpflichtet ist. Baden-Baden erinnert an eine alternde Diva, die ihr letztes Geld in Kosmetik steckt, um den inneren Zerfall zu übertünchen. Leserbrief im Badischen Tagblatt vom 9.12.2005 Zurück |
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