Wertschätzung "made in Baden-Baden"

Der Deutsche Medienpreis wird seit 1992 in Baden-Baden vergeben. Sein Erfinder und dessen Firma Media Control halten diesen Preis für eine der wichtigsten und angesehensten Auszeichnungen für Persönlichkeiten, die die Medienwelt maßgeblich beeindrucken.

Der undotierte Preis, dem in Form einer handwerklich wertvollen Majolika-Figur Gestalt verliehen wird, zieht alljährlich Prominenz an die Oos und internationales Medieninteresse mit sich. Er ist somit in seinem Wert für die Stadt ein nicht zu unterschätzendes Werbemittel, das für internationale Medienresonanz sorgt und sich daher mühelos in die Reihe der Iffezheimer Galopprennen und die Herbert von Karajan Pfingstfestspiele einordnen lässt.

Im November 2003 meldete die Presse, UN-Generalsekretär Kofi Annan werde am 21. Januar 2004 mit dem "Deutschen Medienpreis 2003" in Baden-Baden ausgezeichnet.

Kofi Annan, der "Lichtgestalt" der Organisation der Vereinten Nationen, der er seit 1997 als Generalsekretär vorsteht, sollte der aus der deutschen Provinz stammende nationale Preis übergeben werden. Dies warf ein ganz besonderes Licht auf den Preisgeber und die kleine Stadt an der Oos. Einer der bedeutendsten Politiker der aktuellen Weltgeschichte wurde für Dienstag, den 20. Januar 2004, auf dem Flugplatz Baden-Baden/Karlsruhe in Söllingen erwartet.

Wer sich vorstellte, ein roter Teppich würde ausgerollt, ein ansehnliches Empfangskomitee stünde salutierend Spalier und die First Lady Baden-Badens würde Hände schüttelnd versichern, welch große Ehre der Stadt erwiesen werde, indem Kofi Annan der Einladung zur Entgegennahme des Preises in Baden-Baden nachgekommen sei, der sah sich im Irrtum.


Kofi Annan in Baden-Baden


Die Bilder dieses Ereignisses zeigen ein freundlich lächelndes Ehepaar Annan, begrüßt vom Media Control Chef und dem Stellvertreter der Baden-Badener Oberbürgermeisterin, dem Ersten Bürgermeister Klaus-Michael Rückert.

Kofi Annan, der als bescheiden gilt, hat ein wenig pompöser Empfang vermutlich kaum missfallen. Was ihm möglicherweise zu denken gegeben hat und geben wird, mag die Tatsache sein, dass die "erste Garde" der Weltpolitik durch die "zweite Garde" der Stadtpolitik begrüßt wurde.

Auch wenn beteuert wird, die OB habe einen wichtigen Termin wahrzunehmen gehabt, was hätte es an jenem Dienstag an Wichtigerem gegeben, als aller Welt vor Augen zu führen, welche Wertschätzung Kofi Annan in der internationalen Urlaubs- und Bäderstadt zugemessen wird?

Rika Wettstein, Januar 2004
Foto © Media Control



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