Gelb-rotes Glück

Ein Mensch,
Bestrebt, Karriere zu machen,
Landete einst im Tal der Oos,
Beschwor Gewinn und andre Sachen
Und wurde Ober-Schultes. Bloß

Wollte er nicht nur "neigschmeckt" sein,
Trat hurtig ein in manchen Verein
Und pachtete, man lies und staune,
Etliche Reben, zu heben der Winzer Laune
Durch ein solch’ Zeichen der Verbundenheit.

Indes scheint die doch etwas weit.
Denn an einem schönen Maientage
Beutelte unseren Menschen arg die Plage,
Seine Rebstöcke zu erkennen.
Er konnt’ sie weder finden noch benennen.

Groß war des Menschen Ungemach.
Die treuen Rebländer aber, ach,
Sie waren flugs mit Hilfe zu Stelle
Und pinselten ganz auf die Schnelle
Markierungspfosten gelb und rot.

Wohl wissend, dass es denen droht,
Ihr Rebstück nicht mehr zu entdecken,
Die nicht vertraut sind mit heimischen Ecken.
Damit der Mensch sein Pachtstück einfach finde,
Flattert dort auch die badische Fahne lustig im Winde.

Manches Menschen Plan, so lehrt diese Geschichte,
Wäre ohne Zutun anderer Menschen bald zunichte.


Rika Wettstein, Mai 2008


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