Was wäre Baden-Baden
ohne seine engagierten Funktionäre?

Sie strahlen um die Wette auf Bildern in den jeweiligen Lokalteilen der Regionalpresse vom 30. April 2002. Und eigentlich teilte die Baden-Badener Bevölkerung diese Freude gern, wenn das freudige Ereignis in Baden-Baden begangen worden wäre.

Der Anlass zu dieser Begeisterung war allerdings die Eröffnung des ersten mittelbadischen "T-Punkt-Business" der Deutschen Telekom im gern als Baden-Badener "Stabsgemeinde" bezeichneten Sinzheim.

Es strahlten nicht nur der Sinzheimer Bürgermeister und der baden-württembergische Innenminister, der ob der Eröffnung dieses Telekom-Zentrums gar vom "Beweis für die Wirtschaftskraft der Region" sprach. Es strahlten auch die langjährige Fraktionsvorsitzende der die Baden-Badener Lokalpolitik im Gemeinderat bestimmenden CDU und ein seit Jahrzehnten zu den Tonangebenden in der Baden-Badener Hotellerie zählender Fachmann.
Nun mag die Wirtschaftskraft der Region mit der Neueröffnung dieses Telekom-Stützpunktes unter Beweis gestellt worden sein, aber wie verhält es sich mit der Beweislage hinsichtlich der Wirtschaftskraft der Stadt Baden-Baden?

In der Kurstadt ist vor kurzem der Telekom-Laden geschlossen worden, was geradezu die Schlussfolgerung erzwingt, die Deutsche Telekom wollte offensichtlich die Wirtschaftskraft Baden-Badens nicht "honorieren".

Die allgemeine wirtschaftliche Situation der Kurstadt fordert nach der Überzeugung aller damit befasster Politiker und Fachleute einen engagierten Einsatz, damit sie wieder gesunde. Der "Strang", an dem alle gemeinschaftlich zu ziehen hätten, ist unlängst in einer Denkschrift des Arbeitskreises Tourismus Baden-Baden der IHK Karlsruhe eingefordert worden, "mit dem einen Ziel, Baden-Baden für seine Gäste und Besucher wieder attraktiv zu machen. Davon profitieren letztendlich nicht nur die Gewerbetreibenden, sondern auch die Stadt und damit ihre Bürger."

Was ist diese Forderung eigentlich wert, wenn die Baden-Badener CDU-Fraktionsvorsitzende, die permanent ihre Heimatverbundenheit betont, sich derart über den "Fang" der "Stabsgemeinde" freuen kann. Die Dame ist zwar auch noch Mitglied des baden-württembergischen Landtags. Sie muss aber sicherlich nicht den Baden-Badener Bürgern den Eindruck vermitteln, die Verlagerung des Telekom-Ladens um wenige Kilometer nach Südwesten, müsse derart begeistert begrüßt werden. Der Hotelfachmann ist auch noch Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe. Aber muss er den Bürgern seiner Wahlheimat deshalb demonstrieren, dass ihm offensichtlich nicht viel daran gelegen war, die Filiale in Baden-Baden zu halten, obwohl sie so gut in das Konzept des Ausbaus des Diensleistungsbereiches gepasst hätte?

Wenn sich beide mehr um ein realisierbares Erfolgskonzept für die Stadt einsetzten, könnten sie vielleicht auch in absehbarer Zeit in Baden-Baden ein strahlendes Lächeln zur Freude aller zeigen.

Rika Wettstein, April 2002



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