Was wäre Baden-Baden
ohne "The Five Star Diamond Award"?

Wie ist es doch schön, dass für Baden-Baden in trüben Zeiten der (über-)großen Finanzprobleme, die unter anderem eine Ausweitung der Kurtaxerhebung auf alle Übernachtungsgäste Baden-Badens verlangt und die gärtnerische Gestaltung der Parks, der öffentlichen Plätze und Straßen reduziert, diamantene Sterne aufgehen - und dann noch gleich fünf an der Zahl.

Wertvoll erscheint dieser Fünf-Sterne-Diamanten-Preis, den die Stadt als erste Kommune weltweit von der American Academy of Hospitality Sciences am 22. Oktober 2002 erhalten hat. Nur - für wen ist er von Wert?

Angenommen darf werden: Zu allererst für die Verleiher, die durch die Vergabe dieses Preises ihre Existenzberechtigung sichern. Warum soll man sich da nicht zur Premiere einer neuen Preiskategorie mit solch klangvollen Namen wie Baden-Baden und Weimar, der in den USA bestens bekannten Goethestadt, die als zweite Stadt von den knapp drei Dutzend Juroren auserkoren worden ist, schmücken.

Sollten die Preisträger für diesen Award auch noch zur Kasse gebeten worden sein, ist dieser für die Amerikanische Akademie der Wissenschaften der Gastlichkeit von doppeltem Wert.

Die selbst gestellte Aufgabe der seit 1989 bestehenden Akademie, wörtlich genommen: Vereinigung von Gelehrten zur Förderung und Vertiefung der Forschung, besteht darin, Einrichtungen und Organisationen mit einer außergewöhnlichen Verpflichtung zur Gastlichkeit auf der ganzen Welt ausfindig zu machen und auszuzeichnen.

Bei mehr als 1400 Auszeichnungen in den letzten dreizehn Jahren, wie im Badischen Tagblatt vom 23.10.2002 zu lesen ist, muss eigentlich jeden dritten Tag ein solcher Preis verliehen worden sein, was entweder zur Freude über eine gastfreundliche Welt Anlass geben kann, oder zur Skepsis hinsichtlich die Vergabepraxis.

Die Entscheidungen über die Preisvergabe basieren dabei einzig und allein darauf, ob der Betrieb, oder die Organisation, oder neuerdings die Stadt in ihrem Handeln in jeder Hinsicht eine Verpflichtung zur Gastlichkeit demonstrieren, so ist im Vorwort zum "Honorary Board of Trustees" zu lesen.

Da müssen die Herrschaften Inspektoren bei ihren heimlichen Besuchen in der Kurstadt das leidige Thema Kurtaxe ebenso übersehen haben wie die Tatsache, dass infolge knappster Finanzmittel der Fortbestand der kulturellen Einrichtungen
Theater und Philharmonie, letztere soll ebenfalls ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen sein, in schöner Regelmäßigkeit von neuem diskutiert wird.

Da die Qualitätskriterien allerdings überwacht werden sollen, und die Baden-Badener Oberbürgermeisterin betont hat: "Den Preis verstehen wir als Anreiz, weiterhin auf Qualität zu achten und das Niveau weiter hoch zu halten." (Badische Neueste Nachrichten 23.10.2002) mag sein, dass wegen der fünf diamantenen Sterne in absehbarer Zeit für Baden-Baden auch wieder "die Sonne aufgeht".

Rika Wettstein, Oktober 2002



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