Am 9. Mai 2003 schickte unsere Redaktion nachfolgendes E-Mail an einen Teil der Baden-Badener Gemeinderäte:

Es ist schon beschämend!

Hallo, meine Damen und Herren!

In den BNN und im BT ist den heutigen Berichten über die gestrige Pressekonferenz des Internationalen Clubs zu entnehmen, dass es sich bei dieser Institution offenbar um eine sehr wohlhabende handelt. "Den Verbindlichkeiten des Clubs in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro stünden Werte von 15 Millionen Euro gegenüber." ist im BT zu lesen. Diese Werte von 15 Millionen Euro bilden also das Vermögen des Clubs.

"Warum will sich eine solch reiche Institution, "als e.V. organisiert", ihren Clubtribünenbau teilweise mit Baden-Badener Steuermitteln finanzieren lassen und warum stimmen die Baden-Badener Bürgervertreter einem solchen Ansinnen zu?" werden sich manche Bürger fragen, und zwar nicht nur diejenigen, die von den Kürzungen städtischer Mittel in der Vergangenheit schon betroffen waren oder denen die "Segnungen" der "Giftliste" bevorstehen.

Es macht überhaupt keinen Sinn, Jugend- und andere Sozialprojekte aus Sparzwängen heraus teilweise radikal zu beschneiden, wenn Bürgergeld = Steuern dem reichen Internationalen Club so ohne Weiteres gewährt wird.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich, dass es hieß, manche städtischen Vereine seien gar nicht so arm dran, und könnten die geplanten Reduzierungen der städtischen Zuwendungen, die in der so genannten "Giftliste" vorgesehen sind, durchaus verkraften. Ob diese Vereine allerdings über "Werte von 15 Millionen Euro" verfügen, ist schon fraglich.

Die Mehrzahl der Baden-Badener Vereine erfüllt eine Sozialfunktion, beispielsweise als Sport- oder Gesangsverein. Nachwuchs- und damit Jugendarbeit wird in vielen dieser Vereine engagiert betrieben. Diese Arbeit findet seitens der Stadtregierung und der Bürgervertreter offenbar weniger Beachtung und Unterstützung als die Tätigkeit eines als e.V. organisierten Internationalen Clubs, der bei "einem Geschäftsvolumen von fast 20 Millionen Euro im Jahr faktisch zu einem Unternehmen geworden" ist.
Es ist ausgesprochen beschämend, dass Bürgerinteresse dem Interesse eines einzelnen Unternehmens geopfert wird. Vielleicht sollten die Baden-Badener Kurt Masur bei einem seiner nächsten Aufenthalte in Baden-Baden bitten, in Anlehnung an die legendären Leipziger Montagsdemonstrationen einen Demonstrationszug, der unter dem Motto steht: "Wir sind die Bürger!" anzuführen.

Ein besinnliches Wochenende wünscht

Rika Wettstein
Redaktion des ultimativen Stadtführers Baden-Baden im Internet
www.bad-bad.de


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