Sehr geehrte Frau Dr. Lang, sehr geehrter Herr Liebenstein, sehr geehrte Damen und Herren,

zur Entscheidung, unsere renommierte Musikschule zu schließen, haben wir uns, gestützt auf die Pressemeldungen der letzten Tage, einige Gedanken gemacht.

Das Badische Tagblatt berichtete am 28. Juni 2005, Bürgermeister Liebenstein erwarte im städtischen Haushalt Fehlbeträge von bis zu 10 Millionen jährlich, da die Finanzlage der Stadt durch steigende Sozialkosten und geringere Zuweisungen aus der Einkommenssteuer und dem Finanzausgleich "immer schwieriger" werde.

Die Badischen Neuesten Nachrichten meldeten am selben Tag unter anderem:

"Eine eventuelle Änderung der Finanzsituation der Musikschule und damit eine Revision des Beschlusses ist aus Sicht des Rathauses nicht zu erwarten".

Axel Schweikert hat in einem
Leserbrief vom 15. beziehungsweise 16. Juni 2005 aufgezeigt, dass rund 65,8 Prozent der Personalaufwendungen der Musikschule durch Elternbeiträge abgedeckt seien. Da diese Aussage unwidersprochen geblieben ist, gehen wir davon aus, dass sie den Tatsachen entspricht. Demnach belasten rund zwei Drittel der Personalkosten die Stadtkasse nicht.

Wie verhielte sich dies, wenn die Musikschullehrer ab Herbst 2006 im städtischen Verwaltungsdienst unterkommen? Die Personalkosten schlügen je nach zugewiesenem Arbeitsplatz mit 100 Prozent zu Buche. Das heißt, statt einem Drittel müssten drei Drittel öffentlicher Gelder für die ausbildungsfremde Beschäftigung der Musikpädagogen eingesetzt werden. Dies ließe die Finanzlage der Stadt in der Tat "immer schwieriger" werden.

Es scheint deshalb nur gerechtfertigt, der Musikschule die Chance einzuräumen, ihre Finanzsituation zu verbessern. Der am 27. Juni 2005 so eilig vorgetragene Beschluss, die Clara Schumann Musikschule zum Schuljahresende 2005/2006 zu schließen, muss aus diesem Grund als nicht gerade förderlich gewertet werden, empfiehlt sich eine städtische Musikschule, deren Aus Fakt zu sein scheint, für private, mittelfristige Planungen nicht unbedingt.  Angebrachter erschiene, die Verwaltung würde alles daran setzen, die Musikschule in ihrem Bestreben, die Personalkostenbelastung für die Stadt noch weiter zu senken, nach Kräften zu unterstützen, um damit auch den Erhalt dieser verdienstvollen Einrichtung anzustreben.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Peter, Rika Wettstein, www.bad-bad.de


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