Baden-Baden und sein Profil

Zu Beginn dieses wohl wieder bei etlichen Einheimischen als oberlehrerhaft, sprich besserwisserisch, empfundenen Beitrags über bemerkenswerte Vorgänge in unserer schönen Stadt sei Folgendes erläutert:

Als im Juli 2001 infolge des Zahlengewirrs im “
Baden-Badener Bäderstreit“ die Idee umgesetzt wurde, die Kolumne

So gesehen...

zur Information, zum Nachdenken, zum Schlüsse Ziehen für Baden-Baden-Freunde und -Liebhaber weltweit anzubieten, hat sich niemand im bad-bad.de-Team vorstellen können, dass sich innerhalb von gut sieben Jahren mehr als 100 Beiträge ansammeln werden.

Die Resonanz auf diese Artikel und die Publikation der Reaktionen auf einige unserer “Einmischaktionen“ war so vielfältig, wie es die Stadt selbst ist. Ausgesprochen positive Rückmeldungen kamen und kommen von Menschen, die einmal hier gelebt haben und sich beispielsweise der wegen eines fehlenden Gesamtkonzepts nicht unbedingt als gelungen zu bezeichnenden Umgestaltung des
Bäderbezirks der 1960er Jahre erinnern, oder denen der miserabel kontrollierte Umgang mit öffentlichen Geldern durch die Bäder- und Kurverwaltung heute noch ein warnendes Beispiel ist, oder die sich vom (Aus-) Verkauf des ehemals intakten, aber vernachlässigten Stammschlosses der Markgrafen von Baden ebenso betroffen fühlen wie die Einheimischen.

Letzterer Resonanz auf die Artikel kann getrost als bipolar eingestuft werden: unbedingter Zustimmung steht unbedingte Ablehnung gegenüber; allerdings nicht mehrheitlich auf die kritische Begleitung des Gesamtgeschehens in der Stadt bezogen, sondern eher von persönlichen oder Gruppeninteressen geleitet. Die Überzeugung, dass die Bürger dieser Stadt ihr verfassungsmäßig garantiertes Recht als Souverän im Interesse einer bestmöglichen Entwicklung des Gemeinwesens nicht nur zum teilweise von einer ausgeprägten Profilneurose begleiteten Eigennutz einsetzen dürfen, teilen wenige.

Woraus sich möglicherweise begründen ließe, warum während der vergangenen sieben Jahre durchschnittlich pro Monat mindestens ein Artikel entstand, basierend auf realen Vorkommnissen. Von Vorteil ist, dass sich diese Vorkommnisse ohne aufwändiges Recherchieren in den Archiven der Lokalredaktionen der Badischen Neuesten Nachrichten und des Badischen Tagblatts - wertungsfrei in alphabetischer Reihenfolge genannt - nachlesen lassen.

Auch die Entstehungsgeschichte des so genannten
Fachmarktzentrums in Baden-Oos mit dem für “Nicht-Germanen“ ebenso wenig wie “Handy“ verständlichen Namen “Shopping Cité“ ist in der Kolumne zu finden. Am 16. November 2008 jährt sich zum zweiten Mal dessen Eröffnung. Ob diese gebührend gefeiert werden wird, bleibt angesichts der in den Badischen Nachrichten vom 27. September 2008 zu findenden Informationen fraglich. Dort heißt es:“ … offenbar loten Eigentümer und Händler aus, inwieweit sich die Fesseln der Sortimentsbeschränkung lockern lassen, die bislang für unschöne Leerstände von Ladenflächen in den Hallen des Fachmarktzentrums gesorgt hatten.“ und:“ ’Wir müssen versuchen, den Marktplatz Baden-Baden insgesamt zu vermarkten.’ Die Händler der Innenstadt jedoch lehnen solch eine Kooperation bislang strikt ab.“.

Da ist es wieder, das unserer Stadt so abhold gesonnene “Gespenst des Eigeninteresses“. Es gehört ein für allemal vertrieben, damit die für unsere Stadt zuweilen sehr schädliche, undurchsichtige Zeit gespenstischen Tuns im Dunkeln ein Ende findet und bei Tageslicht demokratische, sachlich fundierte und nachvollziehbare Entscheidungen getroffen werden können.

Und zwar nicht erst auf das Jahr 2020 bezogen, sondern auf hier und heute, den Blick auf eine möglichst erfolgreiche Zukunft gerichtet.

Unser Ausblick im
Geschichtsblock regt seit dem Jahr 2001 an:

Der Spagat zwischen Massentourismus und der devoten Verbeugung vor denjenigen mit "dem großen Geld" muss bewältigt werden, um unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Einwohner ein eigenes, attraktives Profil zu schaffen.

Dieses Profil könnte eine Synthese aus Großstadtleben und Dorfidylle sein, weder zu beschaulich, noch zu hektisch - eben das Profil einer Kurstadt, die sich den modernen Erwartungen an Highlights und Events ebenso stellt wie dem Bedürfnis nach gelegentlicher Ruhe und Entspannung; eine gelungene Mischung aus Freizeit- und Vergnügungsangeboten, sowie Erholungsmöglichkeiten, basierend auf einer optimalen Infrastruktur.

Dazu bedarf es eines realisierbaren Konzepts, in welchem Tatsachen, Wünsche und Visionen aller in dieser Stadt vorhandenen Interessengruppen optimal miteinander verknüpft sind.

Dies setzt allerdings voraus, dass endlich damit begonnen wird, miteinander zu reden, sich auszutauschen, Vorschläge zu überdenken und aufeinander abzustimmen
...

Rika Wettstein, September 2008


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