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Die
Stiftskirche
Im Innern der Kirche gibt es viel zu entdecken.
Unter den markgräflichen Grabmälern im
Chor der Kirche befindet sich auch das große,
sehenswerte und aufwändig gestaltete Epithaph
des Markrafen Ludwig Wilhelm (1655-1707), dem
"Türkenlouis", der auch das Rastatter Schloss als
Residenz errichten ließ. Es wurde in Form
eines Barockaltars im Jahr 1753 aufgestellt. Die
Figur des Markgrafen ist umgeben von allegorischen
Statuen der Tapferkeit, der Gerechtigkeit und der
Weisheit
Im Osten als Verlängerung des nördlichen
Seitenschiffes befindet sich ein
"Marienchörlein" und als Verlängerung des
südlichen Seitenschiffes findet man das
"Johannes-Nepomuk-Chörlein" mit einer
sitzenden Madonna und einer Christusfigur.
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Am rechten
Triumphbogenpfeiler steht eine
St.-Christopherusfigur, eine Arbeit aus dem Jahr
1490 und am linken Pfeiler ist eine Madonnenfigur
aus dem Jahr 1500 aufgestellt. Der Beichtstuhl an
der Westwand wurde um 1770 teilweise erneuert.
Das berühmte Sakramentshäuschen
(Ausschnitt, Abb. oben) ist fast 13 Meter hoch. Es
wurde in Form einer reichgegliederten von Ast- und
Wurzelwerk umrahmten Riesenmonstranz geschaffen.
Diese spätgotische Steinmetzarbeit besteht aus
zwölf übereinander angeordneten
Einzelwerkstücken. Es steht unübersehbar
am linken Pfeiler des Triumphbogens.
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Den wichtigsten
Platz in der Kirche, am Altarplatz im Chor, nimmt
das Kruzifix des niederländischen
Künstlers Niclaus Gerhaert von Leyden ein. Es
gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke aus
dieser Epoche im Oberrhein. Der ursprüngliche
Standort des Kruzifixes war auf dem ehemaligen
Friedhof hinter der Spitalkirche. 1967
wurde das Kruzifix in der Stiftskirche aufgestellt.
Das 1467 aus einem Stück Vogesensandstein
gehauene Werk galt zu seiner Zeit als Vorbild
für eine neue Kruzifixgestaltung. Während
noch bis ins 14. Jahrhundert der bewegte Typus mit
abgewinkelten Beinen und ausschwingendem
Körper vorherrschte, hat von Leyden einen
neuen Typus geschaffen. Der Korpus wurde nun
erstmal streng paralell zum Kreuz in
hängender, entspannter Haltung
dargestellt.
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Der abgemagerte
Körper wurde anatomisch sehr genau
ausgearbeitet, er strahlt Ruhe und Entspanntheit
aus. Besonders feinfühlig wurde der etwas nach
rechts vorne geneigte Kopf gestaltet. Das Gesicht
strahlt trotz der Ermattung eine feierliche
Erhabenheit nach dem überstandenem Leid
aus.
Der Auftraggeber und Stifter dieses Kunstwerks war
Hans Ulrich der Scherer, der Leibarzt des
Markgrafen Karl I. Niclaus Gerhaert von Leyden
schuf dieses bedeutende Kruzifix in einer
Straßburger Werkstatt, wo er von 1463 bis
1467 wirkte.
Von Wolfgang Peter, Baden-Baden
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