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Die Oos
Die Sehenswürdigkeit an sich, welche die
Lebensgrundlage aller Menschen, die jemals die
Gegend besiedelten, ausmacht, ist die Oos. Der
Überlieferung nach sollen die Kelten den
Wasserlauf "Ausawa" genannt haben, was so viel wie
glänzendes oder hell leuchtendes Wasser
bedeutet. Im Laufe der Jahrtausende hat sich nicht
nur der Name gewandelt, sondern auch die Bedeutung
der Oos. Heute lädt sie im Stadtgebiet
vornehmlich zu Wanderungen oder Spaziergängen
ein. Das Quellgebiet der Oos befindet sich in der
Vorgebirgszone des Schwarzwalds, unterhalb des fast
700 Meter hoch gelegenen Waldgasthauses Scherrhof.
Mehrere kleine, meist namenlose Bäche
vereinigen sich in diesem Gebiet zur Oos. Die
beiden größten Bäche tragen die
Namen Scherrbach und Kälberwasser. Das
Quellgebiet ist ein wichtiger Spender von
Trinkwasser, das in Wasserhochbehältern
gespeichert wird. Rund 430 Meter
Höhenunterschied sind vom Quellgebiet in
Richtung Norden zurückzulegen, bis die Oos bei
Gaisbach am Forellenhof vorbeiführt
und westwärts ihren Weg durch das Tal nimmt.
Sie fließt durch Oberbeuern und an der
Südseite des Klosters
Lichtenthal
vorbei, um danach der Lichtentaler
Allee
mit etlichen kunstvoll gefertigten Brücken
einen zusätzlichen optischen Reiz zu
verleihen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war
die in diesem Talabschnitt fließende Oos in
verschiedene Arme geteilt. Am 1. August 1851
schwoll das meistens harmlose Gewässer nach
einem Wolkenbruch massiv an und schwemmte
Baumstämme und Hausteile, welche die
Brücken der Stadt zerstörten, mit sich.
Eine Notbrücke beim "Hôtel
d'Angleterre"
ermöglichte, dass die Kurgäste das
Conversationshaus und das Casino erreichen konnten.
Diese Katastrophe war der Auslöser für
die Korrektur und Eindämmung der Oos. Sie
erhielt ihr noch heute bestehendes Bett. Nach der
Lichtentaler Allee fließt die Oos durch die
Kaiserallee am Kurhaus, der Trinkhalle und dem
Hotel "Europäischer
Hof"
vorbei, unterquert den Hindenburgplatz und
verschwindet auf der Höhe des Alten
Bahnhofs
bis zur Kreuzung von Waldseestraße und
Eisenbahnstraße wieder im Untergrund. Die
nächste attraktive Station des Flusslaufes ist
der Ooswinkel. Von dort aus flankiert die Oos
die Schwarzwaldstraße bis zum Stadtteil
Oos.
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Auch dort ist sie im 19.
Jahrhundert reguliert worden. Um ein
Jahrhunderte altes Sumpfgebiet zu
beseitigen, wurde die Oos nach 1851
geteilt. Gegenüber der heutigen
Friedenskirche wurde ein Arm nach Westen
zum aus dem Bühler Gebiet kommenden
Sandbach gelenkt. Der zweite Arm nahm
seinen Weg nach Norden in Richtung
Sandweier. Der westwärts
führende Ooskanal wird vom Sandbach
aufgenommen. Der Sandbach mündet
südlich von Iffezheim in den Rhein. Der
nordwärts führende Arm, auf
Landkarten häufig mit Oosbach
bezeichnet, verläuft östlich von
Sandweier. Am Nordzipfel des Rastatter
Ortsteils Niederbühl fließt der
Oosbach in den Landgraben. Dieser
mündet östlich der Rastatter
Oberen Stauschleusenbrücke in die
Murg. Das Wasser von Oosbach
und Landgraben wird von der Murg bis nach
Steinmauern transportiert und gelangt dort
in den Rhein.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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29. Oktober 1998: Hochwasser in
Baden-Baden
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