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Baden-Baden
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Ab 27. März 2003 im Landgericht/Umfangreiches Rahmenprogramm

Spektakuläre Ausstellung über NS-Justiz kommt in die Stadt

Dem Landgericht Baden-Baden ist ein spektakulärer "Fang" geglückt: Im April kommt die renommierte Wanderausstellung des Bundesjustizministeriums "Im Namen des Deutschen Volkes - Justiz und Nationalsozialismus" in die Kurstadt. Die Exposition wurde zuvor in Essen und Mannheim gezeigt. Der Pressesprecher des Gerichts, Heinz Heister, wertete den Zuschlag für sein Haus im Bewerbungsverfahren auch als Anerkennung für die künstlerischen Aktivitäten des Gerichts, wie Gemäldeausstellungen und Theateraufführungen in den vergangenen Jahren.

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm, an dem derzeit noch gefeilt wird. Ein Höhepunkt steht indessen schon fest: Öffentliches Podiumsgespräch mit dem PDS-Politiker Gregor Gysi, der als Jurist auch im totalitären Gesellschaftssystem der ehemaligen DDR tätig war. Großen Wert legt das Landgericht auf die Einbindung der Baden-Badener Schulen (ab Klassen der Sekundarstufe zwei), wie Heinz Heister sagte. Um die Inhalte der Ausstellung der jungen Generation nahe zu bringen, sollen Führungen für Schulklassen von Heisters Richterkollegen angeboten werden. Eventuell führt das bekannte Frankfurter Theater "Transformation" ein themenbezogenes Stück auf, gedacht ist auch an Lesungen und ein Dokumentarspiel mit dem bekannten Schauspieler Ronald Spiess.

Die Ausstellung beschäftigt sich in drei Abschnitten mit der Justiz im Nationalsozialismus, ihrer Vorgeschichte in der Weimarer Republik und mit der Frage, wie die bundesdeutsche Justiz mit dieser Vergangenheit umgegangen ist. Laut Bundesjustizministerium ist die Ausstellung der erste ernsthafte justizeigene Beitrag zur Auseinandersetzung mit der NS-Justiz und ihren Folgen, der sich die Nachkriegsjustiz zumindest in den 1950er und 60er Jahren nicht in dem erforderlichen Maß gestellt habe.
Mit rund 2000 Dokumenten und Bildern sowie Begleittexten zu den einzelnen Themenkreisen macht die Ausstellung, die bereits 1989 ins Leben gerufen wurde, deutsche Justizgeschichte anschaulich. Dabei wird versucht, wichtige Aspekte der historischen und ideologischen Grundlagen der Justiz, der Einflussnahme der NSDAP auf die Justiz und der Zusammenarbeit zwischen Justiz, Partei und SS aufzuzeigen. Dabei geht es auch darum, den Betrachter durch die Darstellung von zum Teil erschütternden Einzelschicksalen betroffen zu machen.

Wie Heinz Heister sagte, wendet sich die Ausstellung nicht speziell an ein juristisches Fachpublikum. Sie wolle in allgemein verständlicher Form den historisch und politisch Interessierten die Möglichkeit bieten, sich über einen unrühmlichen, aber wichtigen Teil der deutschen Rechtsgeschichte zu informieren.

Laut Bundesjustizministerium zielt die Ausstellung keineswegs auf Vergangenheitsbewältigung ab. Sie wolle auch nicht besserwisserisch belehren und auch nicht als abschließende Meinungsbildung der Bundesregierung für diesen Teil der deutschen Rechtsgeschichte verstanden werden. (PR)


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