Kritiker machen mobil gegen Pläne für Schlosspark

Während hinter den Mauern des Neuen Schlosses weiterhin trügerische Ruhe herrscht, wächst in der Stadt die Sorge über mögliche neue Bauvorhaben im Schlosspark, mit denen die neuen Eigentümer ihr Projekt eines Schloss-Hotels auf eine finanzierbare Grundlage stellen wollen. Nach diesen von den BNN Ende Juli veröffentlichten neuen planerischen Überlegungen formiert sich bereits im Vorfeld des angekündigten Bauantrags der Widerstand gegen die gefürchtete "Verschandelung des stadtbildprägenden Schlossparks".

Mit diesem Zitat appellierte der Vorsitzende des Vereins Stadtbild, Gerd Müller, im BNN-Gespräch an die politisch Verantwortlichen, keine Bebauung auf der Südseite des Schlossparks zuzulassen und an der Ablehnung festzuhalten, die schon der Vorbesitzer Althoff http://www.bad-bad.de/archiv/neuschloss.htm mit seinen Plänen für Stadtvillen an der Hangseite des Rotenbachtals erfahren habe. Ein Eingriff ausgerechnet an der Schauseite vom Annaberg wurde das Gartenbaudenkmal unwiederbringlich zerstören.

Gerd Müller betonte, dass es dem Verein Stadtbild keineswegs darum gehe, eine "Käseglocke" über das das Neue Schloss zu stülpen oder die Pläne für ein Schloss-Hotel zu behindern. Durch den geplanten Anbau eines Bettentrakts an das historische Schlossgebäude seien bereits wichtige Belange des Denkmalschutzes aufgegeben worden, doch eine weitere Schmerzgrenze dürfe nicht überschritten werden.

"Um das Schloss zu retten, müssen kleinere Übel in Kauf genommen werden", pflichtete Vorstandsmitglied Hans Georg Hofele bei. Sein Vorschlag, der im Verein jedoch teilweise auf Skepsis stößt: Im nördlichen Randbereich des Parks an der Grenze zum weniger schützenswerten Landschaftsschutzgebiet könne eine Villen-Bebauung trotz der dann zu erwartenden Anliegerproteste eher toleriert werden.

Hofele räumt ein, dass ein solches Zugeständnis nicht leicht falle. Als einer der Autoren im Arbeitskreis Stadtgeschichte hat er sich intensiv mit der Entstehungsgeschichte des Schlossparks befasst und seine Entwicklung seit Ende des 16. Jahrhunderts in einem Historischen Beitrag für die "Aquae"-Reihe aufgearbeitet. Für absolut unverzichtbar hält er den "intakten Erhalt der sensiblen Südseite".

Herb enttäuscht ist der Verein Stadtbild auch von den neuen kuwaitischen Eigentümern, in die er anfangs große Hoffnungen gesetzt habe. "Zuerst hieß es, Geld spielt keine Rolle, und jetzt soll plötzlich alles dem Geld untergeordnet werden", beklagt Müller. Auch aus der Öffnung des Florentinerbergs für Bürger und Gäste sei trotz schöner Versprechungen bis heute nichts geworden.

Der Verein Stadtbild, der bereits an Oberbürgermeisterin Sigrun Lang appelliert hat, sich für den Erhalt des Schlossparks einzusetzen, will weitere Verbündete gewinnen. Der stadtgeschichtliche Arbeitskreis, die Landesvereinigung Baden und die Freundeskreise Lichtentaler Allee und Paradies haben danach bereits Unterstützung signalisiert. (BNN, 17.8.2005)


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