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Günther Juergens - der Baden-Baden Maler

Hirtenhäuschen in der Lichtentaler Allee

Das Attentat in der Lichtentaler Allee

Als König Wilhelm im Jahr nach dem Fürstenkongreß, 1861, wieder nach Baden-Baden kam, sollte einer seiner gewohnten Vormittagsspaziergänge, die er meist ohne Begleitung unternahm, auf erschreckende Weise unterbrochen werden. Es war an einem Sonntagvormittag, man schrieb den 14. Juli, der Fürst war durch die Allee Lichtental zu gegangen, da traf er kurz vor dem Kloster der Zisterzienserinnen zufällig den preußischen Gesandten Graf Flemmig, mit dem er den Spaziergang fortsetzte.

Ein junger Mann überholte die beiden, grüßte höflich, blieb dann stehen, grüßte nochmals, ließ den König und seinen Begleiter vorüber: und dann fielen zwei Schüsse. Eine Kugel verfehlte ihr Ziel, die andere riß einen Teil der Halsbinde des Königs entzwei, streifte leicht den Hals. Der König wandte sich mehr überrascht als erschrocken um: da stand der junge Mann ruhig da, der Graf rief ihm zu: "Wer hat geschossen?" Der junge Mann erwiderte: "Ich, auf den König!"

Schon waren Passanten herbeigeeilt, der junge Mann wurde festgenommen und abgeführt. Der König fand erste Hilfe in dem nahen Hirtenhäuslein bei den Klosterwiesen. Glücklicherweise stellte sich heraus, daß die Verletzung nicht gefährlich war, so daß er nach kurzer Zeit seinen Spaziergang nach Lichtental fortsetzen konnte. Von dort kehrte er mit seiner Gemahlin, die inzwischen hinaus zum Kloster gefahren war, in die Maison Messmer zurück. Abends konnte er vom Balkon des Hauses den Baden-Badenern danken, die mit einem Fackelzug die glückliche Bewahrung des Fürsten feierten.

Der 22jährige Student Oskar Becker, der Attentäter, Sohn eines russischen Staatsrates und Lyceumsdirektors, war tags zuvor nach Baden-Baden gekommen; hatte am Bahnhof einen Buben, der ihm seine Reisetasche ins Hotel trug, gefragt, ob er den König von Preußen kenne. Der hatte erwidert: "Den kennt hier jeder!" Becker zeigte ihm eine Photographie. Ja, das sei er, sagte der Junge. Im Hotel schrieb Becker einen Brief, in dem es hieß: "Ich habe mich entschlossen zur That, die ich begehen werde, deshalb, weil ich der Meinung bin, daß Se. Majestät der König von Preußen trotz vielen anerkennenswerten Bestrebungen nicht im Stande sein wird, die Umstände zu meistern, die sich der Lösung der Aufgabe entgegensetzen, die er als König von Preußen in Bezug auf die Einigung Deutschlands zu erfüllen hätte."

Die Tat brachte dem jungen Mann zwanzig Jahre Zuchthaus ein. An das Attentat erinnerte dann noch lange der Baum, in welchen die erste Kugel eingeschlagen hatte und den man bald mit einem Gitter umgeben mußte, denn seine Rinde war als Andenken bei den Kurgästen sehr begehrt. Das sogenannte Hirtenhäuschen, in dem der König Erste Hilfe fand, ist ebenfalls erhalten geblieben - es steht mit Recht unter Denkmalschutz.

Rolf Gustav Häbler, Geschichte der Stadt und des Kurortes Baden-Baden, Baden-Baden, 1969, Band 2, Seite 122 f.

Attentat auf Kaiser Wilhelm I. in der Lichtentaler Allee

Oskar Becker, geboren am 18. Juni 1839 in Odessa, gestorben am 16. Juli 1868 in Alexandria), bekannt durch sein Attentat auf König Wilhelm von Preußen, geboren in Odessa, wo sein aus Sachsen gebürtiger Vater Direktor des Lyceums war, studierte seit 1859 in Leipzig Staatswissenschaften, Mathematik, orientalische Sprachen und anderes. Im Sommer 1861 fasste er den Entschluss, den König von Preußen zu ermorden, in dessen Persönlichkeit er ein Hindernis der Einigung Deutschlands erblickte. Zu diesem Zweck begab er sich am 12. Juli nach Baden-Baden, wo der König sich zur Kur aufhielt, und feuerte am Vormittag des 14. Juli in der Lichtenthaler Allee beide Läufe seines Terzerols auf ihn ab. Der König erlitt nur eine unbedeutende Quetschung am Hals. Becker wurde vom Schwurgericht in Bruchsal zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt, im Oktober 1866 auf König Wilhelms Fürsprache begnadigt, ging dann nach Nordamerika, kehrte aber 1868 nach Europa zurück, um sich nach dem Orient zu begeben, und starb in Alexandria.

Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage von 1888-90.


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