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Hans Dieter
Schreeb, am
23. Juli 1938 in Wiesbaden geboren, war sozusagen
für die Hotellerie bestimmt: die
Großmutter besaß ein kleines Hotel, der
Großvater einen Gasthof und die Mutter
verwandelte, durch die Umstände dazu
gezwungen, ihr Haus in eine Pension. Doch er wollte
weder Matratzenvermieter werden noch Bischof, wie
die (die Familie dominierende) Großmutter es
sich wünschte, sondern Schriftsteller.
Konsequent wurde er zuerst Journalist
Volontär und "Jungredakteur" der Lokalzeitung
"Ingelheimer Zeitung". Ab Ende 1958 folgten knapp
vier Jahre Baden-Baden: Als junger
Programmredakteur des gerade neu etablierten
SWF-Werbefernsehens.
In dieser Zeit entstanden die ersten eigenen
Drehbücher, zusammen mit dem Regisseur Rainer
Geis. Bezeichnenderweise erzählte die
allererste Geschichte von einem kleinen Hotel und
wie es sich von seinen Geldsorgen befreit. Seit
1963 lebt und arbeitet Hans Dieter Schreeb als
freier Autor, eine Kunst in sich. In Zusammenarbeit
mit dem Regisseur und Autor Hans Georg Thiemt
entstanden zahlreiche sehr populäre
Fernsehspiele ("Die Fahrt nach Schlangenbad") und
Fernsehserien ("Kurier der Kaiserin",
"Moselbrück"), auch ungewöhnliche
Hörfunk-Serien ("Der Judenbengel"). Über
viele Jahre gehörte das Duo Thiemt/Schreeb zu
den produktivsten und erfolgreichsten
Fernsehautoren.
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Hotels und
Hotelleben waren Motive in zahlreichen
Folgen des Teams. Vor allem aber spielen
diese Szenerien und die entsprechenden
Handlungen in den Romanen von Hans Dieter
Schreeb eine große Rolle. "Hotel
Petersburger Hof" (hier setzte er seiner
Großmutter ein Denkmal) und "Die
Krone am Rhein" sind ausgesprochene
Hotelromane und gleichzeitig
Liebeserklärungen an seine
Heimatstadt Wiesbaden, an den Rhein und
den Rheingau. Die Raffinesse des schmalen
Bandes "Die Krone am Rhein" besteht in der
Fertigkeit, fünfhundert Jahre
deutsche Geschichte in wenigen Bildern,
manchmal nur in einem Satz lebendig werden
zu lassen.
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Wie alle Bücher des Autors sind auch diese
getränkt von Liebe in allen Formen und von
Politik. Der "Petersburger Hof" beginnt an
Bismarcks Todestag und endet in einem grotesken
Zusammentreffen der Heldin mit dem Führer
Adolf Hitler im Grand Hotel Rose. Seine neueste
Arbeit, der Bildband "Kaiserzeit", Ende 2006
erschienen, beschreibt Wiesbaden und seine
dreihundert Hotels in der Belle Epoque.
Auch Baden-Baden hat Hans Dieter Schreeb stark
beeindruckt. Der ungewöhnliche
Caspar-Hauser-Roman "Feuerblumen" bezieht seine
Atmosphäre und seine Stimmigkeit nicht zuletzt
aus der genauen Beschreibung des
Großherzogtum Baden und Baden-Badens. Vor
allem spielen hier entscheidende Kapitel des
großartigen Gesellschaftsromans "Primadonna" in den Sechziger Jahren
des Neunzehnten Jahrhunderts, in den Glanzzeiten
der Stadt also. Nicht zufällig ist
"Primadonna" daher im Stadtmuseum Baden-Baden
zwischen Otto Flakes "Hortense"und Iwan Turgenjews
"Rauch" zu finden.
In den letzten Jahren schrieb Hans Dieter Schreeb
auch Theaterstücke und Hörbücher.
Besonders beeindruckend das Hörbuch "Lilo
Kaminski". 3Sat in seinem Kulturzeit Extratipp:
"Drei Stunden lang muss sich der Hörer Zeit
für Lilo Kaminskis Geschichte nehmen. Doch die
Zeit lohnt sich. Ganz allmählich entwickelt
die Erzählung einen Sog, dem sich der
Hörer nicht entziehen kann".
Im Jahr 2005 zeichnete die Stadt Wiesbaden den
Autor mit ihrem Kulturpreis aus.
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Kaiserzeit - Wiesbaden und
seine Hotels in der Belle Epoque
Detlef Schaller, Hans Dieter Schreeb
232 Seiten, 465 Abb., davon zahlreiche
Postkarten, Festeinb. mit Schutzumschlag,
Verlagsgruppe Chmielorz
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