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Viele Datumsangaben
zu Ereignissen im Russland vergangener Jahrhunderte
weichen um elf Tage voneinander ab. Dies ist kein
Fehler der Chronisten, sondern hat seinen Ursprung
in der unterschiedlichen Zeitrechnung, die in
Russland und Europa einige Jahrhunderte lang
praktiziert wurde.
Die Russen des 17. 18. und 19. Jahrhunderts
orientierten sich wie ehedem alle Europäer am
julianischen Kalender. Dieser war 45 v. Chr. von
Julius Cäsar in Rom eingeführt
worden.
Als Papst Gregor XIII. einen neuen Kalender, den
gregorianischen Kalender, 1582 in Kraft setzte, war
die Tagundnachtgleiche des julianischen Kalenders
vom 23. März julianischer Zeitrechnung im
Laufe der Jahrhunderte weiter nach vorn im
Jahreslauf bis auf den 11. März 1582
vorgerückt.
Sie wurde damals kurzerhand auf den 21. März
festgesetzt. Außerdem wurde beschlossen, dass
auf den 4. Oktober 1582 unmittelbar der 15. Oktober
1582 folgen sollte.
Dieser Datumssprung wurde in den einzelnen
Ländern jeweils bei der Übernahme des
gregorianischen Kalenders nachvollzogen, so im
protestantischen Deutschland erst 1700, in
Großbritannien 1752 und in Russland erst nach
der Oktoberrevolution 1917.
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