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Wer am 24. und 25. Februar 2005 die
Pressemeldungen zum Treffen der Herren Bush und
Putin im slowakischen Bratislava verfolgt hat,
konnte erfahren, dass der US-amerikanische
Präsident seinem russischen Amtskollegen
gegenüber Kritik an der russischen Demokratie
geübt habe.
Nun können die Vereinigten Staaten von Amerika
bereits seit dem 18. Jahrhundert aufgrund einer
demokratischen Verfassung das Gemeinschaftsleben
gestalten, während sich Russland gerade einmal
wenige Jahre in Demokratie übt.
Insofern erscheint es durchaus angebracht,
Kritikern der russischen Demokratie die
Lektüre des Russlandknigge zu empfehlen, auch
wenn dieser mehr aus der Idee heraus entstanden
ist, deutschen Geschäftsleuten Kenntnisse um
russische Verhältnisse zu vermitteln.
Die beiden Autorinnen, ausgewiesene
Russlandexpertinnen, sind mehrere Jahre in Russland
tätig gewesen und haben die dort gewonnenen
Erfahrungen aufgearbeitet. Das zu Beginn des Jahres
2005 in dritter Auflage erschienene Buch eignet
sich nicht nur zum Berater für
Geschäftsleute, sondern kann auch jedem
Russlandinteressierten wertvolle Einblicke
gewähren, da nicht nur volks- und
betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte
berücksichtigt werden, sondern russische
Eigenheiten an sich, vom Aberglauben bis zum
Zynismus, wie das fünfseitige
Stichwortregister am Ende des Buches wissen
lässt.
Gegliedert ist das Buch in zwei Hauptteile: Aspekte
der interkulturellen (Wirtschafts-) Kommunikation
zwischen Deutschen und Russen und wissenswerte
Hintergrundinformationen über Russland. Ein
knappes Drittel der erhellenden Ausführungen
widmet sich der kulturellen Barriere, wobei weit
zurückgegangen wird - bis zum altrussischen
Staat. Russische Philosophie und russische Religion
werden ebenso spannend beleuchtet wie der russische
Volkscharakter. Den einzelnen Unterkapiteln sind
vielfach bezeichnende Zitate vorgeordnet wie
beispielsweise das des russischen Dichters F. I.
Tjutschew (1803 - 1873) vor den Erläuterungen
zur rätselhaften "russischen Seele": "Mit dem
Verstand ist Rußland nicht zu begreifen. Es
ist nicht mit einer Elle zu messen. Es hat etwas
ganz Eigenes. An Russland muß man einfach
glauben."
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Den kulturellen
Unterschieden wird ebenso Aufmerksamkeit gewidmet
wie der russischen Geschäftsetikette, bevor im
zweiten Hauptteil auf die politischen
Rahmenbedingungen und die russische
Unternehmenspraxis eingegangen wird.
Der Anhang beschäftigt sich mit Tendenzen der
wirtschaftlichen, politischen und sozialen
Entwicklung in Russland seit 1997 und bietet ein
Verzeichnis wichtiger Adressen, umbenannter
Städte und nationalstaatlicher, sowie
national-territorialer Gebiete der russischen
Föderation.
Hat man den Russlandknigge ein erstes Mal durch
gearbeitet, keimt sicherlich die Vorstellung auf,
ihn weitere Mal zur Hand zu nehmen, da diese
Fundgrube zu allem Russischen das "ganz Eigene"
Russlands bestens widerspiegelt.
Das Buch ist im R. Oldenbourg
Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Rußlandknigge
von Annette Baumgart, Bianca Jänecke
Aus der Reihe: "Lehr- und Handbücher zu
Sprachen und Kulturen"
3. Auflage, gebundene Ausgabe, Oldenbourg
Verlag

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