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Baden-Baden als
Schmelztiegel russischer Adliger und
Pseudo-Revolutionäre
Iwan Turgenjew: "Rauch"
Baden-Baden war
für den russichen Adel Mitte des vorletzten
Jahrhunderts das "Mekka des Westens". Einerseite
rümpfte man man sich allerorten über die
Dekadenz der westlichen Länder die Nase,
anderseits suchte man jedoch verzweifelt deren
Akzeptanz und imitierte den vermeintlich vornehmen
Lebensstil der Franzosen und Deutschen. In
Baden-Baden kurte man und verspielte nebenbei Haus
und Hof.
Iwan Turgenjew (1818-1883) hat Heuchelei und
Verlogenheit des russischen Adels in seinem Roman
"Rauch" gnadenlos karikiert und entlarvt. So
hagelte es Verrisse der heimischen Kritiker nach
Veröffentlichung des Buches.
In der "Aufbau Bibliothek" ist nach Dostojewskis
"Schuld und Sühne" und "Der Idiot" Turgenjews
Roman als preiswerte Taschenbuch-Ausgabe
erschienen. Die Geschichte um den Gutsbesitzer
Liwinow, der in Baden-Baden seiner
verführerischen aber verheirateten Jugendliebe
verfällt und dafür die Verlobte
sitzenläßt, wurde von Dieter Pommerenke
neu aus dem Russischen übersetzt und an den
heutigen Sprachgewohnheiten angepasst. Die
Anmerkungen umfassen über 20 Seiten und
beinhalten neben Übersetzungen die damals vor
allem in adligen Kreisen gern verwendeten
französischen Redewendungen. Es werden auch
historische Hintergründe erklärt
Wenn auch dieses Buch keine neuen Erkenntnisse zur
aktuellen Welt- und Geisteslage bietet, so
gehört es als Beispiel einer literarischen
Epoche in jeden Bücherschrank, besonders auch
für Baden-Baden Interessierte.
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Werther
Herr!
Turgenevs deutscher Briefwechsel
Herausgegeben und kommentiert von Peter Urban
336 Seiten, geb. Ausgabe, Verlag Friedenauer
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