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Die Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004 unter der Schirmherrschaft von Präsident Vladimir Putin und Bundespräsident Johannes Rau warten mit einem ganz besonderen Programmpunkt auf: Dem "Ring des Nibelungen" in Baden-Baden.


 Interview mit Gergiev

Das Publikum in Baden-Baden ist sehr gespannt auf den "russischen Ring" - was haben wir von den Sängern zu erwarten, Maestro Gergiev?

Vielleicht ist es ein Vorteil für unsere Sänger am Mariinsky-Theater, in Sachen Wagner ganz frisch bei null zu starten, obwohl sie nun natürlich sehr gut auf diese Rollen vorbereitet worden sind. Ich finde aber, es ist heute hilfreich, dass nicht nur sehr gute amerikanische, britische, australische oder französische Sänger das Wagner-Fach bereichern, sondern nun auch eine sehr gut trainierte Riege russischer Stimmen kommt. Ich bin mir sicher, dass dies gut für die Welt der Oper ist -eine neue Farbe. Warten wir es ab, aber ich glaube, es wird eine schöne Überraschung.

Ist der "Ring" für Sankt Petersburg heute so wichtig wie vor 100 Jahren?

Ich habe wunderbare Möglichkeiten mit meinem Ensemble, Orchester und Chor sowie dem unglaublich guten Ballett. Und gemessen an der Tradition sind wir es unserem Publikum einfach schuldig, das große historische Repertoire im Programm zu haben. Wir können nicht vorheucheln, dass das Repertoire nur aus ein wenig Mozart und Verdi besteht. Wir müssen jetzt alle großen Erfolge der Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts für uns entdecken.

Haben Sie dazu schon das passende Ensemble?

Wir haben eben erst eine Neuproduktion des "Trittico" von Puccini gemacht - auch nicht ganz leicht zu besetzen, aber wir haben mittlerweile die passenden Sänger auf höchstem Niveau im Ensemble. Klar, sie lernen auch in einigen Produktionen dazu, besonders im darstellerischen Bereich, aber es kann sich wirklich hören lassen. Einige unserer Besten wie Borodina, Netrebko, Putilin können eben auch sehr flexibel eingesetzt werden. Sie singen Mozart und Verdi, Puccini und Wagner. Wir haben Sänger, die den "Commandantore" im Don Giovanni zur gleichen Zeit singen können wie den "Hagen" in der "Götterdämmerung".

Wie war Ihr erster Eindruck nach dem ersten "Ring" Zyklus, der nun nach Baden-Baden kommt?

Es war sehr, sehr viel versprechend. Allein das visuelle Erlebnis ist es wert, diesen Zyklus mitzuerleben. Es ist unglaublich aufregend.
Ist das eine Kampfansage an Bayreuth?

Nein, nein. Wir vergleichen uns überhaupt nicht mit Bayreuth. Uns interessiert ein anderer internationaler Aspekt. Unser Ziel ist es, einen "Ring" zu machen, der das globale Verständnis Wagners in unserer Zeit reflektiert. Visuell ist diese Produktion wahrscheinlich Lichtjahre von dem entfernt, was Sie derzeit in Bayreuth oder Stuttgart sehen. Die Bühne von George Tsypin steht in ihrer Ästhetik absolut unabhängig dar.

Aber geben Sie uns einen Anhaltspunkt. Ist die Inszenierung in einer bestimmten Zeit angesiedelt?

Ja und nein. Wir möchten, dass das amerikanische, chinesische, russische, französische, japanische und natürlich das deutsche Publikum sagt: "Es ist nicht typisch Russland, Hollywood, Stuttgart oder Kabuki." Welt- und Theatergeschichte erlauben es in wenigen Fällen, dass ein Künstler etwas darstellt und jeder ein Stück seiner Kultur und seiner visuellen Ästhetik darin entdeckt. Diesen "Ring" können Sie vielleicht in Peru, in Tibet, in Mitteleuropa, im Kaukasus wiederentdecken. Es ist eine Art zeitlose Ästhetik, nicht konkret. Aber zugegeben, die ossetischen und kaukasischen Elemente sind deutlich zu sehen, wenn auch in einer sehr archaischen Art und Weise.

Glauben Sie, dass der "russische Ring" nach Baden-Baden passt?

Ich freue mich sehr auf die Aufführungen in Baden-Baden. Die Akustik ist perfekt für den "Ring" und Baden-Baden ist das deutsche Zuhause des Mariinsky-Theaters geworden. Wir werden noch einmal sehr genau proben, aber jeder Musiker und jeder Sänger freut sich darauf, den "Ring" in Deutschland zu spielen, hier, wo man den „Ring“ genau versteht und wir deshalb natürlich auch ein strenges Urteil erwarten dürfen. Aber es ist doch ein Geben und Nehmen. Wir versuchen Wagner zu verstehen und Sie versuchen Prokofjiew zu verstehen. So ist es doch.

Die Fragen stellte Rüdiger Beermann

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Gergiev meets Wagner

Abbildung © WAEPART


"Spassiba"

An einem Dezemberabend und drei Dezembernachmittagen des Jahres 2003 bot sich Baden-Badener Passanten ein besonderes Bild: Hunderte in festliche Kleidung gedeckter Farbe gewandete Damen und Herren zogen in Prozessionsähnlichen Formationen gen Festspielhaus. Ihr Ziel: Teilhabe an der Aufführung des Wagner-Zyklus: Der Ring des Nibelungen.

Der "russische Ring", von Valery Gergiev mit Unterstützung einer Vielzahl von Künstlern und Technikern umgesetzt, ließ Spannung aufkommen, hatte sich doch Jahrzehnte lang kein Russe mehr der Bearbeitung des opulenten Musikwerkes über Götter, Mythen, Helden und Liebe angenommen.

Am ersten Weihnachtstag hob sich der Vorhang zur Baden-Badener Premiere von "Rheingold", dem die Kritiker bescheinigten, Valery Gergiev und sein Marrinsky-Orchester hätten dieser Oper mit leidenschaftlich animiertem Spiel fesselndes Format verschafft, was vom Publikum mit entsprechender Zustimmung honoriert wurde.

Die Begeisterung des Publikums schwand auch nicht tags darauf, als Sänger und Orchester der "Walküre" szenisches Leben verliehen und "fesselnden Charme" entfalteten.

Wolfgang Wagner, des Musikgenies Enkel und Leiter des Wagnerschen Operntempels in Bayreuth gab Valery Gergiev, seiner Musikertruppe und Baden-Baden die Ehre und besuchte die Aufführung des "Siegfried".

Seine Empfindungen sind nicht publiziert, wohl aber die des Publikums, das sich einmal mehr am Reichtum der Sankt Petersburger Opernstimmen und dem bestens disponierten Orchester erfreuen durfte. Chronisten meinten, die Lust der Baden-Badener Ringfreunde auf die abschließende "Götterdämmerung" dürfte sich noch gesteigert haben. (BNN 30.12.2003)

"Das ‚Ring'-Fieber hat Baden-Baden gepackt." wurde der Festspielhaus-Intendant zitiert. Nach der "Götterdämmerung" waren sich die Kritiker einig: "Valery Gergiev hat sein hoch gestecktes Ziel bravourös erreicht." (BT 02.01.2004)

"Spassiba" rief ein Unbekannter aus der Zuschauermenge nach jeder Vorstellung dem gesamten Ensemble zu. Danke können sowohl Festspielhaus als auch Baden-Baden dem russischen Maestro, seinen Künstlern und allen Mitstreitern gegenüber artikulieren - nicht nur wegen des hochwertigen Kunstgenusses, der den Festspielhausbesuchern beschert worden ist, sondern auch wegen des Interesses, das dieser außergewöhnliche Akt mit sich brachte und das Baden-Baden für ein paar Tage zu einem globalen Kulturschwerpunkt werden ließ. (RW)

 Vom 13. bis 19. Juli 2006 wird der Ring des Nibelungen abermals vom Mariinsky Theater im Festspielhaus aufgeführt.

Mehr über Valery Gergiev
Mehr über das Festspielhaus


Der Ring des Nibelungen

Der Ring des Nibelungen. Richard Wagners vielschichtige Tetralogie eingängig erzählt von Rolf Stemmle.
Broschiert, 122 Seiten, Königshausen & Neumann Verlag

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