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Der Turgenjew
des
21. Jahrhunderts
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Keine Geringere als die Vorsitzende
der Baden-Badener Turgenew-Gesellschaft hat
Wladimir Kaminer als "Turgenew des 21. Jahrunderts"
in Baden-Baden vorgestellt.

Der
gebürtige Moskauer, Jahrgang 1967, seit 1990
mit seiner Familie in Berlin beheimatet, kann schon
manche Ähnlichkeit mit dem "Turgenew des 19.
Jahrhunderts" aufweisen:
Er ist in Russland geboren, er hat studiert, er
verließ sein Heimatland, allerdings bereits
mit 23 Jahren, und er schreibt - auf Deutsch.
Der Tausendsassa in Sachen Medien hat in wenigen
Jahren mehr als ein halbes Dutzend Bücher
veröffentlicht, von denen eines erfolgreicher
aufgenommen wurde als das andere.
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Sein im Jahr 2000
erschienenes Werk "Russendisko" führte
Wladimir Kaminer auf eine Lesereise in die deutsche
Provinz und - zu einem weiteren Buch mit dem
Neugier weckenden Titel "Mein deutsches
Dschungelbuch".
Wer den 256seitigen Band mit dem reizenden lesenden
Gartenzwerg auf dem grünen Schutzumschlag
öffnet, wird mit Erfahrungen, welche Wladimir
Kaminer während seiner Lesetour gesammelt hat,
bekannt gemacht.
Von Aachen bis Wiesloch führt die Reise kreuz
und quer durch die Republik an teilweise kaum
bekannte Orte und lässt einzigartige
Begebenheiten lebendig werden, die beim Leser
zuweilen wahre Lachanfälle provozieren.
Auch Baden-Baden findet sich als eine von vielen
Dutzend Stationen in dieser vergnüglichen
Reisebeschreibung. In hoch verdichteter Art wird
der Gegenwart der Kurstadt ebenso Tribut gezollt
wie ihrer Geschichte seit dem 19. Jahrhundert. Es
wundert kaum, dass sich der Russe
hauptsächlich um die Russen in Baden-Baden
Gedanken, an welchen er den Leser vortrefflich
formuliert teilhaben lässt, gemacht hat.
Zu wünschen bleibt, dieser "neue Turgenew"
möge dem lieblichen Ort im Oostal wie sein
Landsmann aus dem 19. Jahrhundert einen ganzen
Roman widmen. (RW)

Mein deutsches Dschungelbuch
von Wladimir Kaminer
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, Manhattan Verlag

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