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 Nikolaj Gogol (1809-1852)

Tradition, herrschende gesellschaftliche Verhältnisse und tiefe Religiosität bestimmten das Leben Nikolaj Gogols, der am 1. April 1809 im ukrainischen Sorotschinzy geboren wurde. Sein eigentlicher Name wäre Nikolaj Wassiljewitsch Janovskij gewesen, hätte der Großvater nicht in Erinnerung an kosakische Vorfahren den Nachnamen Gogol angenommen.

Nikolaj Gogols Vater, ein wohlhabender und gebildeter Gutsherr, weckte in seinem Sohn das Interesse für Literatur und förderte seine Beobachtungsgabe. Nikolaj Gogols Mutter war von einer extremen Religiosität geprägt, die bis hin zum krankhaft Mystischen reichte. Zum Genie reifte der Knabe auf dem väterlichen Gut nicht heran. Seine Schulkarriere auf dem Gymnasium von Neshin verlief mäßig.

Mit 19 Jahren reiste Nikolaj Gogol ins weit entfernte Sankt Petersburg, dem politischen und kulturellen Mittelpunkt des damaligen Russlands, und versuchte, eine Anstellung an der dortigen Universität zu erhalten. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens bereiste Nikolaj Gogol Norddeutschland, versuchte sich erfolglos als Schauspieler und wurde 1834 dann doch an der Sankt Petersburger Universität beschäftigt.

Zwischenzeitlich hatte Nikolaj Gogol mit dem Schreiben begonnen und nach anfänglichen Misserfolgen erste Anerkennung geerntet. Seinem Erzählband über das Leben ukrainischer Bauern (Dikan'ki) folgte ein weiterer Band (Mirogrod), in welchem die Novelle "Taras Bul'ba" die Auseinandersetzungen zwischen Kosaken und Polen im 16. und 17. Jahrhundert beschrieb. Auch das Drama "Der Revisor" war entstanden und 1836 als Bühnenstück uraufgeführt worden.

Im Dezember 1835 hatte Nikolaj Gogol sein Universitätsamt aufgegeben und Mitte 1836 mit seinen Reisen quer durch Europa begonnen. Von Hamburg über Aachen gelangte er erstmals nach Baden-Baden. Zwölf Jahre verbrachte Nikolaj Gogol im Ausland, vornehmlich in Paris und Rom.

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Mehrfach kehrte er jedoch nach Baden-Baden zurück, um nicht nur Linderung gesundheitlicher Probleme zu suchen, sondern auch unter anderem den Kontakt zu August Lewald zu pflegen. Der Gründer der Kulturzeitschrift "Europa" hatte die Novelle "Taras Bul'ba" ins Deutsche übersetzt und 1844 in seiner Zeitschrift veröffentlicht.

Nicolaj Gogol

Weitere gesellschaftskritische Werke Nikolaj Gogols entstanden während seines von Ruhelosigkeit geprägten Auslandsaufenthalts, darunter "Der Mantel", dem zugeschrieben wird, Wegbereiter zum so genannten russischen Realismus gewesen zu sein, der von späteren russischen Literaturgrößen wie
Fjodor Dostojewskij, Leo Tolstoj oder Iwan Turgenjew in ihren Werken umgesetzt wurde.

"Die toten Seelen", der einzige Roman Nikolaj Gogols, hielten den begnadeten Wortkünstler ebenso fest im Bann wie seine Religiosität, die ihn in eine Glaubens- und damit einhergehend schöpferische Krise stürzte und 1848 Anlass zu einer Pilgerreise nach Jerusalem gab.

Danach ließ sich der kränkelnde Nikolaj Gogol in Moskau nieder, überarbeitete "Die toten Seelen" und hatte zunehmend mit religiösen Wahnvorstellungen zu kämpfen, welche letztendlich dazu führten, dass er 1852 große Teile seines Romans verbrannte.

Der von einem anderen großen Russen, dem Literaturkritiker Vladimir Nabokov, als "wunderlichsten Prosapoeten, den Russland je hervorbrachte" (ein)geschätzte Künstler starb am 4. März 1852 in Moskau. (RW)



 

 

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